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Wie auf dem Pausenplatz: Davoser Wende vom 0:3 zum 5:4 nach Verlängerung

Der HC Davos erspielt sich den ersten Meisterpuck. Nach dem Sieg in der Verlängerung des fünften Spiels kann der Rekordmeister am Dienstag in Freiburg den Titel holen. Adam Tambellini trifft in der Verlängerung – doch die grosse Figur ist ein anderer.

Was für ein banales Ende eines Dramas: Nathan Marchon befördert die Scheibe übers Plexiglas. Zwei Minuten und Adam Tambellini trifft gleich zu Beginn der Verlängerung zum 5:4 (62:26 Minuten). Nun steht die Serie 3:2 für die Bündner – und mit einem Sieg am Dienstag in Freiburg kann der HC Davos Meister werden.

Die Davoser gewinnen ein wildes Spektakel, bei dem sich zwischenzeitlich die taktische Ordnung aufgelöst hatte und «Pausenplatz-Hockey» im besten Wortsinn gespielt wurde: Noch am Freitag ist es dem HC Davos gelungen, das gegnerische Spiel zu «blockieren» und in Freiburg 1:0 zu gewinnen. Der vierte Auswärtssieg im vierten Finalspiel und der bisherige Höhepunkt eines von Intensität, Disziplin und Taktik geprägten Finals.

Und nun ist aus hochklassigem Systemhockey «Pausenplatz-Hockey» geworden, das mit dem ersten Heimsieg in diesem Final endete. Vor allem in den ersten zwei Dritteln geprägt von Risiko, taktischem Leichtsinn, Kreativität – und Fehlern. Eine Prise Müdigkeit – das fünfte Spiel in zwölf Tagen! – dürfte eine Rolle spielen. Und wohl auch ein gewisser Leichtsinn nach der 3:0-Führung bei Gottéron, der umgekehrt eine wilde Entschlossenheit und einen Sturmlauf bei den Davosern provoziert.

Sieg nach Verlängerung: Den Davosern fehlt noch ein Erfolg zum Meistertitel. (Davos, 26.04.2026)
Bild: Claudio Thoma/Keystone

Davos-Keeper Aeschlimann: erst ein Bock, dann hält er alles

Es ist halt, wie es ist: Je wilder und unberechenbarer das Spiel, desto wichtiger die Rolle der Torhüter, die in diesem fünften Spiel so viele Schüsse zu parieren hatten wie noch nie (40:32 Torschüsse). Am Ende ist HCD-Goalie Sandro Aeschlimann gleich ein doppelter Held. Er ermöglicht seinen Vordermännern den Sieg, indem er sie mit mehreren Glanzparaden in der Schlussphase der regulären Spielzeit in die Verlängerung rettet.

Nachdem er mit dem haltbarsten Treffer dieser ganzen Finalserie Gottéron zurück ins Spiel gebracht hat: Gottéron hat eine 3:0-Führung preisgegeben, ist 3:4 in Rückstand geraten und war zutiefst verunsichert. In der kritischsten Phase des Spiels lässt Sandro Aeschlimann kurz vor der Pause (nach 36:31 Minuten) den von Lucas Wallmark auf die Reise geschickten Puck zwischen den Schonern zum 4:4 durchrutschen.

Dieses Missgeschick wegzustecken und von nun an jede Scheibe abzuwehren – das ist ganz einfach grandios.

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