
Selten hat eine Promi-Hochzeit so für Schlagzeilen gesorgt, bevor sie überhaupt stattfand. Nicht nur in Klatschblättern, sondern auch in «richtigen» Nachrichten. Denn: «Endlich hat Taylor Swift einen Mann zum Heiraten gefunden.»
Zumindest klingt es so, wenn die aktuell reichste Musikerin der Welt, die Stadien füllt und seit über 20 Jahren Alben verkauft, plötzlich nur noch als Braut wahrgenommen wird. Als ob das der Höhepunkt ihres Lebens wäre.
Kein Wunder, reagierte die 36-Jährige schockiert, als sie gefragt wurde, ob «The Life of a Showgirl» ihr letztes Album sei: «Das ist eine beleidigende Aussage. Menschen heiraten nicht, um ihren Job aufgeben zu können.»
Doch kaum steckte ihr Travis Kelce den Verlobungsring an den Finger, wurde sie für manche Kreise zur «konservativen, traditionellen Hausfrau» stilisiert.
«Ich hoffe, dass das Taylor Swift konservativer machen wird», sagte der mittlerweile verstorbene rechte Influencer Charlie Kirk dazu. Er glaubte, die Ehe würde sie «deradikalisieren» und forderte: «Unterwirf dich deinem Ehemann, Taylor. Du hast nicht das Sagen.»
Selbst Donald Trump gratulierte plötzlich: «Ich denke, er ist ein grossartiger Spieler, ein grossartiger Typ, und sie ist eine fantastische Person. Also wünsche ich ihnen viel Glück.»
Wo ist die Aktivistin geblieben?
Zuvor tobte er auf Truth Social noch und meinte über die «woke» Sängerin, die übrigens «nicht mehr heiss» sei: «Ich hasse Taylor Swift!»

Denn Swift stellte sich damals öffentlich auf die Seite demokratischer Politiker. Gegen den Willen ihres Vaters und ihres Teams sagte sie in der Netflix-Doku «Miss Americana»: «Wenn ich schlechte Presse bekomme, weil ich sage ‹Wählt keinen homophoben Rassisten ins Office›, dann bekomme ich eben schlechte Presse.»
«Die Geburt einer Aktivistin», titelte Variety damals. Swift posierte an den MTV VMA’s mit Drag Queens, solidarisierte sich mit dem Song «You need to calm down» deutlich mit der LGBTQ+-Community und ermutigte mit «Only The Young» junge Leute, für politischen Wandel zu kämpfen.
Und jetzt? Sogar einige Fans fragen sich, wo diese «Aktivistin» geblieben ist. Denn politische Positionierung gab es schon länger nicht mehr.
Ausgerechnet Taylor Swift, die stets genau auf ihr Image und popkulturell raffiniertes Marketing achtete, bei dem alles Symbolik hatte. Da soll diese Stille plötzlich bedeutungslos sein?
Schweigen als Strategie – oder Bequemlichkeit?
Oder hat sie sich das Wochenende zum 4. Juli mit Absicht für ihr Ja-Wort ausgesucht? Als Duell gegenüber dem 250. Jubiläum der USA, das der Präsident mit «der grössten Trump-Rally» angekündigt hat?
Denn ihr Schweigen spielt «konservativen» Kreisen in die Hände. Diese unterstellen ihr mittlerweile sogar Maga-Verbindungen. Und Taylor könnte sich wehren, tut es aber nicht.
Selbst als die Trump-Regierung ihre Songs für eigene TikTok-Videos nutzte. Stars wie Sabrina Carpenter, Olivia Rodrigo oder die Foo Fighters gingen bei ähnlichen Fällen auf die Barrikaden, doch von Swift gab es keinen Mucks.
All das heisst nicht, dass sie eine Trump-Anhängerin ist. Vielleicht hat sie einfach keinen Bock auf Politik und will in Ruhe heiraten. Damit bleibt man offensichtlich auch im Gespräch.



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