
Alles kann passieren in einer Langlaufstaffel, heisst es. An diesem regnerischen Tag in Tesero rechnete aber niemand mit einer Überraschung.
Zu souverän sind die Schwedinnen derzeit unterwegs, die sich in Tesero bisher acht von neun möglichen Langlaufmedaillen gesichert hatten. Doch niemand hatte mit schwedischem Slapstick gerechnet: Ebba Anderson auf der zweiten Ablösung zog einen sehr schlechten Tag ein, wirkte in ihren Bewegungen hektisch, stürzte schon früh und gab die Führung ab.
Doch es kam noch schlimmer: Auf einer Abfahrt legte sie einen regelrechten Purzelbaum in den knöcheltiefen Schnee und verlor einen Ski, die Bindung war abgerissen. Des Slapstick aber nicht genug: Der schwedische Betreuer, der mit einem neuen Ski zu Anderson rannte, stürzte ebenfalls. So ging Frida Karlsson mit fast eineinhalb Minuten Rückstand auf die Strecke.
Jüngere Kälin-Schwester kann Top-Leistung nicht kopieren
Die Schweizer Langlaufstaffel schien kurzzeitig von dieser Situation profitieren zu können. Es zeichnete sich eine Medaillenchance ab, als Nadja Kälin in einer sehr starken Ablösung die im Schnee liegende Schwedin überholte und sogar auf die zweitplatzierte Finnin Kerttu Niskanen Zeit gut machte.

Sie übergab an ihre Schwester Marina, dies hinter Norwegen und nur knapp hinter Finnland. Die Bündnerin konnte die hervorragende Leistung von Nadja Kälin nicht kopieren, musste die Finnin Vilma Ryyty ziehen lassen und übergab als Siebte an Fähndrich. Diese versuchte, mit der US-Amerikanerin Jessica Diggins mitzulaufen. «Ich wusste: Wenn es eine schafft, noch zu den Medaillenrängen aufzuschliessen, dann sie.» Ihre Befürchtung, dass diese Pace zu hoch sein würde, bewahrheitete sich. «Ich dachte mir: Ob wir vierte oder achte werden, ist egal - ich gehe das Risiko ein.» Sie lief schliesslich auf dem siebten Rang ins Ziel, noch hinter Deutschland, den USA und Italien.
Die Probleme der Schwedinnen bekam sie nur am Rande mit. «Es ist spannend zu sehen: In der Staffel zu reüssieren, ist nicht einfach. Die Schwedinnen sind seit Jahren die Favoritinnen, haben es aber nur vor einem Jahr an der WM zu Gold geschafft.»
Trotz des schwedischen Malheurs: Die Topfavoritinnen mit Schlussläuferin Jonna Sundling landeten hinter Norwegen auf Rang zwei, die Finninnen feierten überschwänglich die Bronzemedaille.
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