Fussball-WM 2026

Dämpfer vor K.o.-Krachern: Deutschland unterliegt Ecuador

Die deutsche Nationalmannschaft muss zum Abschluss der WM-Gruppenphase den ersten Dämpfer hinnehmen. Nach zwei Siegen verliert das Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann im letzten Spiel der Vorrunde mit 1:2 (1:1) gegen Ecuador.
Deutschlands Torhüter Manuel Neuer kassiert gegen Ecuador das zwischenzeitliche 1:1.
Bild: Frank Franklin II/AP

Julian Nagelsmann blickte grimmig, seine Spieler bedankten sich mit hängenden Köpfen bei den Fans: Deutschland hat seine Titelambitionen nicht untermauert.

Das verdiente 1:2 im WM-Finalstadion in New York im letzten Gruppenspiel gegen Ecuador war ein unüberhörbarer Warnschuss – so darf sich die Elf von Nagelsmann nicht noch einmal zeigen, wenn sie am 19. Juli erneut in East Rutherford spielen will, dann um den WM-Titel.

Sanés Führungstor hätte nicht zählen dürfen

Leroy Sané besorgte mit dem zweitschnellsten Tor der deutschen WM-Geschichte nach nur 109 Sekunden die Führung, sein Treffer hätte wegen eines vorangegangenen Fouls aber nicht zählen dürfen. Nach dem Ausgleich durch Nilson Angulo in der neunten Minute taten sich die Deutschen gegen defensivstarke Südamerikaner sehr schwer, auch die Einwechslung frischer Reservisten wie jene von Super-Joker Deniz Undav half nicht. Gonzalo Plata besiegelte in der 78. Minute die erste Niederlage nach zuletzt elf Siegen, Manuel Neuer sah dabei nicht gut aus.

Schon am Montag im Sechzehntelfinal

Viel Zeit für Anpassungen bleibt dem Bundestrainer nicht: Schon am Montag wartet der Sechzehntelfinal gegen einen noch unbekannten Gruppendritten in Foxborough. In einem möglichen Achtelfinal am 4. Juli gegen Vize-Weltmeister Frankreich oder Norwegen würde es noch schwerer.

«Wir laden den Gegner mit Ballverlusten immer wieder ein, machen ihn dadurch stark», sagte Captain Joshua Kimmich bei MagentaTV und ergänzte: «Trotzdem ist zum Glück noch nichts passiert. Aber wir dürfen uns keine Niederlage mehr erlauben, das ist klar. Wir dürfen nicht jedes Spiel ein, zwei Gegentore bekommen. Wir müssen die Ballverlust-Quote minimieren, dann können wir jeden besiegen.»

Bundestrainer Julian Nagelsmann nach der Niederlage gegen Ecuador.
Bild: Steve Luciano/AP

Deutschland hatte wie schon gegen die Elfenbeinküste (2:1) teils grosse Probleme mit der Körperlichkeit des Gegners. Dem schnellen Ausgleich ging ein Ballverlust von Felix Nmecha nach einem technischen Fehler des Dortmunders voraus, auch dessen Nebenmann Aleksandar Pavlovic war anfällig – mit Wiederbeginn kam Angelo Stiller für ihn.

Auffällig bei Nagelsmanns Team: Gegen den Ball agierte es mitunter mit Fünferkette in der Abwehr. «Wir variieren ein bisschen in der Defensivordnung, um ein zusätzliches Mittel zu haben in der K.o.-Runde», sagte der Bundestrainer. Allerdings waren seine Stars im 5-4-1 ein ums andere Mal zu passiv.

Stumpfer Rasen in New York

Nach vorne machte sich bemerkbar, dass der Rasen im Football-Stadion der New York Giants und der Jets sehr stumpf war – schnelle Kombinationen wurden dadurch erschwert. Die häufig sehr hoch postierte Offensive liess Lücken klaffen. «Jeder Ballverlust tut uns extrem weh», sagte «TV-Bundestrainer» Jürgen Klopp in der Halbzeit bei MagentaTV.

Ecuadors Gonzalo Plata bejubelt das 2:1.
Bild: Yuki Iwamura/AP

Kurz nach Wiederbeginn sprach die US-amerikanische Schiedsrichterin Tori Penso Deutschland einen Elfmeter zu, musste ihre Entscheidung wegen eines Fouls von Sané in der Entstehung aber zurücknehmen.

Nagelsmann wollte nach dem Spiel nicht ins Detail gehen, doch die Unzufriedenheit sprach deutlich genug aus dem Bundestrainer. «Wir hatten einen super Start. Leider haben wir direkt nach dem Tor angefangen, Harakiri bei der Positionierung zu machen. Dann wird es schwer», sagte Nagelsmann bei MagentaTV. (sid)

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