Haushalt

Bund hat sich verschätzt: Fast zwei Milliarden mehr in der Kasse

Die neue Hochrechnung des Bundes ergibt deutlich positivere Zahlen als prognostiziert. Das sind die Gründe.
Die hohen Gewinnsteuern von einzelnen Unternehmen verbessern das Bundesbudget massiv.
Bild: Adobe Stock

Die Schätzung der Einnahmen für das Jahr 2026 lag nicht nur knapp daneben, sondern um 1,5 Milliarden Franken. Der Bund hat ein Defizit von gut 0,7 Milliarden Franken budgetiert. Jetzt rechnet er mit einem Finanzierungsüberschuss von knapp 0,8 Milliarden Franken.

Der Unterschied lässt sich vor allem mit deutlich höheren Gewinnsteuereinnahmen erklären. Bereits in der ersten Hochrechnung Anfang Sommer zeichnete sich ab, dass grosse Firmen deutlich höhere Steuern zahlen. Dank hoher Gewinne bei einzelnen Firmen kommen fast 1,4 Milliarden mehr Einnahmen zusammen. Besonders aus den Kantonen Luzern, Zürich und Basel-Stadt fliessen hohe Steuersummen. Laut Bundesrat konzentrieren sich die zusätzlichen Steuereinnahmen auf einige wenige Unternehmen in den genannten Kantonen.

Nebst der Gewinnsteuer profitieren Bund und Kantone auch von höheren Einkommenssteuern, beim Bund sind es plus 0,2 Milliarden Franken. Das Geld sprudelt aber auch weiter über die Mineralölsteuer. Auch da sind die Erträge höher als budgetiert – plus 0,3 Milliarden Franken. Der Bundesrat schreibt dazu, der Anteil der Elektrofahrzeuge nehme weniger schnell zu als bisher erwartet.

Eine Milliarde für Rüstungsausgaben

Unter dem Strich liegen die Mehreinnahmen also 1,9 Milliarden höher als budgetiert. Dass die Hochrechnung nur knapp eine Milliarde Überschuss ausweist, hängt mit neuen Ausgaben zusammen: Der Bundesrat hält einen Teil des Geldes für zusätzliche Rüstungsausgaben bereit. Er teilt per Medienmitteilung mit: «In der Hochrechnung ist ein Nachtragskredit von 970 Millionen Franken für zusätzliche Rüstungsausgaben enthalten.» Die Mittel sollen für die bodengestützte Luftverteidigung und für die Abwehr von Minidrohnen ausgegeben werden.

Mehr zum Thema:

Mehr zum Thema: