100 Fälle in 35 Jahren haben die Münchner «Tatort»-Ermittler Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) in ihrer Karriere gelöst. Die Wuschelköpfe hatten anfangs der Neunziger neu definiert, wie ein «Tatort»-Kommissar zu sein hat. 1991 standen zum ersten Mal zwei gleichberechtige Kerle vor der Kamera, die trotz leidenschaftlicher Debattierwut Ruhe und Gelassenheit ausstrahlten.
Über Ostern erleben die beiden in der Doppelfolge «Unvergänglich» ihre Wiedergeburt als Pensionäre. Der Schocker über einen Mörder, der sich Zugang zu mehreren «Bed-and-Breakfast»-Wohnungen verschafft haben soll, verbeugt sich tief vor seinen Figuren. Cameo-Auftritte der ehemaligen Entourage, darunter auch einen der rotzigen Fallanalytikerin Christine Lerch (Lisa Wagner), wurden ins Drehbuch geschrieben.
Erschossen werden im letzten Fall? «Das wäre wirklich ein altes Klischee», sagt Franz Leitmayr. Zu so einem Klischee werden die zwei aber dann doch. In der Fortsetzungsfolge vom Ostermontag wirken sie als übergriffige Privatermittler à la Horst Schimanski neben ihrem ehemaligen Assistenten und Nachfolger Kalli (Ferdinand Hofer) zum ersten Mal angejährt und angezählt und enttarnen das sich gegenseitig vorgeschwindelte Glück vom Pensionärsleben als Lüge. Auf einmal wähnt man sich in einer lüpfigen deutschen Vorabend-Serie mit zu vernachlässigendem Krimi-Plot. War das wirklich so gewollt ?
«Tatort»-Doppelfolge aus München - «Unvergänglich». Teil 1, Ostersonntag, 20.05 Uhr. Teil 2, Ostermontag, 20.05. SRF1. Drei Sterne.






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