
Den Thron hat Jelena Rybakina ihrer Rivalin Aryna Sabalenka bereits entrissen. Am Montag führt die Kasachin erstmals die Weltrangliste an. Jetzt bietet sich ihr die Chance, auch noch deren Krone zu erobern: den US-Open-Titel. Im Final von New York treffen die beiden derzeit besten Spielerinnen auf der grössten Tennisbühne der Welt direkt aufeinander.
Es ist ihr drittes Duell im Endspiel eines Grand-Slam-Turniers. 2023 in Australien gewann Sabalenka, Anfang dieses Jahres revanchierte sich Rybakina in Melbourne und sicherte sich ihren zweiten Major-Titel. Nun folgt das dritte Kapitel einer Rivalität, die das Frauentennis derzeit prägt.

Sabalenka seit 2023 in New York ungeschlagen
Sabalanka ist in New York seit 2023 unbesiegt und hat das Turnier zuletzt zweimal in Folge gewonnen. Dass die 28-Jährige im Final steht, kann niemanden überraschen. Rybakina hingegen war beim US Open bislang nie weiter als in die Achtelfinals vorgestossen. Nun liess sie reihenweise mit starken Resultaten aufhorchen: Gegen Naomi Osaka dominierte sie ebenso wie gegen Olympiasiegerin Qinwen Zheng, ehe sie im Halbfinal gegen Publikumsliebling Coco Gauff nach verlorenem Startsatz gewann.
Dabei verliefen Rybakinas letzte Jahre alles andere als reibungslos. Gegen ihren kroatischen Trainer (und langjährigen Partner) Stefano Vukov wurden wiederholt Vorwürfe wegen seines rauen Umgangs mit der 27-Jährigen erhoben. Rybakina verteidigte ihren Trainer stets, bevor es doch zur Trennung kam. Eine russische Journalistin berichtete daraufhin, Vukovs Methoden hätten psychische Probleme bei Rybakina verursacht.

Vorwürfe gegen Trainer Vukov
Ab Anfang 2025 wurde Vukov für ein Jahr gesperrt. Welche Vorwürfe dem Verfahren konkret zugrunde lagen, machte die WTA allerdings nie öffentlich. Vukov bestritt das Fehlverhalten stets und Rybakina stellte sich mehrfach demonstrativ hinter ihn. Nach einem erfolgreichen Rekurs durfte er im August 2025 auf die Tour zurückkehren. Seither gehört er Rybakinas Team wieder an. Und seither eilt das Duo von Erfolg zu Erfolg.
Leicht wird die Aufgabe dennoch nicht. Sabalenka ist seit 2023 beim US Open ungeschlagen und könnte als erste Spielerin seit Serena Williams zwischen 2012 und 2014 den Titel in New York dreimal in Folge gewinnen. Im Halbfinal liess sie Jessica Pegula beim 7:5, 6:2 kaum eine Chance und präsentierte sich so überzeugend wie lange nicht mehr. Mühe bekundete sie lediglich im Viertelfinal, als sie sich im Tiebreak des dritten Satzes gegen die tschechische Wimbledon-Siegerin Linda Noskova durchsetzte.

Ähnlicher Spielstil
Sabalenka führt den Direktvergleich gegen Rybakina zwar mit 10:7 an, doch die jüngsten Duelle verliefen meist auf Augenhöhe. Beide verfügen über einen der härtesten Aufschläge im Frauentennis, beide suchen in den Ballwechseln früh die Entscheidung mit druckvollen Grundschlägen.
Den Thron hat Rybakina ihrer Rivalin bereits abgenommen. Fehlt nur noch die Krone. Mit einem Sieg gegen Sabalenka und dem erstmaligen Erfolg bei den US Open wäre die Machtübernahme im Frauentennis besiegelt.
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