French Open

Fluch gebrochen: Zverev gewinnt mit 29 Jahren erstmals einen Grand Slam

In einem nervenaufreibenden Final bezwingt Alexander Zverev (ATP 3) den Italiener Flavio Cobolli (ATP 10) in fünf Sätzen mit 6:1, 4:6, 6:4, 6:7, 6:1.
Endlich geschafft: Bei seinem vierten Grand-Slam-Final geht der Deutsche Alexander Zverev erstmals als Sieger vom Platz.
Bild: AP Photo

Nach vier Stunden und 16 Minuten fliessen bei Alexander Zverev die Tränen über das Gesicht. Endlich hat er es geschafft. Der Deutsche gewinnt das French Open und damit seinen erstes Grand Slam überhaupt.

Zverev, der mit seinen 29 Jahren schon auf unzählige Erfolge zurückblicken darf, darunter die Goldmedaille an den Olympischen Spielen 2021, blieb der Grand-Slam-Titel bislang verwehrt. Dies, obwohl er schon dreimal im Final stand. 2020 verspielte er an den US Open eine 2:0-Satzführung gegen Dominic Thiem, 2024 an den French Open eine 2:1-Führung gegen Carlos Alcaraz, und letztes Jahr blieb er im Final des Australian Open gegen Jannik Sinner ohne den Hauch einer Chance.

Nun, bei seinem vierten Anlauf, gelingt dem «Unvollendeten», wie er oft bezeichnet wird, doch noch die grosse Vollendung. Zverev (ATP 3) schlägt den 24-jährigen Italiener Flavio Cobolli (ATP 10) in fünf Sätzen mit 6:1, 4:6, 6:4, 6:7, 6:1 und gewinnt das French Open.

Intensiver Schlagabtausch mit Cobolli

Dabei hätte sich Zverev wohl ein leichteres Duell gewünscht. Schliesslich ging der Deutsche als klarer Favorit in die Partie. Doch der junge Cobolli, der erstmals in einem Grand-Slam-Final stand, erwies sich als ebenbürtiger Gegner und forderte Zverev bis an seine Grenzen.

Flavio Cobolli gelingt die Sensation nicht. Doch der 24-jährige Italiener hat eine vielversprechende Zukunft vor sich.
Bild: EPA

Nach einem überlegenen Auftakt von Zverev, der Cobolli im ersten Satz gleich mit 6:1 bezwang, fand der Italiener in die Partie zurück und glich aus. Zverev legte daraufhin wieder nach, ehe Cobolli den vierten Satz im Tiebreak gewann. Im entscheidenden fünften Satz schienen dem 24-Jährigen die Kräfte auszugehen. Zverev gelangen zwei Breaks in Folge – anschliessend liess er Cobolli nicht mehr ins Spiel finden.

Trotz des Schlagabtauschs zeigte sich Cobolli nach der Niederlage von einer sportlichen Seite: «Wenn mich jemand fragt, wer diesen Titel am meisten verdient hat, dann bist es du.» Und fügte mit einer Brise Humor hinzu: «Ich bin glücklich für dich, aber ich bin natürlich traurig. Lass mich das nächste Mal gewinnen.» Angesichts seines Auftritts dürfte es nur noch eine Frage der Zeit sein, bis der ehemalige Fussball-Junior der AS Roma mit einem Grand-Slam-Titel nach Hause geht.

Zverev löst sich aus dem Schatten

Erst darf sich aber Zverev über seinen Grosserfolg freuen, mit dem er sich zugleich in die deutschen Sportgeschichtsbücher schreibt. Seit Boris Beckers Sieg in Melbourne sind 30 Jahre vergangen, bis nun endlich wieder ein deutscher Mann einen Grand-Slam-Titel im Einzel gewann.

Alexander Zverev küsst die Trophäe nach dem Finalsieg im French Open.
Bild: AP Photo

Damit setzt Zverev auch ein Zeichen im Tennis-Universum, das seit mehreren Jahren von Carlos Alcaraz und Jannik Sinner dominiert wird. Diese verteilten nämlich die letzten neun Grand Slams unter sich. Auch wenn die beiden Tennis-Grössen fehlten (Alcaraz verpasste das Turnier verletzungsbedingt und Sinner schied nach einem Kollaps bereits in der 2. Runde aus), bewies Zverev endgültig, dass er nicht mehr in deren Schatten stehen will.

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