Fussball-WM 2026

Nach dem WM-Tor fliessen die Tränen: Kanadas Held rührt mit bewegender Familiengeschichte

Stephen Eustáquio führt Kanada erstmals in den WM-Achtelfinal – und kämpft danach im Interview mit den Tränen. Der 29-Jährige erinnert an seine verstorbenen Eltern und erklärt, weshalb dieses Tor für ihn mehr bedeutet als nur einen sportlichen Erfolg.
Der Kanadier Stephen Eustáquio erzielt gegen Südafrika das entscheidende 1:0.
Bild: Christopher Torres/EPA

Inmitten des Freudentaumels übermannten Kanadas WM-Helden Stephen Eustáquio die Emotionen, als er an seine Familie dachte.

Er rieb sich mit den Händen durch die feuchten Augen, seine Stimme stockte: «Alles, was ich tue», sagte der 29-jährige Eustáquio, «mache ich für meine Familie – für meine Eltern, für meine Freundin, für meine Tochter. Für meine Freunde zu Hause. Für alle.»

Seine emotionale Reaktion lag in einer traurigen Vorgeschichte begründet. Der Reporter hatte den Torschützen, der Kanada in der Nachspielzeit gegen Südafrika (1:0) erstmals in den Achtelfinal geführt hat, gefragt, wie er sich in diesem Moment an seine Familie erinnere.

Eustáquio verliert Mutter und Vater

Eustáquios Mutter Esmeralda war 2023 an einem Hirntumor gestorben, er erfuhr davon während eines Spiels mit dem FC Porto und liess sich deshalb umgehend auswechseln. Sein Vater Armando verstarb im Jahr darauf nach einem Herzinfarkt. In seiner Antwort im Interview nach dem goldenen Tor am Sonntag reagierte er entsprechend bewegt.

Auch Trainer Jesse Marsch liess die Geschichte seines Vizekapitäns nicht kalt. «Es gibt keinen, der es mehr verdient hätte in dieser unglaublichen Gemeinschaft. Er ist ein sehr zuverlässiger Mensch, er weiss, worauf es bei uns ankommt», sagte Marsch und schob hinterher: «Ich denke, seine Eltern haben heute aus dem Himmel zugesehen.»

Nachwuchsspiele für Kanada und Portugal

Eustáquio wurde in Ontario, Kanada, geboren, bevor er mit elf Jahren mit seinen Eltern zurück nach Portugal zog. In den U-Teams spielte er sowohl für Kanada als auch für Portugal, 2019 entschied er sich für sein Geburtsland.

«Ich denke, es war ein grossartiges Tor», sagte Eustáquio. «Aber als ich geschossen habe, hatte ich das Gefühl, dass alle mit mir geschossen haben. Sie haben dem Ball ein bisschen zusätzliche Kraft mitgegeben – und er landete im Netz. Deshalb bin ich einfach überglücklich.» (sid)

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