Der Eindruck danach
Die österreichische Comedian Lisa Eckhart ist tough, SVP-Politikerinnen sind nicht immer lustig – und Stefan Büsser ist lustiger als auch schon. Ja, er hat sich sogar phasenweise richtig gut «gemetzget». Die Fernseh-Woche bot auch einiges, das Büsser genüsslich ausschlachten konnte. Also ran an den Speck!
Der beste Spruch
Warum eigene Pointen schreiben, wenn sie der «Tagesschau»-Moderator Florian Inhauser gleich selbst liefert? Wie er mit auf die Nasenspitze gerutschter Brille sein Publikum über die Jugendwörter des Jahres aufklärte, wirkte wie eine Parodie. Erkoren wurde bekanntlich «Würd mi». (Im Sinne von «Würd mi aschisse»; F. Inhauser.) Büsser erklärt die Redewendung so: In der Klimafrage schauen wir Älteren auf die Jungen und sagen: «Würd mi.»
Thema im Fernsehen war diese Woche auch die 1001. Sendung von «Teleblocher». Natürlich liefert dieses Format, um bei der Fernseh-Sprache zu bleiben, Pointen en masse. Büsser steuert sogar eine eigene bei und führt die Sendung so ein: «Seit 2007 hält Christoph Blocher den Journalisten Matthias Ackeret auf seinem Anwesen als Geisel.» «Teleblocher» sei deshalb – und der Gesichtsausdruck der beiden Männer illustriert die Beobachtung perfekt – nichts anderes als «ein Bekennervideo von Al-Qaida mit Seesicht».
Der Sketch
Die Paradedisziplin von Stefan Büsser: zwei TV-Sendungen so miteinander zu vermengen, dass der Ton der einen über die Bilder der anderen läuft. Als er die Tonspur von «Mini Chuchi, dini Chuchi» mit den Bildern der Beerdigung von König Harald in Oslo zusammenbrachte, brockte ihm das eine Menge Ärger ein – bis hin zu juristischen Androhungen.
Zum Glück nichts draus gelernt! Ertut er es wieder: Zur Migros-Pressekonferenz vom vergangenen Montag – wir erinnern uns: Die Migros will ihre regionale Struktur abschaffen – wurde die Tonspur aus «Die Bachelorette» von TV3 (gehört wie dieses Newsportal zu CH Media) abgespielt. Das ist viel naheliegender, als man meinen könnte: Viele Männer drängen sich um eine Frau. In «Die Bachelorette» ist es die 22-jährige Ariel, an der Migros-Pressekonferenz ist es Verwaltungsratspräsidentin Ursula Nold, die von einem Dutzend männlicher Kollegen «umgarnt» wurde. Sie sagt dazu: «So viele Männer machen mich schon ein bisschen nervös.»
Nota bene: Büsser liefert auch den Slogan für die neue Migros: Statt «Aus der Region für die Region» heisst es nun nur noch «Aus für die Region».
Der Gast
Lisa Eckhart sorgte für die Unterhaltung. Die Österreicherin Lisa ist die vielleicht kompromissloseste deutschsprachige Comedian. Zu Beginn beleidigt sie schnell mal ihr Publikum: «Ich wollte schon immer Schweizerdeutsch lernen. Aber ich warte auf den Schlaganfall, dann klappt es automatisch mit der Syntax.»
Haben den Joke alle im Saal verstanden? Im Wissen darum, dass das nicht immer der Fall ist, sagt sie auch einmal: «Den nehmen Sie nach Hause, dann ploppt er auf.»
Aber natürlich schont sie auch ihre Landsleute nicht: «In Europa ist die Geburtenrate im Keller. Wunderbar. In Österreich ist die Geburtenrate im Keller am höchsten.»
Und zum Krieg in Europa meint sie: Sie würde kämpfen, aber nur, wenn sie zu den Angreifern gehörte. «Wäre ich gut dabei, die Stellung zu halten, würde ich im Bordell aushelfen.»
Schade, kam es nicht zum Schlagabtausch zwischen Eckhart und Büsser. Ohne einen Wortwechsel, ohne Handschlag hat der Host sie ziehen lassen. Wollte sie nicht? Fürchtete er sich? Wir werden es nie wissen.
Die SVP-Nationalrätin Nina Fehr Düsel setzt sich als Talk-Gast auf das Sofa. Hauptthema war ein Social-Media-Verbot für Jugendliche, das die Zürcherin befürwortet, während ihre Partei es ablehnt. Doch es ging auch um Übernatürliches. Sie geht nämlich nicht in die Kirche, glaubt aber an eine höhere Macht. Büsser fragt: «Also Christoph Blocher?»
Ausserdem wird den Zuschauern verraten, dass Fehr Düsel schon einmal im Kaufleuten, wo die Sendung aufgezeichnet wird, auftrat: vor 30 Jahren bei einem Model-Contest. Sie zu Büsser: «Das kannst du dir gar nicht vorstellen.» Er geistesgegenwärtig: «Kann nur verlieren, wenn ich diese Frage beantworte.»
Und so endet diese Sendung mit dem Gewinn von ein paar Sympathiepunkten für Stefan Büsser.










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