Fussball-WM

Nächstes Märchen, neuer Held: Kap Verde schockt auch Uruguay

Das Märchen geht weiter – mit einem weiteren Volkshelden: Helio Varela führt Kap Verde sensationell zum nächsten WM-Punkt. Dank des Einwechselspielers ärgern die Fussball-Zwerge auch Uruguay und können nach dem 2:2 weiter vom Einzug in die K.o.-Runde träumen. Sogar Gruppenplatz eins ist noch möglich.
Helio Varela (rechts) feiert den nächsten Punktgewinn.
Bild: Lynne Sladky/AP

Helio Varela glich in der 61. Minute mit seiner ersten Aktion nur drei Minuten nach seiner Einwechslung für Kap Verde aus. Zuvor hatte Uruguay nach den Treffern von Maxi Araujo (44.) und Agustin Canobbio (45.+6) schon wie der Sieger ausgesehen, nachdem Kevin Pina (21.) den ersten WM-Treffer für die Kapverdier erzielt hatte.

«Wir sind hier, um uns auf dem höchsten Level zu messen und uns einen neuen Traum zu erfüllen – die nächste Runde zu erreichen», sagte Trainer Pedro Leitao Brito: «Wir sind an einem Punkt, an dem wir sagen: Ja, wir kämpfen um das Weiterkommen.»

Mit Herz und Leidenschaft

Der Aussenseiter versuchte wieder alles, mit Herz und Leidenschaft schmissen sich die Spieler in jeden Zweikampf – und sie wurden durch Schlitzohr Varela belohnt.

Der 24-Jährige lauerte bei seinem Treffer clever auf ein Missverständnis bei den Uruguayern. Damit haben die Kap Verde neben Torhüter Vozinha, der mit seinen Paraden schon zum Auftakt Europameister Spanien (0:0) genervt hatte und diesmal von seiner extra angereisten Mutter live im Stadion unterstützt wurde, einen weiteren Helden bei diesem Turnier hervorgebracht.

Kap Verde und Uruguay steuern damit in Gruppe H auf ein Herzschlagfinale zu, hinter Spanien (4) haben beide Teams jeweils zwei Punkte auf dem Konto. Kap Verde trifft zum Abschluss der Gruppenphase in der Nacht zu Samstag auf Saudi-Arabien, Uruguay bekommt es parallel mit Lamine Yamal und Co. zu tun.

Das erste WM-Tor nach einem Freistoss

Nach dem sensationellen Auftritt gegen Spanien legten die Kapverdier gleich wieder einen sehr selbstbewussten Auftritt hin. Als der norwegische Schiedsrichter Espen Eskas ihnen Mitte der ersten Halbzeit einen Freistoss zusprach, fasste sich Pina aus rund 30 Metern ein Herz. Der 29-Jährige zog einfach ab – und traf tatsächlich zum allerersten WM-Tor für die kleine afrikanische Inselgruppe. Allerdings sah Fernando Muslera im Tor von Uruguay bei dem Treffer auch alles andere als gut aus. Doch den Fans der Kap Verde war das herzlich egal, der Jubel kannte keine Grenzen. Auch Vozinhas Mutter hüpfte auf der Tribüne auf und ab.

Helio Varela (Mitte) gegen Uruguays Guillermo Varela.
Bild: Marta Lavandier/AP

Jubelte Kap Verde zu lange? Weckte der Schock Uruguay auf? Jedenfalls kam das Team angeführt von Captain Federico Valverde nach dem Rückstand plötzlich besser in die Partie. Araujo nutzte die zwischenzeitliche Unordnung in der Abwehr der Kap Verden nach einer Flanke aus dem Halbfeld, die Sidny Lopes Cabral an den eigenen Pfosten lenkte, aus kurzer Distanz per Kopf aus.

Kurz danach war es wiederum Araujo, der per Kopf auf Canobbio ablegte – und der Mittelfeldspieler von Fluminense aus Rio hatte keine Mühen, aus kurzer Distanz ins Herz der Kapverdier zu vollstrecken.

Doch der Aussenseiter erholte sich tatsächlich noch einmal von dem Rückschlag, nach dem Ausgleich von Varela spielte Kap Verde tatsächlich auf Sieg. Doch auch Uruguay gab sich in einer spannenden Schlussphase nicht besiegt. (sid)

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