
Wieder klappt es nicht mit dem Sieg in der Kitzbühel-Abfahrt: Marco Odermatt zeigt auf der Streif eine starke Leistung, wird jedoch vom entfesselten Giovanni Franzoni überflügelt.
In seiner erst zweiten Abfahrt in Kitzbühel gelang Franzoni mit Startnummer 2 eine nahezu perfekte Fahrt. So wusste Odermatt am Tag nach seinem Super-G-Sieg, dass er alles aus sich herausholen musste, um den 24-jährigen Italiener noch abzufangen. Und das tat der vier Jahre ältere Nidwaldner, dennoch reichte es hauchdünn nicht: Sieben Hundertstel entschieden zugunsten Franzonis, der eine Woche nach seinem Super-G-Erfolg in Wengen seinen ersten Abfahrtssieg im Weltcup feiert.
Odermatt muss sich dagegen zum dritten Mal mit Rang 2 in der Abfahrt auf der legendären Streif begnügen. 2022 klassierte er sich hinter Beat Feuz, 2024 hinter Cyprien Sarrazin. So knapp wie in diesem Jahr war der Rückstand allerdings noch nie. Ein kleiner Trost bleibt: Mit seinem 100. Podestplatz im Weltcup durchbricht Odermatt eine weitere Schallmauer.
Für die beinahe ganz grosse Sensation sorgte Maxence Muzaton. Der mit Nummer 29 gestartete Franzose lag lange vor dem Duo Franzoni/Odermatt, verlor jedoch auf dem letzten Streckenabschnitt noch entscheidend an Zeit. Mit 39 Hundertstel Rückstand fuhr er auf Rang 3.
Dass erneut mit Franzoni zu rechnen sein würde, hatte sich nach dessen starken Trainingsleistungen bereits abgezeichnet. Während er bei der Lauberhornabfahrt noch das Nachsehen hatte, blieb er nun vor Odermatt und dürfte damit die Schweizer Siegesserie in dieser Disziplin beendet haben. In den vier Abfahrten zuvor hatten dreimal Odermatt und einmal Franjo von Allmen gewonnen.
Von Allmen hielt auch in Kitzbühel lange mit den Zeiten von Franzoni und Odermatt mit, ehe ihm vor dem Schlussabschnitt ein grober Fehler unterlief. Dieser warf ihn im Klassement zurück: Mit 1,56 Sekunden Rückstand auf Franzoni belegt er derzeit Rang 12.
Neben Franzoni, der in der Leaderbox bald mit den Tränen kämpfte, schrieb auch Niels Hintermann eine schöne Geschichte. Der Zürcher fuhr auf den hervorragenden Platz 6. Damit sammelt Hintermann, der in dieser Saison nach überstandener Krebserkrankung sein Comeback gefeiert hat, wertvolle Argumente für eine Olympia-Selektion. (sda)


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