Überraschung

Sie wollen wissen, wer Weltmeister wird? Dieses Modell lag noch nie falsch

Ein Wirtschaftswissenschaftler sagte die letzten drei Weltmeister richtig voraus – und setzt nun auf einen überraschenden Sieger. Wer also auf den richtigen Weltmeister tippen will, sollte jetzt weiterlesen.
Captain Xhaka will den WM-Sieg.
Bild: Bilder: Keystone

Egal welchem Experten man die letzten Wochen zugehört hat, die Favoriten der bevorstehenden WM stehen fest: Frankreich (mit einem Wahnsinnskader und dem aktuellen Ballon-d'Or-Gewinner Dembélé sowie dessen vermeintlichen Nachfolger Olise), Argentinien (weil Weltmeister und Messi), Portugal (weil Wahnsinnskader und Ronaldo) und England (zwar Wahnsinnskader – aber wohl doch ewiger Zweiter).

Wer allerdings in einem Tippspiel glänzen möchte, der sollte das Modell von Joachim Klement kennen. Der Wirtschaftswissenschaftler und Investmentstratege hat mit seiner Berechnung die letzten drei Weltmeister richtig vorhergesagt – dabei wollte er ursprünglich genau das Gegenteil beweisen.

«Die Idee war, zu zeigen, dass Ökonomen eigentlich nicht unbedingt zuverlässig sind, was ihre Prognosen angeht. Und dann ist der schlimmste anzunehmende Unfall eingetreten, und Deutschland wurde 2014 tatsächlich Weltmeister», sagt Klement gegenüber dem «Focus». Und es wurde noch schlimmer: Sein Modell sagte auch Frankreich 2018 und Argentinien 2022 korrekt als Weltmeister voraus.

Das Modell basiert auf vier Faktoren: Bevölkerungsgrösse als Talentpool, die Verankerung des Fussballs in der Gesellschaft, das Klima als Voraussetzung für ganzjähriges Training und die Position in der Weltrangliste. Hinzu kommt ein gewisser Zufallsfaktor, um den Verrücktheiten des Sports Rechung zu tragen.

Wen das System jetzt allerdings als kommenden Weltmeister ausspuckte, überraschte selbst Klement: Das Land war noch nie Titelträger – und zählt für die wenigsten Experten zum Favoritenkreis. Es ist tatsächlich… die Niederlande.

«Ausgerechnet», sagt man da als Fussballfan. Sie haben es weder mit Johan Cruyffs legendärer «Totaalvoetbal»-Mannschaft 1974 geschafft noch später mit van Basten, Gullit oder Robben. Und nun soll es gelingen? Ohne echten Offensivstar?

So weit kommt die Schweizer Nati

Für die Schweizer Nati sieht das Modell leider kein langes Turnier vor. Zwar schlagen Xhaka und Co. im Sechzehntelfinal Ägypten, im Achtelfinal ist gegen den späteren Finalisten Portugal jedoch Schluss.

Doch noch darf jeder träumen, denn das Turnier startet erst am Donnerstag – und vielleicht ist es dieses Mal gut, nicht als künftiger Weltmeister zu gelten. Denn Klement wünscht sich eine Fehlprognose, wie er dem  «Spiegel» vor wenigen Tagen gestand. «Vielleicht habe ich, wenn auch unbewusst, diesmal eine so unwahrscheinlich klingende Variante ausgewählt, um mir selbst zu beweisen, dass ich irgendwann doch falsch liege». (yno)

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