
Die 18. Schweizer Medaille an den Olympischen Spielen 2026 in Mailand/Cortina ist im Trockenen. Das Curling-Team der Männer gewinnt die Bronzemedaille. Gegen Norwegen feiern sie einen ungefährdeten 9:1-Sieg. «Die Freude ist gross, wirklich gross, ich bin so glücklich, dass wir mit einer Medaille abschliessen konnten. Wir haben vier Jahre so hart gearbeitet», sagt Skip Yannick Schwaller.
Bereits im zweiten End schreiben die Schweizer ein erstes Dreierhaus, danach gelingt es ihnen sogar, einen Stein zu stehlen. Erst im 5. End gelingt es den Norwegern, einen ersten Punkt zu verbuchen. Aber eben nur einen. Dass sie das 4:1 aus ihrer Sicht hinnehmen müssen, beunruhigt Schwaller und seine Teamkollegen Benoît Schwarz-van Berkel, Sven Michel und Pablo Lachat-Couchepin nicht sonderlich.

Den letzten Stein spielten die Norweger derweil stilvoll (siehe Video (SRF) unten). Und obwohl der Stein im Haus landete und am besten platziert war, zählte er wegen einer Berührung nicht. So kam das Schlussresultat zustande. Die Norweger gaben nach dem 9. End auf. So deutlich hat die Schweiz noch nie ein Bronzespiel gewonnen.
Bittere Halbfinal-Pleite gegen starke Briten
Dass sie nicht im Final stand, war bitter, denn die Gruppenphase war perfekt. Neun Spiele und ebenso viele Siege tütete das Schweizer Team um Skip Yannick Schwaller (30) ein.
Zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt, im Halbfinal, kassierte es dann am Donnerstagabend die erste Niederlage. Die Schweiz unterlag Grossbritannien mit 5:8. Ein Zweierhaus der Briten, die an 1. Stelle in der Weltrangliste liegen, besiegelte diese hochstehende Partie.
Die Niederlage vergass Schwaller auch im Moment des Bronzegewinns nicht: «Natürlich sind die Gefühle heute auch ein bisschen gemischt. Wir waren gestern Millimeter davon entfernt, in den Olympia-Final einzuziehen.» Schlecht geschlafen habe er nach der Niederlage, sagt Schwaller. «Mein Sleep Score war nicht so gut.» Mit einem Lächeln fügte er hinzu: «Der Sleep Score wird wohl auch heute nicht so gut sein.»
Die Norweger ihrerseits gingen entsprechend als Aussenseiter in dieses Bronze-Spiel. Und obschon früh klar wird, dass es hier wenig zu holen gibt und die Präzision teilweise fehlt, lachen die Skandinavier immer wieder. Sie zeigen, dass es schon ein Erfolg war, überhaupt eine solch bedeutende Partie absolvieren zu können.
Bereits Schwallers Vater und Onkel brachten Bronze nach Hause
Es ist die erste Medaille seit den Olympischen Spielen 2018 für die Schweizer Curler. Damals gab es ebenfalls die bronzene Auszeichnung. Auch 2010 gab es übrigens Bronze für die Schweizer Curler. Damals war Ralph Stöckli, der heutige Chef de Mission, noch Teil des Teams um Skip Markus Eggler. Seine Mannschaft verlor damals im Halbfinal gegen Norwegen.
2002 gewann die Schweiz ebenfalls Bronze. Damals gehörten mit Christof und Andreas Schwaller der Vater und der Onkel des heutigen Skips zur Schweizer Mannschaft. Nachdem Yannick Schwaller mit seiner Ehefrau Briar in der Mixed-Konkurrenz eine Medaille verpasst hatte, konnte er sich nun den Traum vom Olympischen Edelmetall doch noch verwirklichen. Seine Ehefrau verdrückte derweil die eine oder andere Freudenträne auf der Tribüne.

1992 und 1998 holten die Schweizer Curler sogar Gold. Diese Chance haben aktuell auch die Frauen um Skip Silvana Tirinzoni, die am Freitagnachmittag dank eines Siegs über die USA in den Final vom Sonntag einzogen und der Schweiz die 17. Medaille in Mailand/Cortina sicherten. Zuvor hatten bereits Fanny Smith (Skicross) und Noé Roth (Ski-Aerials) je Silber in ihren Wettkämpfen geholt und damit einen äusserst erfolgreichen Schweizer Olympia-Tag lanciert.


Kommentare
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien, die Kommentare werden von uns moderiert.
Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben.