
Jelena Rybakina jubelte fast vornehm über ihren dritten Grand-Slam-Triumph, während die doppelt entthronte Aryna Sabalenka voller Frust ihren Tennisschläger zerhackte. Die Kasachin Rybakina besiegte im Finale von New York die Belarussin Sabalenka mit 6:4, 5:7, 6:2 und krönte perfekte Tage im Big Apple: Schon vor dem Endspiel hatte festgestanden, dass Rybakina ihre Kontrahentin am kommenden Montag nach 99 Wochen an der Spitze der Weltrangliste ablösen wird.
Rybakina, die ihren dritten Grand-Slam-Erfolg nach Wimbledon 2022 und den diesjährigen Australian Open perfekt machte, kann sich zusätzlich über ein Rekordpreisgeld von 5,5 Millionen Dollar freuen.
Sabalenka hatte in den vergangenen beiden Jahren in New York triumphiert, sie hätte als erst dritte Spielerin nach Chris Evert und Serena Williams den Hattrick schaffen können.
Ein Jahr zum Vergessen für Sabalenka
Sabalenka, die gegen Rybakina im Januar bereits das Endspiel der Australian Open verloren hatte und seit März auf einen Turniersieg wartet, «vollendete» dagegen ein Jahr zum Vergessen: Erstmals seit 2023 blieb die physisch stärkste Spielerin auf der WTA-Tour in einer Saison ohne Grand-Slam-Erfolg. Der 28-Jährigen aus Minsk stand ein ums andere Mal ihre Emotionalität im Weg, viele Matches schenkte sie so her.

Die 27-jährige Rybakina, die in der Vergangenheit von Atemwegserkrankungen, Infekten oder Schlaflosigkeit ausgebremst wurde, hat am Samstag hingegen nun auch offiziell das Kommando auf den Hardcourts, dem langjährigen Sabalenka-Territorium, übernommen. Dies lag einerseits an ihren verlässlich harten Grundschlägen, aber auch an der teils erheblichen Streuung in Sabalenkas Spiel, das sich besonders im ersten Satz zwischen beeindruckenden Gewinnschlägen und unerklärlichen Fehlern bewegte.
Rybakina bot ihrer Kontrahentin allerdings auch ihrerseits Möglichkeiten, besonders die Quote ihrer ersten Aufschläge lag zeitweise nur bei rund 30 Prozent. Sabalenka machte vor den Augen der früheren russischen Starspielerin Maria Scharapowa sowie von Unterhaltungsgrössen wie Brad Pitt und Sängerin Pink für eine Spielerin ihres Ranges erschreckend wenig daraus.
Sabalenka mit zweiter Luft
Im zweiten Durchgang stieg das Spielniveau dann auf beiden Seiten deutlich, das Match wurde eines Major-Finals würdig. Sabalenka riss das Publikum mit und schaffte den Satzausgleich. «Grossen Sport» sah nun auch Deutschlands Tennis-Ikone Boris Becker am Mikrofon von Sporteurope.tv.

Im Entscheidungssatz aber fiel Sabalenka, die geschlechterübergreifend als erste Person acht Grand-Slam-Finals auf Hartplatz in Folge erreicht hat, wieder in alte Muster zurück: Sie verlor, liess ihren Frust raus und kauerte an der Seite ihres Verlobten völlig bedient in ihrer Box. (sid)



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