Fussball

Der «Fall Xhaka» spaltet unsere Leserschaft

Granit Xhaka hat sich vor vier Jahren ein Zertifikat besorgt, das ihm die Impfung gegen Covid bescheinigt hat. Die Impfung hat es aber nie gegeben. Was sollen nun die Konsequenzen sein? Die Meinungen in der Leserschaft klaffen auseinander. Auch Sie können mitreden.

Granit Xhaka hatte vor vier Jahren Angst, sich gegen Covid impfen zu lassen. Deshalb hat er bei einer Luzerner Ärztin ein Zertifikat bezogen, das ihm eine Impfung bescheinigt hat.

Der Fall wurde bekannt, weil das Büro der Ärztin durchsucht worden war und der Name des Nati-Captains auf ihrer Patientenliste aufgetaucht ist. Zunächst hatte Xhaka die Vorwürfe gegen ihn bestritten und gesagt, er habe sich impfen lassen. Am Montagmorgen aber hat er schliesslich zugegeben, dass er nicht geimpft worden ist. Zudem räumte er ein, einen Fehler begangen zu haben.

Der 33-Jährige wird sich Anfang Oktober vor Gericht verantworten und dort Aussagen zum Fall machen müssen. Dabei gibt es verschiedene Konsequenzen, die auf den Fussballer zukommen könnten. Die Details dazu finden Sie in diesem Artikel.

Parallelen zum Fall Fischer

In gewisser Weise fühlt man sich an den Fall von Patrick Fischer erinnert, der sich ebenfalls nicht hat impfen lassen und mit einem gefälschten Zertifikat an die Olympischen Spiele 2022 in Peking gereist ist.

Wie wir heute wissen, hat Fischer den darauffolgenden Sturm nicht überstanden und wurde von den Verantwortlichen des Eishockeyverbands just vor der Heim-WM entlassen. Der Weltverband hat ihm kürzlich eine vierjährige Sperre aufgebrummt, wogegen sich der 51-Jährige aber wehrt.

Der Fall hat im Frühling hohe Wellen geschlagen – nicht nur in den Medien, sondern auch in der Gesellschaft. Während ein Grossteil der Bevölkerung die Meinung vertrat, dass der Rausschmiss Fischers genau richtig war, stellten sich viele andere auf den Standpunkt, dass der Fall verjährt sei und dass man in der Corona-Zeit sowieso zu stark eingeschränkt worden sei.

Die Leserschaft solidarisiert sich mit dem Nati-Captain

Genauso beim «Fall Xhaka». Er spaltet. Ein Blick in die Kommentarspalte dieser Zeitung offenbart, dass die Meinungen teils meilenweit auseinander gehen.

Ein Leser schreibt: «Hört jetzt auf mit dem Theater. Es hat noch viele, die ein Zertifikat gekauft haben.» Er schreibt, er habe sich impfen lassen, weil er alt ist. Aber: «Als Spitzensportler hätte ich den gleichen Weg wie Xhaka gewählt.»

Weitere halten zu Xhaka. Etwa der Leser, der schreibt: «Ich hätte nie gedacht, dass ich mich eines Tages mit Granit solidarisiere. Solange Corona und ihre staatlich verordneten Massnahmen nicht aufgearbeitet sind, soll niemand, der sich dieser unsäglichen Impfung sowie Massnahmen entgegengesetzt hat, für sein Verhalten bestraft werden. Jede Bestrafung basiert nur auf einer rein politischen Basis und ist meiner Meinung nach nicht rechtsgültig!»

Muss Xhaka nun zurücktreten?

Welche Konsequenzen drohen Xhaka nun? Muss er befürchten, dass er ebenfalls mehrere Jahre gesperrt wird – so wie Patrick Fischer? Genau das fragt sich ein Kommentierender: «Bin gespannt, ob da die gleichen Massstäbe angelegt werden wie bei Patrick Fischer?»

Ein anderer Leser hat eine klare Meinung, wie es mit dem Rekordspieler des Schweizer Nationalteams (152 Länderspiele) weitergeht. Er schreibt: «Das Problem ist, dass ein amtliches Dokument gefälscht wurde, und das ist ein Strafbestand. Da gibt es nichts zu rütteln. Egal ob der Diskussion um Corona und dem ganzen Drumherum. Wenn man mit gleichen Längen misst wie bei Patrick Fischer, dann ist die Karriere von Granit heute zu Ende gegangen.»

Wieder ein anderer Leser sagt, er habe auch nicht alles gut gefunden, was während der Pandemie passiert ist. Aber: «Fakt ist (und das hat mit dem Thema Pandemie gar nichts zu tun), dass Xhaka mit einer Urkundenfälschung eine Straftat begangen hat, für die er die Konsequenzen tragen muss und gemäss seinen Ausführungen auch wird.» Der Mittelfeldspieler schrieb in einem Statement, dass ihm die Sache leid tue. Der Leser zieht den Hut vor Xhaka für die «mindestens öffentliche Einsicht.»

Eine Kommentierende schreibt, dass Xhakas Zeit in der Nati sowieso abgelaufen sei, wenn es nach ihr gehe. «Es ist sowieso Zeit, dass Granit Xhaka in der Nati den Jungen den Vortritt lässt.»

Ein anderer Leser ist harscher in seiner Wortwahl und schreibt: «Xhaka muss die Konsequenzen seines Handelns tragen. Er gehört aus der Nati entfernt.»

Und ein weiterer Kommentarschreiber ärgert sich darüber, wie kleinkariert die Schweiz doch sei, und sieht die Sache so: «Ich hoffe, er muss eine grosse Busse bezahlen und kann in England weiter Fussball spielen. Bei den Bünzlis wird er nun aussortiert.»

Was ist Ihre Meinung zum Thema?

Nun wollen wir aber auch Ihre Meinung zum Thema wissen. Stimmen Sie in der Umfrage ab, welche Konsequenzen der Vorfall für Granit Xhaka haben sollte.

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