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Ski alpin

Grippegeschwächter Odermatt gewinnt in Copper Mountain vor drei Österreichern

Der Super-G im US-Bundesstaat Colorado wird zur Beute von Marco Odermatt. Der 28-jährige Nidwaldner setzte sich hauchdünn vor Vincent Kriechmayr durch. Die weiteren Schweizer enttäuschten.

Marco Odermatt kann offenbar nichts stoppen. Diese Erkenntnis gilt auch in der neuen Saison. Obwohl er den Super-G von Copper Mountain von einer Grippe geschwächt in Angriff nahm, gewann er am Ende das Rennen. «Recht ins Schnaufen» sei er gekommen, sagte der 28-Jährige hinterher. Das war es aber schon. Die Konkurrenz konnte mal wieder nur gratulieren.

Marco Odermatt freut sich über seinen Sieg im Super-G von Copper Mountain.
Bild: John Locher/AP

Odermatt verhinderte mit seinem Sieg österreichische Festspiele. Acht Hundertstel war er im US-Bundesstaat Colorado schneller als Vincent Kriechmayr. Dahinter folgten mit Raphael Haaser (0,13 Sekunden zurück) und Stefan Babinsky (0,39) zwei weitere Österreicher. Das sagt gleich zweierlei: Mit den Nachbarn ist in dieser Saison zu rechnen. Und ohne Marco Odermatt hätte es für das Schweizer Team nichts zu feiern gegeben.

Stefan Rogentin, der in der vergangenen Saison in der Super-G-Wertung nur von Odermatt geschlagen wurde, klassierte sich auf Rang sieben. Abfahrts-Weltmeister Franjo von Allmen fuhr auf Rang neun, Alexis Monney belegte Rang 20. Das liegt unter den hohen Erwartungen, welche die Schweizer mit ihren Leistungen in der Vergangenheit selbst geweckt haben. Aber am Ende ist das zweitrangig: Weil es Odermatt gerichtet hat.

Keine einfachen Tage für Odermatt

Dabei waren es keine einfachen Tage für Odermatt in den USA. Zuerst störte er sich über die dürftigen Trainingsbedingungen – in Colorado liegt aussergewöhnlich wenig Schnee -, dann erwischte er einen grippalen Effekt. Aber eben: Stoppen liess er sich davon nicht. Mit einer cleveren Fahrt – Odermatt war in keinem Abschnitt der Schnellste, aber konstant gut, was in der Summe zum Sieg reichte – reagierte er auf seine fehlenden Energiereserven, die auf über 3000 Metern zusätzlich strapaziert wurden. «Es war definitiv nicht einfach», sagte Odermatt im SRF. «Das Licht war schlecht, die Sicht beinahe blind. Dazu kamen einige Schläge in der Piste.»

Umso höher ist die Leistung von Aleksander Kilde einzuordnen. 684 Tage nach seinem fürchterlichen Sturz in der Abfahrt von Wengen gab der Norweger sein Comeback. Hinter dem 33-Jährigen liegen fast zwei Jahre des Leidens, in denen er zwischenzeitlich und nach einer schweren Infektion in der Schulter sogar um sein Leben fürchtete. Rang 24, nur 1,25 Sekunden hinter Sieger Odermatt, fühlte sich an wie ein Sieg. Unter den Augen von Mikaela Shiffrin – seine Verlobte bibberte sichtlich nervös im Zielraum mit – kehrte er zu dem zurück, was er liebt: dem Rennfahren.

Aleksander Kilde ist zurück: Das freut auch Mikaela Shiffrin, mit der er sich im Sommer verlobt hat.
Bild: Imago

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