Was war das für ein Auftakt der Schweizer Handballer in diese EM 2026: Das 28:28-Unentschieden gegen die Färöer Inseln kommt nach einem Auf und Ab der beiden Teams zustande und ist schlussendlich verdient.
Die Schweizer zeigen sich unbeeindruckt davon, dass der Superstar der Färinger, Elias Ellefsen á Skipagötu, doch gespielt hat. Sein Trainer hatte vor dem Turnier angekündigt, dass der Regisseur vom THW Kiel höchstens als Joker zum Einsatz kommen würde. In Tat und Wahrheit stand der 23-Jährige aber über 50 Minuten auf der Platte.
Und á Skipagötu beschäftigte die Schweizer Abwehr ununterbrochen. Diese hatte anfänglich Schwierigkeiten mit der Wendigkeit, mit seinem Zug zum Tor. Doch die Schweizer waren lernfähig und steigerten sich. Sie provozierten nach der Pause Stürmerfouls und Ballgewinne. Der Bundesliga-Profi wurde zunehmend nervös und unzufrieden. Elias Ellefsen á Skipagötu wirbelte, weibelte und wetterte – auch gegen die türkischen Schiedsrichter. Das wurde zum Vorteil für die Schweiz, die einen Sechs-Tore-Rückstand aufholte.
Obwohl ein Unentschieden im Handball auch immer Ärger hervorruft, weil nur Details zum Sieg fehlen, schienen die Schweizer nicht unzufrieden mit dem Punkt zu sein. Weil er noch viel wert sein kann im Hinblick auf ein mögliches Weiterkommen.
Mehrere Topstars fehlen den Slowenen – spezielle Affiche für Trainer Schmid
Und damit sind wir beim Spiel vom Sonntag: Die Schweiz trifft auf Slowenien, den nominell stärksten Gegner in dieser Vierergruppe. Allerdings muss man sich fragen: Kann die Schweiz nicht auch gewinnen?
Die Slowenen haben ihre Auftaktpartie am Freitag gegen Montenegro zwar gewonnen, aber nur gerade mit einem Tor Vorsprung (41:40). Zudem fehlen mit Aleks Vlah, Blaz Blagotinsek und Miha Zarabec wichtige Spieler im Ensemble des Olympia-Vierten von Paris.
Ein spezielles Duell ist jenes gegen die Slowenen auch für unseren Nati-Trainer Andy Schmid. Als er im Frühling 2024 den Posten übernahm, traf er zum Debüt in der WM-Qualifikation auf ebendieses Slowenien, das der grosse Favorit war. Insbesondere deshalb, weil der Schweizer Goalie und Captain Nikola Portner wegen eines positiven Dopingtests gesperrt war.
Dennoch sagte Schmid auf die Behauptung, dass die Schweiz nichts zu verlieren habe: «Der Satz gefällt mir gar nicht. Mit diesem Satz macht man sich kleiner, als man ist. Ich bin Realist, kein Träumer. Ich weiss, dass wir gegen die Slowenen, die zu den Top 8 in Europa zählen, unterlegen sind, wenn sie ihr Leistungsniveau auf den Platz bringen. Unser Ziel muss sein, an unser Leistungsmaximum heranzukommen.»
Das Denken der Schweizer hat sich verändert
Die Schweiz unterlag nach Hin- und Rückspiel dramatisch im Penaltyschiessen. Dank einer Wildcard durfte sie dann doch an der Weltmeisterschaft in Dänemark, Norwegen und Kroatien teilnehmen.
Die obige Aussage von Andy Schmid hat aber auch heute noch ihre Gültigkeit. Die Schweizer haben aber in den vergangenen Jahren – nicht zuletzt dank des 11. Platzes an der WM 2025 – bewiesen, dass sie mit (fast) allen Mannschaften mithalten können. Weil sie auch im Kopf einen Schritt nach vorne gemacht haben. Weil sich die Spieler selbst zum Ziel gesetzt haben, zu den Weltbesten gehören zu wollen und dafür alles zu investieren. Die Slowenen ihrerseits holten im letzten Jahr «nur» den 13. Platz heraus.
Die Devise für die Nati muss also lauten: Bitte nicht verstecken. Das Team von Andy Schmid ist bereit für den nächsten grossen Wurf. Denn es kann dieses Spiel gewinnen. Und für diese Vorstellung braucht es keine Fantasie.





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