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«Wer wird Millionär?»-Pause: Braucht Günther Jauch eine Auszeit – oder die Show?

«Wer wird Millionär?» verschwindet vorübergehend vom Bildschirm und sorgt damit für Aufsehen. Ist die Pause ein Zeichen für das Ende einer Ära oder nur Strategie?
Seit fast 30 Jahren ist «Wer wird Millionär?» ein Quotenhit. Jetzt müssen Zuschauer ein paar Wochen auf die Show verzichten.
Bild: Soeren Stache

Dass Fernsehsendungen jahrzehntelang laufen, ist relativ selten. Vor allem in der heutigen Streaming-Zeit, in der man praktisch alles sofort schauen kann oder Shows aus dem Nichts abgesägt werden. Doch es gibt noch immer Fans, die jede Woche geduldig warten, um beispielsweise «Gute Zeiten, schlechte Zeiten» zu sehen. Und auch «Wer wird Millionär?» ist noch immer beliebt. Seit 1999 stellt Günther Jauch den Kandidaten Fragen, während auch die Zuschauer fleissig mitraten. Doch nun kam die vermeintliche Hiobsbotschaft: Die Show fällt bis Ende Mai aus!

Quiz mit Quiz ersetzen?

Es ist nicht das erste Mal, dass «Wer wird Millionär?» pausiert. Seit 2017 wird der Sendeplatz im Herbst jeweils für «Bauer sucht Frau» geräumt, und auch Sommerpausen sind normal. Doch diesmal macht die Sendung Platz für «Die Weisheit der Vielen» mit Ralf Schmitz. Gegenüber Blick schwärmt RTL in den höchsten Tönen: «Mit Ralf Schmitz bekommt die Show einen Host, der Improvisation liebt, Menschen lesen kann – und genau weiss, wann es ernst wird und wann gelacht werden darf.»

Nun erscheint am Montagabend Ralf Schmitz auf dem Bildschirm.
Bild: Rolf Vennenbernd

Man hoffe, «mit der neuen Quizshow den Nerv eines quizverwöhnten Publikums zu treffen». Aber wie sinnvoll ist es, eine Quizshow durch eine andere Quizshow zu ersetzen? Bringt das den angeblich erhofften frischen Wind? Und ist das überhaupt nötig?

Zenit überschritten? Mitnichten

Auch nach fast 30 Jahren ist «Wer wird Millionär?» regelmässig in den Schlagzeilen. Sei es mit lustigen Kandidaten, kniffligen Fragen oder verschiedenen Promi-Specials. So sorgte erst in der letzten Show Bill Kaulitz als überraschender Telefonjoker für Aufsehen. Und der Sänger tippte sogar auf die richtige Antwort. Jauch wusste offenbar vorher von nichts und fragte verdutzt in die Kamera: «Was ist denn heute hier los?»

Solche Momente machen die Sendung und ihren Erfolg aus. Auch wenn sie früher mehrmals pro Woche lief und seit 2015 nur noch am Montag ausgestrahlt wird: Sie gilt bis heute als Zuschauermagnet und erreichte am vergangenen Montag 3,023 Millionen Menschen, was einem Marktanteil von 14,9 Prozent entspricht. Vielleicht auch, weil nach längerer Zeit wieder die Millionenfrage gestellt wurde. Oder weil die anstehende Pause für Aufmerksamkeit sorgte?

Günther Jauch 1999 in der ersten «Wer wird Millionär?»-Folge.
Bild: Ullstein Bild

Hat Jauch noch Lust?

So komme auch der Moderator zu einer wohlverdienten Auszeit, heisst es in diversen Medien. Über die Anfänge der Show sagte Jauch einst: «Ich war wenig begeistert, dass ich eine Quizsendung moderieren sollte.» Ursprünglich seien auch nur vier Folgen geplant gewesen, doch die Zuschauer waren begeistert. Und auch Jauch packte die Show.

Damals war er 43 Jahre alt, demnächst wird er 70. Ob er immer noch Lust darauf hat? In Rente gehen wolle er jedenfalls noch nicht, sagte er im vergangenen Jahr zur Nachrichtenagentur dpa: «Das ist für mich eine völlig falsche Vorstellung von einem erfüllten Leben, wenn man einfach gar nichts mehr zu tun hat.» Sicher ist zumindest, dass Jauch mit einem «Wer wird Millionär?»-Pfingst-Special zurückkehren wird. Wie es danach weitergeht, ist noch unklar.

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