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Olympische Spiele 2026

23 Medaillen – die besten Schweizer Spiele der Geschichte

Die Medaillen-Ausbeute an den Olympischen Spielen ist imposant – und erfreulich heterogen.

18, 19, 20, 21? 22? Nein, sogar 23! Am Wochenende, zum Abschluss der Olympischen Winterspiele, regnete es noch einmal Schweizer Medaillen. Es gehörten überraschende Erfolge dazu, wie der Bronzelauf des Viererbob-Teams um Michael Vogt. Oder sensationelle, wie jener der Langläuferin Nadja Kälin, die über 50 km Bronze holte.

Sechs Mal Gold, neun Mal Silber, acht Mal Bronze: Jede einzelne Schweizer Medaille glänzt für sich. In jeder steckt viel Arbeit. Jede erzählt ihre Geschichten.

Eine grosse Geschichte erzählt auch die Medaillensammlung als Ganzes. Die Schweiz beendet die Spiele auf Rang acht, die 23 Auszeichnungen bedeuten Rekord. Der bisherige Bestwert lag bei 15, erreicht jeweils in Calgary 1988, Pyeongchang 2018 und Peking 2022. Wobei man – winziger Wermutstropfen – in der Zählart des Medaillenspiegels 2014 und 2022 noch besser dastand, als es je sieben Mal Gold gab.

Chef de Mission Ralph Stöckli hatte vor den Winterspielen keine Medaillen-Vorgabe gemacht. Er weiss: Zu vieles ist im Sport von Zufälligkeiten und von Messers Schneide abhängig. Die Erwartungen seien übertroffen worden, sagt er aber nun.

Besonders darf ihn und den Schweizer Sportfan freuen, dass sich die Medaillensammlung auf viele Sportarten verteilt. Wie 2022 holten die Alpinen wieder neun metallene Auszeichnungen, diesmal trug der «Rest» aber nicht nur sechs, sondern 14 Medaillen bei: Drei gab es bei den Nordischen, zwei im Curling, eine im Bob, fünf im Ski Freestyle, eine im Eishockey und zwei bei der Premiere der Tourenski-Rennen.

Die Wintersportnation lebt, da kann nichts die gute Stimmung trüben – höchstens der erstaunte Blick zum norwegischen Team, das 41 Medaillen mit nach Hause bringt.

Franjo von Allmen, Ski alpin (Abfahrt): Gold

Franjo von Allmen legte bei der Abfahrt in Bormio einen hervorragenden Lauf hin und gewann die Goldmedialle.
Bild: AP

Mit dem Abfahrtssieg in Bormio geht die erste Entscheidung an den Olympischen Spielen zugunsten der Schweiz aus. Für von Allmen ist der Triumph in der «Königsdisziplin» besonders bedeutsam: Es ist seine erste Olympia-Medaille – und dann gleich Gold.

Dank seines Erfolges reiht sich von Allmen als fünfter Schweizer Abfahrts-Olympiasieger ein. Vor ihm gewannen Bernhard Russi (1972), Pirmin Zurbriggen (1988), Didier Défago (2010) und Beat Feuz (2022).

Mathilde Gremaud, Ski Freestyle (Slopestyle): Gold

Eileen Gu, Mathilde Gremaud und Megan Oldham
Bild: AP

Am dritten Tag gibt es die zweite Medaille für die Schweizer Delegation. Dafür verantwortlich ist die 26-jährige Freiburgerin Mathilde Gremaud. Sie holt im Slopestyle die Goldmedaille und verteidigt ihren Titel von Peking.

Damit setzte sich Gremaud gegen die Chinesin Eileen Gu durch, die den zweiten Rang belegte. Da Gu im dritten Lauf gestürzt war, stand bereits vor Gremauds letztem Lauf fest, dass diese die Goldmedaille gewinnen würde.

Franjo von Allmen und Tanguy Nef, Ski alpin (Teamkombination Männer): Gold

Tanguy Nef und Franjo von Allmen gewinnen die Teamkombination bei den Männern.
Bild: Keystone

Kurz nach Mathilde Gremauds Triumph schlagen auch die Männer in der Teamkombination zu. Nach einem packenden Slalomlauf stehen gleich zwei Schweizer Teams auf dem Podest. Franjo von Allmen und Tanguy Nef sichern sich souverän die Goldmedaille. Nef zeigt eine entfesselte Fahrt, nachdem von Allmen in der Abfahrt «nur» auf Zwischenrang vier gefahren war. Von Allem ist damit Doppel-Olympiasieger. Kein Schweizer Mann hat dies vor ihm an Olympischen Winterspielen erreicht.

Marco Odermatt und Loïc Meillard, Ski alpin (Teamkombination Männer): Silber

Loïc Meillard und Marco Odermatt holen sich in der Teamkombi Silber.
Bild: AP

Den zweiten Rang teilen sich Marco Odermatt und Loïc Meillard mit den Österreichern. Vincent Kriechmayr und Manuel Feller erzielen exakt die gleiche Zeit, wie die beiden Schweizer (+0.99).

Gregor Deschwanden, Skispringen Normalschanze: Bronze

Gregor Deschwanden (rechts) holt Bronze im Skispringen.
Bild: Freshfocus

Punktgleich mit dem Japaner Ren Nikaido holt der Innerschweizer Gregor Deschwanden sensationell die Bronzemedaille auf der Normalschanze. Nach dem ersten Durchgang lag Deschwanden auf Rang 4, ehe er sich mit Schanzenrekord noch aufs Podest verbesserte. Der 34-Jährige ist erst der dritte Schweizer Medaillengewinner im Skispringen nach Simon Ammann (2002 und 2010 je Doppel-Gold) und Walter Steiner (Silber 1972 in Sapporo).

Franjo von Allmen, Ski alpin (Super-G): Gold

Franjo von Allmen gewinnt erneut Olympia-Gold
Bild: Keystone

Was für unglaubliche Spiele für Franjo von Allmen! Es ist bereits die dritte Medaille für den 24-Jährigen. Im Super-G lässt er die gesamte Konkurrenz hinter sich und gewinnt sensationell Olympia-Gold, vor Ryan Cochran-Siegle und Landsmann Marco Odermatt. Damit ist er erst der vierte Athlet, der bei denselben Olympischen Spielen drei Goldmedaillen im alpinen Skisport gewinnt. Doch damit ist nicht genug: Von Allmen fährt damit den schnellsten Super-G in Bormio aller Zeiten und ist der erste männliche Super-G-Gewinner aus der Schweiz.

Marco Odermatt, Ski alpin (Super-G): Bronze

Marco Odermatt gewinnt die Bronzemedaille.
Bild: Keystone

Erneut reiht sich Marco Odermatt hinter von Allmen ein und gewinnt mit einem Rückstand von (+0.28) Sekunden die Bronzemedaille. Nach dem vierten Platz in der Abfahrt wollte Odermatt im Super-G voll angreifen – entsprechend zeigte er sich im Ziel etwas enttäuscht.

Am Samstag bietet sich dem 28-Jährigen im Riesenslalom noch die nächste Chance auf Olympia-Gold. Mit einem Sieg würde er mit einem kompletten Medaillensatz von den Olympischen Spielen abreisen.

Marco Odermatt, Ski alpin (Riesenslalom): Silber

Marco Odermatt freut sich über seine 3. Medaille in Bormio.
Bild: EPA

Es ist die dritte Medaille, die Marco Odermatt an diesen Spielen einheimst. Zum zweiten Mal hat sie die Farbe Silber. Im Riesenslalom handelt er sich im 1. Lauf fast eine Sekunde Rückstand auf den späteren Sieger Lucas Pinheiro Braathen ein. Dennoch ist er bei Halbzeit Zweiter. Und dies ist er auch am Schluss.

Loïc Meillard, Ski alpin (Riesenslalom): Bronze

Loïc Meillard bejubelt die Bronze-Medaille im Riesenslalom.
Bild: EPA

Zusammen mit Odermatt feierte Technik-Spezialist Loïc Meillard zu Beginn der Woche schon die Silber-Medaille in der Teamkombination. Nun kommt nach seinem zweiten Einsatz eine zweite Medaille dazu, diesmal die bronzene. Auch er hat bei Halbzeit einen grossen Rückstand auf Braathen, rund 1,5 Sekunden, ist aber da schon Dritter. Er bringt einen sauberen Lauf ins Ziel und darf jubeln.

Loïc Meillard, Ski alpin (Slalom): Gold

Loïc Meillard gewinnt Olympia-Gold im Slalom.
Bild: Keystone

Nach Bronze im Riesenslalom und Silber in der Team-Kombination gewinnt Loïc Meillard nun auch den Slalom und sichert sich damit seine dritte Medaille in Bormio. Für den 29-jährigen Westschweizer ist es der grösste Erfolg seiner Karriere: Er darf sich nun nicht mehr «nur» Weltmeister, sondern auch Olympiasieger nennen.

Nach dem ersten Lauf hatte Meillard noch hinter dem Norweger Atle Lie McGrath gelegen. Doch im zweiten Durchgang schied McGrath aus und sorgte damit für den Schweizer Slalomsieg.

Nadine Fähndrich und Nadja Kälin, Langlauf (Teamsprint): Silber

Nadine Fähndrich (links) und Nadja Kälin strahlen mit der Silbermedaille um die Wette.
Bild: EPA

Im Langlauf-Teamsprint der Frauen brillieren Nadine Fähndrich und Nadja Kälin. Sie sichern sich sensationell Silber hinter Schweden. Besonders für Fähndrich wird dies eine grosse Genugtuung sein, hatte sie doch im Sprint grosse Ambitionen, musste aber schon im Viertelfinal die Segel streichen.

Nach den Tränen der Enttäuschung gab es an diesem Mittwochmittag Tränen der Freude, welche Nadine Fähndrich im Ziel begleiteten.

Camille Rast, Ski alpin (Slalom): Silber

Camille Rast gewinnt beim Slalom in Cortina die Silbermedaille.
Bild: Keystone

Die Schweizer Skifahrerinnen holen an den Olympischen Spielen doch noch eine Medaille. Camille Rast wird beim letzten Rennen der Alpinen hinter einer überragenden Mikaela Shiffrin Zweite und gewinnt die Silbermedaille. Dass sie den Slalomhang im Vorhinein des Rennens als nicht-olympiawürdig bezeichnete, wird sie nicht daran hindern, sich über das gewonnene Edelmetall zu freuen.

Marianne Fatton, Ski Mountaineering Sprint: Gold

Marianne Fatton ist die erste Olympiasiegerin im Ski Mountaineering überhaupt.
Bild: Keystone

Marianne Fatton gewinnt als erste Athletin in der Geschichte der Olympischen Spiele die Goldmedaille im Ski Mountaineering. Die bereits zweifache Weltmeisterin im Sprint setzt sich vor der eigentlichen Favoritin Emily Harrop aus Frankreich und der Spanierin Ana Alonso Rodriguez durch.

Frauen-Nationalmannschaft Eishockey: Bronze

Die Eishockey-Nati der Frauen bezwingt in einem nervenaufreibenden Spiel um Bronze Schweden mit 2:1 nach Verlängerung. Alina Müller gelang nach einer schönen Kombination mit Ivana Wey der entscheidende Treffer, der alle Dämme brechen liess. Es ist die erste Medaille für ein Eishockey-Nationalteam seit den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi. Damals holte das Frauen-Team ebenfalls Bronze.

Die Schweizer Eishockey-Nati freut sich über die Bronzemedaille.
Bild: Keystone

Fanny Smith, Skicross: Silber

Die Waadtländerin Fanny Smith gewinnt in einem äusserst spannenden Final die Silber-Medaille. Die 33-Jährige muss sich nur von der deutschen Daniela Maier geschlagen geben. Sandra Naeslund aus Schweden gewinnt Bronze.

Riesige Freude bei Fanny Smith über Olympia-Silber.
Bild: Keystone

Bereits 2018 in Pyeongchang und 2022 in Peking sicherte sich Fanny Smith eine Medaille – damals gewann sie Bronze. Dieses Jahr stand jedoch lange ein Fragezeichen hinter der 33-jährigen Waadtländerin, zuletzt kämpfte sie mit Entzündungen der Rückenmuskulatur. Daher ist der Medaillengewinn umso beachtlicher.

Noé Roth, Ski Aerials: Silber

Es ist ein neuer Rekord. Mit der zweiten Medaille des Tages steht die Schweizer Delegation bei 16 mal Edelmetall an diesen Olympischen Spielen. So viele gab es noch nie. Geholt hat diese Medaille Noé Roth (25) im Ski Aerials.

Noé Roth gewinnt Silber.
Bild: EPA

In einem äusserst hochstehenden Superfinal zeigte Roth eine entfesselte Leistung und sicherte sich mit dem entscheidenden Sprung die Silbermedaille. Roth und den Goldmedaillengewinner, Wang Xindi, aus China trennen gerade einmal 1,02 Punkte.

Team Schwaller, Curling Männer: Bronze

Yannick Schwaller, Sven Michel, Benoit Schwarz-van Berkel und Pablo Lachat-Couchepin gewinnen für die Schweiz Bronze im Curling.
Bild: Keystone

Für die Schweizer Männer ist die Medaillenfarbe an diesem Freitag bereits gewiss. Sie gewinnen Bronze, nachdem sie zwar die Gruppenphase mit neun Siegen in neun Spielen dominiert, danach aber den Halbfinal gegen Grossbritannien mit 5:8 verloren haben. Im Spiel um Platz 3 lassen Yannick Schwaller, Benoît Schwarz-van Berkel, Sven Michel und Pablo Lachat-Couchepin den Norwegern keine Chance.

Noé Roth, Pirmin Werner und Lina Kozomara, Ski Aerials Mixed: Silber

Noé Roth, Pirmin Werner und Lina Kozomara holen die Silbermedaille im Ski Aerials Mixed.
Bild: EPA

Der Innerschweizer Noé Roth doppelt im Ski-Aerials-Mixed-Wettbewerb an. Nach der Silbermedaille im Einzel einen Tag zuvor, holt er gemeinsam mit Pirmin Werner und Lina Kozomara die nächste Silbermedaille. Zuerst zitterten sich die Schweizer in die finale Runde.

Dort stürzte Kozomara in beiden ihren Sprüngen und die Medaillenchancen wurden immer kleiner. Doch Werner und Roth holten den Rückstand aber sensationell auf. Weil auch ihre Konkurrenten patzten und vor allem China mit mehreren Stürzen überraschte, war die nächste Schweizer Medaille Tatsache.

Alex Fiva, Skicross: Bronze

Der Bündner Skicrosser Alex Fiva holt Bronze.
Bild: Keystone

Der 40-jährige Skicrosser Alex Fiva überzeugt auch an diesen Olympischen Spielen. Nach seiner Silbermedaille in Peking holt er nun die Bronzemedaille in Livigno. Im Viertelfinal drohte Fiva noch auszuscheiden, kämpfte sich aber vom letzten Rang zurück und fuhr als Erster über die Linie.

Im Halbfinal schied Titelverteidiger Ryan Regez aus und Fiva zog als einziger Schweizer in den Final. Dort zeigte der Bündner Routinier sein Können und holte im Fotofinish die Bronzemedaille. Für die Silbermedaille fehlten nur wenige Hundertstel.

Marianne Fatton und Jon Kistler, Ski Mountaineering Teamstaffel: Silber

Holen Silver in der Teamstaffel beim Ski Mountaineering: Jon Kistler und Marianne Fatton.
Bild: EPA

Dank dem zweiten Platz von Marianne Fatton und Jon Kistler in der Ski Mountaineering Teamstaffel holt die Schweiz die 20. Medaille an diesen Olympischen Spielen. Fatton kürte sich erst Tage zuvor im Sprint zur Olympiasiegerin. In der Staffel musste sie sich gemeinsam mit Jon Kistler nur dem französischen Duo geschlagen geben. Ski Mountaineering wurde dieses Jahr als olympische Disziplin aufgenommen.

Team Tirinzoni, Curling Frauen: Silber

Silvana Tirinzoni, Selina Witschonke, Alina Pätz, Carole Howald und Stefanie Berset gewinnen Silber. Sie verlieren das Goldspiel gegen Schweden 5:6.

Die Silber-Medaillen-Gewinnerinnen im Curling (von links): Silvana Tirinzoni, Selina Witschonke, Alina Pätz, Carole Howald und Stefanie Berset.
Bild: Keystone

Nadja Kälin, Langlauf 50 km, Frauen: Silber

Nach Silber im Teamsprint läuft die Engadinerin Nadja Kälin im 50-km-Lauf zu Rang drei und schafft damit Historisches. Noch nie zuvor hatte eine Schweizer Langläuferin eine Medaille in einem Einzelrennen gewonnen. Im Schlussaufstieg lässt sie Diggins und Co. stehen. Nur die Schwedin Ebba Andersson und die Norwegerin Heidi Weng sind schneller.

Ein historisches Bild: Erstmals in der 74-jährigen Geschichte des olympischen Frauenlanglaufs steht eine Schweizerin auf dem Podest. Nadja Kälin mit der Schwedein Ebba Anderson und der Norwegerin Heidi Weng.
Bild: Freshfocus

Viererbob, Männer: Bronze

Der Schweizer Viererbob mit Michael Vogt, Andreas Haas, Amadou Ndiaye und Mario Aeberhard holt Bronze. Gold und Silber gehen an zwei deutsche Schlitten.

Michael Vogt, Andreas Haas, Amadou Ndiaye und Mario Aeberhard (von links) bei der Siegerehrung in Cortina.
Bild: EPA

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