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Ski alpin

Julia Scheib knapp vor Camille Rast – Wendy Holdener nicht für 2. Lauf qualifiziert

Julia Scheib gewinnt den Riesenslalom von Kronplatz. Camille Rast  wird Zweite. Im Fokus steht allerdings Federica Brignone. Die Italienerin ist nach langer Verletzungspause zurück. Wendy Holdener aus dem Ybrig hatte einen schlechten Tag erwischt.
Siegerin Julia Scheib (Mitte) flankiert von Rast (links) und Hector.
Bild: Marco Trovati

Camille Rast beweist ein weiteres Mal ihre tolle Form. Nach dem Sieg vor knapp zwei Wochen beim Riesenslalom von Kranjska Gora fährt sie in Kronplatz auf den zweiten Platz. Geschlagen wird sie nur von der Österreicherin Julia Scheib. Saisondominatorin Scheib gewinnt bereits zum vierten Mal. «Ich wusste, ich musste attackieren, es sind so viele Konkurrentinnen so stark», sagt Scheib zu SRF nach ihrem Sieg. Hinter Scheib und Rast klassiert sich die Schwedin Sara Hector auf Rang 3.

Rang 2, Rang 1, Rang 2: Camille Rast ist kurz vor Olympia in grosser Form.
Bild: Imago

Rast darf sehr zufrieden sein. Die 26-jährige befindet sich drei Wochen vor den Olympischen Spielen in grosser Form. Rang 2, Rang 1, Rang 2 – so lauten ihre Ergebnisse in den letzten drei Riesenslaloms. Das ist herausragend. Sie sagt: «Ich bin wirklich zufrieden. Vielleicht war ich im ersten Durchgang etwas zu nett. Aber es war ein gutes Rennen.» Und weiter: «Die viele Arbeit hat sich sehr gelohnt. Nun gilt es, mich weiter zu verbessern. Es darf dann wieder hochgehen.» Am Wochenende geht es für die Technikerinnen in Spindlermühle weiter mit einem Riesenslalom und einem Slalom.

Brignone zurück nach 292 Tagen

Die grosse Geschichte des Tages ist indes das Comeback von Federica Brignone. Die 35-jährige Italienerin ist nach 292 Tagen zurück im Weltcup. Ende der letzten Saison zog sie sich bei einem schlimmen Sturz einen doppelten Beinbruch und einen Kreuzbandriss zu. Jetzt fährt sie wieder Rennen.

Was Brignone am Kronplatz zeigt, ist schlicht herausragend. Sie geht ohne Angst ins Rennen. Zeigt bereits einige Risikobereitschaft. Am Ende holt Brignone den 6. Rang – wobei dieser natürlich nicht im Vordergrund steht. «Egal, was am Ende hier steht, es ist für mich ein grosser persönlicher Erfolg, am Start zu stehen», sagte sie im Vorfeld.

Bild: AP

Nach dem Rennen ist Brignone überglücklich. «Es war ein Tag voller Emotionen», sagt sie zu SRF. «Ich wusste nicht, wo ich stehe. Es fühlte sich an, als wäre alles neu.» Schmerzen verspürte sie danke des Adrenalins indes keine.

Brignones grosses Ziel sind die Olympischen Spiele zu Hause. Ob sie sich den Medaillen-Traum erfüllen kann, ist kaum abzuschätzen. Ganz unrealistisch ist es allerdings nicht. Ihr erster Saisoneinsatz hat jedenfalls sogar die höchsten Erwartungen übertroffen. 1,23 Sekunden Rückstand hat sie am Ende auf Siegerin Scheib.

Zwei weitere Schweizerinnen überzeugen

Im Schatten der Besten überzeugten zwei weitere Schweizerinnen. Da ist einerseits Dania Allenbach. Die 18-jährige Bernerin qualifiziert sich gerade noch für den zweiten Lauf. Dort zeigt sie, wie viel Talent in ihr steckt. Gerade im Steilhang zieht sie einige wunderbare Schwünge in den Schnee. Es ist ein erfrischender Auftritt, der ganz viel Lust macht auf die Zukunft. Rang 22 steht am Ende. Allenbach holt damit zum zweiten Mal Punkte im zweiten Weltcup-Einsatz. Sie sagt nach dem Rennen zu SRF: «Ich habe einfach Vollgas gegeben. Es ist Weltcup, da musst du Vollgas geben, sonst kommst du nirgends hin.» Wer weiss, vielleicht erleben wir gerade die Anfänge der nächsten Schweizer Siegfahrerin.

Erfrischender Auftritt: Dania Allenbach.
Bild: AP

Viel zu jubeln hat auch Vanessa Kasper. Die Engadinerin holt ihr bestes Resultat im Weltcup überhaupt. Rang 14 ist gleichbedeutend mit der halben Olympia-Qualifikation. Sollte sie am Wochenende in Spindlermühle noch einmal überzeugen, winkt der Start in Cortina. Sie sagt im Anschluss: «Ich kann noch nicht ganz fassen, was mir gelungen ist. Ich spürte schon, es geht schnell vorwärts. Als ich dann im Ziel sah, dass ich vorne lag, war das eine grosse Erleichterung. Endlich einmal zwei gute Läufe.» Ihr Rezept dafür? «Zuletzt dachte ich manchmal: Jetzt ist mir alles egal. Als es im Training nicht gut lief. Offenbar muss ich einfach aufhören zu denken und einfach skifahren. Dann kommt es gut.»

Bestes Ergebnis ihrer Karriere: Vanessa Kasper.
Bild: Keystone

Ebenfalls Weltcup-Punkte holte sich Sue Piller als 27. Eine grosse Enttäuschung setzte es hingegen für Wendy Holdener ab. Sie konnte sich nicht für den zweiten Lauf qualifizieren, verlor als 37. mehr als vier Sekunden auf die Halbzeitführende Hector.

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