
Nur 44 Stunden nach dem Abpfiff des WM-Finals gilt es für den Schweizer Meister FC Thun ernst. Sein kroatisches Pendant Dinamo Zagreb gastiert am Dienstag ab 20 Uhr im Hinspiel der zweiten Runde der Champions-League-Qualifikation in der ausverkauften Stockhorn-Arena.
Der Umbruch beim Schweizer Meister mit dem neuen Trainer Gian-Luca Privitelli und den Abgängen der Leistungsträger Leonardo Bertone (Luzern), Elmin Rastoder (Panathinaikos), Franz-Ethan Meichtry (CFC Genua) oder Kastriot Imeri (zurück zu YB) ist gross und noch nicht abgeschlossen. Dennoch ist man beim FC Thun zuversichtlich. Die Meistereuphorie ist nach wie vor spürbar. So konnten doppelt so viele Saisonabos wie in der Vorsaison verkauft werden. Und die jetzt anstehenden internationalen Spiele sind für Klub und Fans ein seltenes Highlight.
Am Donnerstag beginnt um 20 Uhr auch für den FC St. Gallen mit dem Europa-League-Qualifikationshinspiel gegen das portugiesische Spitzenteam Benfica Lissabon die Saison. Ebenfalls noch vor dem ersten Ligaspieltag am kommenden Wochenende sind am gleichen Tag in der Conference League auch der FC Sion (ab 19 Uhr bei den Belarussen von Bate Borissow), der FC Lugano (ab 20.30 Uhr gegen den kosovarischen Cupsieger Dukagjini) und der FC Vaduz (ab 19.30 Uhr gegen Atletic Club d'Escalades aus Andorra) gefordert.
Alle Super-League-Klubs müssen drei Hürden überspringen, um sich für eine Ligaphase zu qualifizieren. Thun und St. Gallen haben die auf dem Papier zunächst schwierigsten Aufgaben, besitzen allerdings auch zwei respektive ein Fangnetz und dürfen auch im Falle einer Niederlage noch einen Wettbewerb tiefer weiterspielen.
Die Schweiz gerät mehr und mehr ins Hintertreffen
Die Schweizer Vertreter sind unter Zugzwang. Vor zwei Jahren verlor man den fünften Europacup-Platz und der Schweizer Meister damit auch das Recht, erst in den Playoffs für die Champions League einzusteigen. Der Weg in die Ligaphase ist somit schwieriger geworden. Doch genau da müssen die Schweizer Klubs hin, wenn sie ordentlich Punkte für die Fünfjahreswertung der Uefa sammeln wollen.

7750 Zähler gingen durch die Löschung der Saison 2021/22 verloren. Es ist der zweitbeste Wert in den vergangenen fünf Jahren. Die Schweiz liegt zu Beginn der neuen Spielzeit damit zwar weiterhin auf Rang 16. Der Abstand auf Rang 15, der zum fünften Europacup-Platz berechtigen würde, beträgt allerdings mehr als 4,5 Punkte.
Es ist daher davon auszugehen, dass die Schweiz auch in der Saison 2028/29 nur vier Klubs nach Europa schickt. Doch mit guten Leistungen könnte der Rückstand zumindest verringert werden. Dass YB und der FC Basel, die in der Vergangenheit die meisten Punkte für die Schweiz sammelten, fehlen, erleichtert die Aufgabe nicht.
Champions League: 2. Quali-Runde: FC Thun - Dinamo Zagreb. 3. Quali-Runde: Bei einem Weiterkommen kommt es für Thun zum Duell mit dem Sieger der Partie Klaksvik - Kauno Zalgiris.
Europa League: 2. Quali-Runde: FC St. Gallen - Benfica Lissabon. 3. Quali-Runde: Bei einem Weiterkommen kommt es für St. Gallen zum Duell mit dem Sieger der Partie Sturm Graz - Hearts of Midlothian. Bei einem Ausscheiden aus der CL-Quali gegen Dinamo Zagreb trifft der FC Thun in der 3. Runde auf den Verlierer des Duells Vikingur Reykjavik - Hapoel Beer Sheva.
Conference League: 2. Quali-Runde: FC Lugano - Dukagjini. Bate Borissow - FC Sion. FC Vaduz - Atletic Club d'Escalades. 3. Quali-Runde: Bei einem Weiterkommen trifft Lugano auf Runavik oder Koper, Sion auf Zimbru oder Noah und Vaduz auf Basaksehir oder Inter Turku. Sollte St. Gallen gegen Benfica aus der Europa League absteigen, kommt es zum Duell mit dem Verlierer der Partie Sheriff Tiraspol gegen Maccabi Tel Aviv.


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