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Olympische Spiele

Eine weitere Schweizer Medaille ist fix: Das Curling-Team der Frauen steht im Olympia-Final

Die Schweizer Curlerinnen werden im Halbfinal ihrer Favoritenrolle gerecht. Zum ersten Mal seit 20 Jahren steht das Frauen-Team damit wieder im Endspiel und darf weiter von Olympia-Gold träumen.
Silvana Tirinzoni und ihr Team stehen im Olympia-Final.
Bild: AP

Plötzlich haben die USA doch noch die Chance, die Schweiz – wie schon in den Gruppenspielen – in Bedrängnis zu bringen. Mit dem letzten Stein im 9. End können die Amerikanerinnen den Spielstand auf 5:5 ausgleichen. Doch der Plan misslingt und es gibt nur das 4:5 aus Sicht des Aussenseiters.

Die Schweizerinnen mit Silvana Tirinzoni, Alina Pätz, Carole Howald und Selina Witschonke haben im letzten End dieses Olympia-Halbfinals auch den letzten Stein – und eben die Führung im Rücken.

Diese lassen sie sich nicht mehr nehmen und sichern sich die lang ersehnte Medaille am grössten Wintersportanlass, den es gibt. Dank eines genialen letzten Steins von Alina Pätz (siehe Video (SRF) unten) schreiben die Schweizerinnen noch einmal ein Zweierhaus. 7:4 lautet das Endergebnis.

Endlich die erste Olympia-Medaille für die Überfliegerinnen

Die Schweizer Curlerinnen stehen damit zum ersten Mal seit den Olympischen Spielen 2006, die ebenfalls in Italien stattgefunden haben, im Final. Damals, wie auch 2002, gab es Silber. Tirinzoni und Co. jagen also die erste Goldmedaille eines Schweizer Frauenteams überhaupt. Dort treffen sie am Sonntag auf Schweden. Im kleinen Final spielen die USA und Kanada gegeneinander.

Grosse Freude über den Sieg bei Silvana Tirinzoni, Carole Howald, Alina Paetz und Selina Witschonke.
Bild: Keystone

Obwohl der Final noch nicht gespielt ist, lässt sich schon jetzt sagen: Dieser Sieg ist eine grosse Genugtuung für die Schweizerinnen. Viermal gewann dieses Team schon die Weltmeisterschaft, zweimal heimste es den EM-Titel ein. Doch an den Olympischen Spielen, bei den es 2018 und 2022 teilgenommen hat, blieben die Medaillen jeweils aus. Jetzt haben die Spielerinnen vom CC Aarau den Spiess umgedreht.

Im Interview mit dem Schweizer Fernsehen sagte Tirinzoni nach der Partie: «In meiner Karriere habe ich viele besondere Momente erleben dürfen, aber dieser ist sicher ganz zuoberst.» Man sei nicht nur für diese Partie bereit gewesen, sondern für die Olympischen Spiele als Ganzes, sagt Tirinzoni weiter. «Dass wir unsere Leistung in dieser wichtigen Partie abrufen konnten, macht mich stolz.»

Sie sagt, von aussen möge es gewirkt haben, als seien sie und ihre Teamkolleginnen immer ruhig gewesen, aber sie seien durchaus nervös gewesen. «Ich bin zwar schon alt, wurde aber während des Spiels nochmals ein paar Jahre älter. Es war nervenaufreibend», scherzt die 46-Jährige und fügt an, dass es gegen den Schluss des letzten Ends nicht besonders gut ausgesehen habe für sie und ihr Team.

Auf den Final vorausblickend sagte Alina Pätz, die jeweils die letzten beiden Schweizer Steine spielt, dass man Lust auf mehr habe: «Wir sind so weit gekommen, jetzt wollen wir uns auch die Goldmedaille holen.»

Alina Pätz stellte ihre Klasse erneut unter Beweis.
Bild: Keystone

Für die Schweizer Olympia-Delegation ist dieser Freitag ein wahrer Freudentag. Nach den Silbermedaillen von Fanny Smith im Skicross und der ebenfalls silbernen Auszeichnung von Noé Roth im Ski-Aerials hat man den Rekord von 15 Medaillen bei den Spielen in Peking 2022 bereits gebrochen.

Die Curlerinnen sind für Edelmetall Nummer 17 verantwortlich. Zudem spielt das Männer-Team der Curler heute Abend gegen Norwegen um Olympia-Bronze.

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