Bundesliga

Spektakel bei Lustrinellis Bundesliga-Debüt – Aufsteiger Elversberg schockt Leverkusen

Thuns Meistertrainer Mauro Lustrinelli steht seit dieser Saison bei Union Berlin an der Seitenlinie. Gegen Frankfurt reicht es dank zwei späten Treffern zu einem 3:3.

Anlaufschwierigkeiten in der neuen Saison? Keineswegs! Beim Bundesliga-Debüt von Mauro Lustrinelli eröffnete Emmanuel Latte Lath bereits in der 3. Minute das Skore für Union Berlin. Der Ivorer, der diesen Sommer leihweise von Atlanta United nach Berlin gewechselt war, köpfte nach einer Ecke ein und verpasste Frankfurts neuer Nummer 1, Noah Atubolu, damit dessen ersten Gegentreffer im Tor der Hessen.

Doch lange konnte sich Lustrinelli nicht über den frühen Führungstreffer freuen. Younes Ebnoutalib traf nach einer Ecke in der 10. Minute zum Ausgleich. Was dann folgte, konnte Lustrinelli nicht gefallen: Nach dem Anstoss der Union verlor Innenverteidiger Leopold Querfeld bei der Ballannahme zu viel Zeit. Ebnoutalib setzte ihn unter Druck, eroberte den Ball und lief anschliessend alleine auf Union-Goalie Matheo Raab zu. Gegen den Abschluss des Frankfurters war Raab chancenlos.

Die zwei schnellen Gegentreffer brachten Union aus dem Tritt. Erst in der 40. Minute kamen die Gastgeber wieder zu einer guten Chance, als der Schweizer Nati-Spieler Michel Aebischer – der vor zehn Tagen nach Berlin wechselte – eine Hereingabe in der Mitte knapp verpasste. Auch zu Beginn des zweiten Durchgangs hatte Union zu kämpfen. In der 67. Minute war es erneut Frankfurts Ebnoutalib, der für Gefahr sorgte: Der 22- Jährige bekam einen Abpraller vor die Füsse und vollendete zum ersten Hattrick seiner Bundesliga-Karriere.

Lustrinellis Mannen versuchten daraufhin alles, um nochmal heranzukommen. Wieder war es eine Ecke, die zum Erfolg führte. Zwar konnte Atubolu zunächst zwei Torschüsse bravourös abwehren, der dritte war jedoch einer zu viel. Diesmal war es Querfeld, der per Kopf traf und somit seinen Fehler beim 1:2 wiedergutmachte. In der Nachspielzeit sorgte Tim Skarke schliesslich für Berliner Jubelstürme. Der Joker traf in der 93. Minute zum 3:3-Ausgleich, bei dem es dann auch blieb.

Dank dieser späten Aufholjagd durfte sich Lustrinelli letztlich doch noch über ein gelungenes Bundesliga-Debüt freuen. Das Comeback sei «schon geil. Wir haben wirklich grosses Herz und eine grosse Mentalität gezeigt», sagte Thuns Meistertrainer aus der vergangenen Saison. Auf der Gegenseite stand übrigens mit Ex-YB-Trainer Adi Hütter ebenfalls ein bekanntes Gesicht an der Seitenlinie. Der Österreicher steht seit diesem Sommer wieder bei der Eintracht unter Vertrag.

Aufsteiger Elversberg schockt Bayer Leverkusen

Für die grösste Überraschung der ersten Spielrunde sorgte der Aufsteiger SV Elversberg gegen Bayer Leverkusen. Der aus der 13'000 Einwohner zählenden Gemeinde Spiesen-Elversberg stammende Verein befindet sich seit 2022 mit drei Aufstiegen auf der Überholspur. Elversberg-Trainer Vincent Wagner verglich jüngst den Aufstieg seiner Mannschaft in die 1. Bundesliga mit der Mondlandung und der Klassenerhalt «wäre wie die Reise zum Mars».

Besser hätte der Weg zu einer zweiten Saison im deutschen Oberhaus nicht starten können. Gerade einmal neun Minuten benötigte Elversberg für seine ersten beiden Treffer in der höchsten deutschen Liga. Lukas Petkov (8. Minute) und Rekordeinkauf Cole Campbell sorgten für die frühe Zwei-Tore-Führung. Nie zuvor hatte ein Erstliga-Neuling so rasch zwei Bundesliga-Tore erzielt. Auch in der zweiten Halbzeit erwischten die Elversberger einen Blitzstart: Nur 30 Sekunden nach dem Wiederanpfiff fiel das 3:0 durch David Mokwa. Zwei späte Leverkusen-Tore von Patrik Schick und Christian Kofane waren schliesslich nicht mehr als Resultatkosmetik.

Fischers Mainz mit Remis, Vogt vor Wechsel

Wie Lustrinelli startete auch der zweite Schweizer Bundesliga-Trainer, Urs Fischer, mit einem Punkt in die neue Ligasaison. Seine Mainzer kamen zuhause gegen Aufsteiger Paderborn nicht über ein torloses Remis hinaus. Silvan Widmer kam in der Schlussviertelstunde für die Gastgeber zum Einsatz.

Keine Mühe bekundete der RB Leipzig. Die Leipziger kamen gegen Borussia Mönchengladbach zu einem komfortablen 3:0-Heimsieg. Auch der 1. FC Köln konnte zum Auftakt drei Punkte einfahren. Die Kölner gewannen zuhause mit 3:2 gegen Hoffenheim. Keine Spielminuten bei den Gästen erhielt dabei der im Sommer von St. Gallen zu Hoffenheim gewechselte Alessandro Vogt. Der 21-jährige Schweizer Stürmer steht dem Vernehmen nach vor einem leihweisen Wechsel.

BVB-Youngster trifft und verletzt sich

Im Abendspiel gelang Dortmund mit dem Schweizer Nati-Goalie Gregor Kobel ein 2:0-Heimsieg gegen den HSV. Serhou Guirassy (9. Minute) und Neuzugang Giannis Konstantelias (45. Minute) brachten den BVB schon in der ersten Halbzeit auf die Siegerstrasse. Nach der Pause musste Konstantelias verletzt vom Platz. Sein Ersatz, der italienische Youngster Samuel Inacio, sah nur drei Minuten nach seiner Einwechslung für ein Foulspiel die direkte Rote Karte. Die Hamburger konnten aber zu wenig Druck auf Kobels Tor entwickeln und die Dortmunder schaukelten den 2:0-Vorsprung über die Zeit.

Schon am Freitagabend war Bayern München im Einsatz. Obwohl der englische Top-Torjäger Harry Kane noch ohne eigenen Treffer blieb, zerlegten die Bayern den VfB Stuttgart mit 5:1.

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