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Ski alpin

«Bin einfach ‹voll Hahne› gefahren»: Sue Piller überrascht mit Topergebnis – Camille Rast trotz Rang 4 enttäuscht

Die Schweizer Technikerinnen brillieren in Tschechien mit einem starken Teamergebnis im Riesenslalom. Beinahe hätte es für Camille Rast einen weiteren Platz auf dem Podium gegeben. Während sie enttäuscht ist, strahlt Sue Piller über das ganze Gesicht.

Camille Rast ist in Topform. Nach dem Podestplatz am Dienstag in Kronplatz fährt sie auch in Spindlermühle (Tschechien) ganz vorne mit. Nach dem 1. Durchgang ist sie Zweite. In der Entscheidung fällt sie noch auf den vierten Rang zurück.

Wurde Vierte und ärgerte sich: Camille Rast.
Bild: AP

Die Schwedin Sara Hector gewinnt vor der entfesselten Paula Moltzan (USA) und deren Teamkollegin Mikaela Shiffrin. Siegerin Hector holte die Hundertstel im untersten Abschnitt doch noch auf ihre Seite, nachdem sie in den Sektoren zuvor Zeit auf Moltzan verloren hatte. Damit verdrängte sie Rast noch vom Podest.

Gegenüber SRF sagte Rast direkt nach dem Rennen: «Ich habe im 2. Lauf zu viele Fehler gemacht, das war nicht gut genug.» Dass sie mit einem vierten Platz nicht mehr zufrieden ist, beweist, wie stark die Walliserin in diesem Jahr fährt. «Ich weiss nicht, wie oft ich in diesem Winter schon Vierte war – ich glaube viermal. Irgendwann ist es mühsam.»

Sie sei nicht gut genug über dem Innenski positioniert gewesen, analysiert die 26-Jährige im Zielraum. Für genauere Erkenntnisse müsse sie den Lauf aber noch einmal im Video sehen.

Piller und Kasper erfüllen Olympia-Kriterien

Für ein weiteres Ausrufezeichen aus Schweizer Sicht sorgt Sue Piller mit dem 6. Rang. Damit holt sie sich das beste Ergebnis ihrer Karriere und mit ziemlich grosser Wahrscheinlichkeit einen Startplatz bei den Olympischen Spielen in Cortina.

Piller, die erst 20-Jährige, war ihrerseits auf der anderen Ende der Gefühlsskala. «Ich weiss gar nicht, was ich sagen soll. Es ist crazy. Ich bin einfach ‹voll Hahne› gefahren und habe versucht, so gerade wie möglich zu fahren – so, wie wir es in den letzten Tagen besprochen haben.»

Sue Piller überzeugt mit Rang 6 und schreit ihre Freude heraus.
Bild: AP

Nach dem ersten Lauf war sie bereits Neunte und damit so weit vorne klassiert wie noch nie bei Halbzeit. Dann stellte sie im 2. Lauf die neue Bestzeit auf. Was ging ihr durch den Kopf, als sie über die Ziellinie fuhr und sah, dass sie die Führung übernahm? «Ich wollte in den vergangenen Rennen schon auf dem Leaderstuhl Platz nehmen. Und als ich dann ‹Grün› gesehen habe, dachte ich, das könne ja kaum sein.»

Dass sie die Olympiakriterien erfüllt hat, kann sie ebenfalls kaum glauben. Sie dachte, sie könne sich vielleicht «reinschleichen», weil noch Startplätze vergeben werden können, sagt die 20-jährige Berner Oberländerin. «Dass ich die Kriterien erfüllt habe, ist crazy. Das heisst wohl, dass ich an die Olympischen Spiele gehen kann.»

Vanessa Kasper wird Elfte und erfüllt dank ihrer zweiten Klassierung in den Top 15 diesen Winter die Olympia-Selektionskriterien ebenfalls. Gleichwohl war sie nicht zufrieden mit ihrer Fahrt. «Es war von oben bis unten eine Katastrophe, oh mein Gott», sagte sie ins Mikrofon des Schweizer Fernsehens.

Vanessa Kasper darf ebenfalls auf einen Olympia-Startplatz hoffen.
Bild: Keystone

Am Sonntag steht dann ein Slalom an. Dort gehört Camille Rast wiederum zu den Anwärterinnen auf den Sieg. Der 1. Lauf beginnt um 9.30 Uhr. Diesen können Sie ebenfalls bei uns verfolgen.

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