Erinnern Sie sich an den 10. Januar 2020? Damals hat die Schweizer Handball-Nati ihr erstes Endrunden-Spiel seit 14 Jahren bestritten. Die Vorfreude, die EM in Schweden gegen den Gastgeber eröffnen zu dürfen, war riesig. Auch beim damaligen Starspieler der Schweiz, dem heutigen Coach Andy Schmid.
Und die Nati hatte die Hoffnung, dass die Skandinavier dem Druck vielleicht nicht standhalten würden. Dann wurden die Schweizer zerzaust. Das brutale Verdikt am Ende: 21:34.

Am Mittwochabend bestreiten sie die letzte Partie der diesjährigen EM. Gegner ist Co-Gastgeber Schweden. Schon vor dem Spiel ist klar: Die Schweiz ist draussen und auch Schweden kann die Halbfinals nicht mehr erreichen und muss mit dem Spiel um Platz 5 genügen.
Eine Kehrauspartie also. Doch so gehen die Schweizer ihre EM-Dernière nicht an. Sie starten beschwingt durch das Unentschieden vom Vortag gegen die Isländer. 12:8 führen sie zwischenzeitlich.

Aber bei den Schweden steht der 39-jährige Andreas Palicka zwischen den Pfosten, der von Anfang an pariert, als wäre er ein Ausserirdischer. Er ist quasi alleine dafür verantwortlich, dass den Schweden noch vor der Pause ein 6:0-Lauf gelingt und sie mit einer 14:12-Führung in die Kabine gehen.

Die Schweizer haben mit dem Einzug in die Hauptrunde ihr Minimalziel erreicht. Sie hatten gegen Ungarn und gegen Island die Chance auf den Sieg – dank phasenweise ganz starker Performances. Und sie wollen eine solche auch gegen Schweden zeigen.
Aber nach dem Seitenwechsel ist der Tank beim Team von Andy Schmid leer. Und Palicka pariert munter weiter. Am Ende totalisiert er 20 Saves. Der Schlussmann zerpflückt die Schweizer bei deren Würfen regelrecht. Die schwedischen Offensivkräfte schiessen sich gleichzeitig den Frust über die verpasste Medaille von der Seele. 21:34 heisst es am Ende aus Sicht der Schweiz. Genau wie vor sechs Jahren.
Dieses Spiel bildet den etwas unschönen Abschluss eines Turniers, das für die Schweiz eigentlich ein Erfolg ist. Am Ende ist es der 12. Rang. Zum ersten Mal seit 22 Jahren klassiert man sich wieder so weit vorne bei einer Europameisterschaft.



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