Fussball

Ceferin will weitermachen – und verzichtet auf Angriff gegen Infantino

Uefa-Präsident Aleksander Ceferin revidiert seine Meinung und strebt einen Verbleib an der Verbands-Spitze an.

Aleksander Ceferin strebt eine weitere Amtszeit als Präsident der Europäischen Fussball-Union (Uefa) an und stellt sich im kommenden April zur Wiederwahl. Der Slowene kündigte seine Bewerbung bei einem Treffen in Berlin an und scheidet damit offiziell als möglicher Gegenkandidat von Gianni Infantino für das Amt des Fifa-Präsidenten aus. Ambitionen, den umstrittenen Chef des Weltverbands herauszufordern, hatte Ceferin zuletzt bereits mehrfach von sich gewiesen.

Die Wahl für vier weitere Jahre findet beim Uefa-Kongress am 22. April im kasachischen Astana statt. Einen Gegenkandidaten gibt es bislang nicht, ein solcher wäre zum derzeitigen Zeitpunkt auch chancenlos im Kampf gegen den angesehenen Ceferin, der seit September 2016 im Amt ist.

Ceferin ist ein wichtiger Gegenspieler Infantinos

Eine der dringlichsten Aufgaben für den Uefa-Präsidenten bleibt, die Opposition gegen Infantino im Machtkampf um die Zukunft des Weltverbands zu orchestrieren. Vor allem aus Europa haben Verbände dem Fifa-Chef das Vertrauen entzogen. Infantino steht nach einem letztlich gescheiterten Vorstoss zur Vermarktung der WM-Rechte durch externe Investoren massiv unter Druck. Er hatte darauf zuletzt reagiert und seinen Gegnern erstmals Gespräche über mögliche Reformen in der Fifa angeboten.

Der europäische Fussball hat bislang noch keinen Gegenkandidaten für Infantino bei der Wahl des Fifa-Präsidenten im März 2027 im marokkanischen Rabat präsentieren können. Bis zum Ende des 18. Novembers hat die Opposition Zeit, offiziell einen Bewerber zu benennen.

Am Mittwoch hat sich jedoch mit Ramon Vega erstmals jemand öffentlich als Kandidat ins Spiel gebracht. Der 55 Jahre alte Schweizer erklärte via Medien seine Ambitionen. Er verspreche «fundamentale Reformen», sagte Vega zuerst dem Schweizer Mediendienst Klein Report.

2024 war er zu «müde» für neue Amtszeit

Es ist nicht Vegas erster Anlauf. Unter anderem hatte er bereits bei der Wiederwahl von Infantino im Jahr 2019 eine Kandidatur in Erwägung gezogen, hatte aber keine offizielle Nominierung geschafft. Dafür hätte er Unterstützerschreiben von mindestens fünf Fifa-Mitgliedsverbänden vorlegen müssen. Dieses Kriterium muss Vega nun auch erfüllen und ebenso eine Tätigkeit im Fussball in mindestens zwei der vergangenen fünf Jahre nachweisen.

Die erneute Uefa-Kandidatur Ceferins wiederum wird durch eine Statutenänderung im Jahr 2024 ermöglicht. In den Regularien des Kontinentalverbands ist eine Amtszeitbeschränkung von zwölf Jahren verankert. Weil Ceferin seine erste Amtszeit aber vom damals gesperrten Michel Platini übernahm, zählt diese nach der Anpassung nicht mehr mit.

Eigentlich hatte Ceferin vor zweieinhalb Jahren angekündigt, nicht wieder antreten zu wollen, weil er «müde» sei und die Uefa «frisches Blut» brauche. Diese Meinung hatte er aber intern schnell wieder revidiert und verkündete nun bei dem Berliner Spitzentreffen seine erneute Kandidatur. (dpa)

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