
Montagmorgen. Der Host der SRF-Satiresendung «Late Night Switzerland» trägt noch die Spuren der gestrigen Aufzeichnung im Gesicht, als er uns in seiner Produktionsfirma am Zürcher Schaffhauserplatz begrüsst. Stefan Büsser, 41, der in Abu Dhabi beim Schreiben seines neuen Bühnenprogramms «Über-lebt» vom Iran-Krieg überrumpelt wurde, spricht überraschend offen über seine Krankheit Cystische Fibrose. Um die dreht sich auch seine neue Show.
Stefan Büsser, Sie haben ein Comedyprogramm über Ihre Lungenkrankheit Cystische Fibrose geschrieben. Schweizweit sind 1000 Menschen von dieser Krankheit betroffen. Was hat Sie dazu bewogen, so persönlich zu werden?
Stefan Büsser: Bei Stand-up-Comedy geht es immer um einen selbst. Cystische Fibrose ist meine Geschichte und als Betroffener habe ich es natürlich leicht, Witze über die Krankheit zu machen. Ich empfinde es als befreiend, denn in diesem Bereich wurde das Humorfeld in den letzten Jahren stark eingeengt. Heute ist man sehr sensibel, schaut genauer hin, wer Witze über was macht.
Sie haben als Betroffener die komplette Freiheit, riskieren aber auch nicht viel. Mein Kollege schrieb kürzlich in einer unserer Büssi-Kolumnen, der Büssi ziehe sich am liebsten auf seine Sicherheitsinsel zurück, wo er niemanden verletzen muss.
In diesem Programm wird vor allem einer verletzt, und das bin ich. Für mich ist dieses Programm eine Art Schmerzbewältigung. Ich bin schon sehr gespannt, wie meine Eltern es finden werden. Für sie dürfte es noch härter sein, sich dieses Programm anzuschauen, als für mich, der es geschrieben hat. Aber so gehe ich mit dem Leben um. Im Schmerz suche ich sehr schnell den Humor. Und mein Humor hat tatsächlich primär nicht das Ziel, andere zu verletzen. Wenn sich eine Pointe auf meine Kosten ergibt, dann ist das perfekt.
Selbst von einer chronischen Krankheit betroffen, weiss ich, wie sehr Akzeptanz und Humor zusammenfallen. Sie kamen mit dieser Krankheit zur Welt. Wann hat dieser Prozess bei Ihnen eingesetzt?
Comedian zu sein, ist ja kein Beruf, sondern eine Diagnose. Es ist eine Möglichkeit, mit den Unpässlichkeiten des Lebens umzugehen. Ich habe schon als Kind Sprüche gemacht. Als uns ein Leiter in einem Ferienlager für Jugendliche mit Cystischer Fibrose erklärte, ich würde auf natürlichem Weg nie Kinder zeugen können, war meine erste Reaktion: «Geil, dann muss ich nie Geld für Kondome ausgeben.» Natürlich war das unreflektiert, mit dem Nicht-Kauf eines Kondoms ist die Sache ja nicht erledigt, aber meine erste Reaktion auf solche Hiobsbotschaften war schon immer ein Witz.
Sie haben Ihre Krankheit nie versteckt?
Nein, ich war immer radikal ehrlich. Schüler und Lehrer wussten, was bei mir los ist. In der Schule war das manchmal brutal. Kinder sind grausam, wenn sie merken, jemand ist anders als sie. Du bist das prädestinierte Mobbing-Opfer, wenn du so klein und dünn bist, wie ich es war. Vielleicht habe ich auch deshalb früh das Wort als Waffe entdeckt. Übrigens auch die Liebe zur Comedy. Ich bin mit den CDs von Peach Weber abends eingeschlafen.
Kann man mit Worten Fäuste abwehren?
Wenn meine Mutter sich bei einer anderen Mutter beschwert hat, weil ich wieder mal eins auf den Deckel gekriegt habe, lief das Telefonat eigentlich immer so ab: Irgendwann sagte meine Mutter: «Was hat er gesagt?» «Aha». «Ja, gut, ok.» Ich habe mit Worten sehr viel ausgeteilt.
Eine Krankheit wie Cystische Fibrose erfordert viel Disziplin: Regelmässiges Inhalieren, Verzicht. Was macht das mit der Psyche eines Teenagers?
Diese Disziplinierung ist tatsächlich ein Nebeneffekt meiner Krankheit, für den ich heute dankbar bin, aber auch das Resultat meiner Erziehung. Meine Eltern kommen nicht aus reichem Haus. Sie mussten sich ihren Erfolg erarbeiten. So etwas prägt. Als Kind war diese auferlegte Selbstdisziplin nicht immer schön. Bei CF merkst du aber die Konsequenzen deines Fehlverhaltens schnell. Ich hatte in erwähntem Ferienlager einen besten Freund. Der hat mit 16 Jahren entschieden, seine Therapie abzubrechen. Nach zwei Jahren war er tot. Das war sein Weg. Bis heute ist sein Fall ein Mahnmal für mich.
Sie behaupten in neuen Comedy-Programm, Sie hätten Ihre Krankheit auch gerne als Mitleidserreger instrumentalisiert. Wie haben Sie sich das wieder abgewöhnt?
Das ist eine zulässige Comedy-Übertreibung, im echten Leben habe ich das nie getan. Aber natürlich ist die Aufmerksamkeit und die Fürsorge, die man als kranker Mensch erhält, etwas Schönes. Solange man nicht den Eindruck hat, dass man den Angehörigen zur Last fällt. Ein Gefühl, das ich gut kenne.
Wie war das für Ihre Schwester?
Sie ging – auch wenn keine böswillige Absicht dahintersteckte – ein Stück weit vergessen. Diese Dynamik gibt es in jeder Familie mit chronisch kranken Kindern. Für Eltern ist es sehr schwierig, eine Balance zu finden, wenn ein Kind viel mehr Betreuung braucht.
Sie nehmen seit 2021 ein Medikament, das aus der lebensbedrohlichen Krankheit eine zu managende Krankheit macht. Man spürt in Ihrem Comedyprogramm, Sie reden hier über einen gefährlichen Lebensabschnitt, der längst hinter Ihnen liegt.
Vor zehn Jahren wäre so ein Programm noch nicht möglich gewesen. Ich muss meine Gefühle nicht mehr so sehr aussetzen und meine Eltern können sicher auch besser mit dem Wissen zurückblicken, dass ja alles doch nochmal gut gegangen ist. Die eine oder andere Erinnerung wird sie vielleicht emotional berühren. Ich wusste als Kind ja nicht, wie es für sie war. Und über die frei erfundenen Anekdoten in meinem Programm werden sie sicher lachen. Natürlich habe ich nie in der Migros zu meiner Mutter gesagt: «Das letzte, was ich mir in meinem Leben noch wünsche, ist ein Sugus.»
Wie haben Ihre fürsorglichen Eltern eigentlich auf die Turbo-Karriere Ihres kranken Kindes geblickt? 150 Prozent zu geben, in allen Lebensbereichen - als Mutter hätte ich mir da Sorgen gemacht.
Mein Arzt sagt immer zu mir: «Schauen Sie, dass Sie das Schiff nicht wieder überladen.» Das ist eine sehr treffende Metapher. Wer so arbeitet wie ich, dem steht das Wasser bis zum Hals. Meine Eltern sind aber stolz auf mich. Und ich hoffe, sie sind es auch auf sich selbst. Von Anfang an haben sie mir diese Balance aus Strenge und Freiheit vermittelt. Sie mahnten mich zur Vorsicht und erinnerten mich an meine Therapie. Sie haben mir aber auch die Freiheit gelassen, auch mal Dummheiten zu machen. Am Schulsilvester habe ich geraucht, wie alle anderen auch – es hinterher nur stärker gemerkt.
Trotzdem muss das Thema Endlichkeit ständig im Raum gestanden sein. CF-Kinder hatten lange die Prognose, dass sie das Erwachsenenalter nicht erreichen.
Als kleiner Junge wollte ich einmal von meiner Mutter wissen, was der Unterschied zwischen einem richtigen Grab und einem Kindergrab sei. Für meine Mutter, so erzählte sie es mir später, war das die schlimmste Frage, die ich ihr je gestellt hatte. Sie hat aber gut reagiert. Sie fragte mich: Willst du es dir anschauen gehen? Dann sind wir zu zweit auf den Friedhof gegangen und haben uns die unterschiedlichen Gräber angeschaut. Ich kann mich an diese Episode nicht mehr selbst erinnern.
Glauben Sie, dass Sie sich da Ihrer Endlichkeit bewusst wurden?
Auf jeden Fall habe ich meine Mutter am Grab nicht gefragt, ob ich da auch mal drinliege. Ich konnte das noch nicht so klar abstrahieren. Aber unbewusst muss es mich beschäftigt haben.
Trotzdem behaupten Sie im Comedyprogramm, Sie hätten sich früh mit Ihrer Endlichkeit auseinandergesetzt. Sind Sie deshalb der jüngste Late-Night-Host in der Geschichte des Schweizer Fernsehens geworden, weil Sie pressieren mussten?
Tatsächlich habe ich lange geglaubt, dass ich in meinem Leben mehr Gas geben müsse, weil mir weniger Zeit bleibt als allen anderen. Bis ein Kollege zu mir sagte: Deine Theorie ergibt überhaupt keinen Sinn. Dann müsste ja jeder Mensch mit Ablaufdatum – und das haben wir ja alle – erfolgreich sein.

Andere würden vielleicht sagen: «Mir bleibt so wenig Zeit, die geniesse ich jetzt und verschwende sie nicht mit Arbeit.»
Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Etwas aus meiner Zeit zu machen, ist für mich der eigentliche Antrieb. Ich mache jede Woche eine Sendung fürs Fernsehen. Das ist ein absoluter Traum, und er ist für mich das Leben. Da muss man ab und zu auch mal einen Schritt zurücktreten und das alles wertschätzen. Wenn mein Leben morgen fertig wäre, könnte ich mit gutem Gewissen sagen, dass ich das gemacht habe, was ich wollte. Ein grösseres Privileg gibt es für einen Menschen nicht.
Der Büssi ärgert sich nie über sein Leben?
Wir Menschen sind viel zu oft eingeschlossen in dem ganzen Blödsinn, den wir mit uns herumschleppen. Wir glauben, es drehe sich alles um uns. Mir hilft es aus der Vogelperspektive auf mein Leben zu blicken um zu erkennen, dass Vieles gar nicht so wichtig ist. Humor ist eine der effektivsten Methoden, um Abstand zu sich selbst zu gewinnen.
Mir schien, der Büssi vor «Late Night Switzerland» nahm sich noch wesentlich ernster als der Büssi, der heute in unserer Kolumne jede Woche aufs Dach bekommt.
Ja, und das hat wohl auch mit dem öffentlichen Druck zu tun, den ich beim Start von «Late Night Switzerland» 2024 erlebt habe. Bei den ersten Shitstorms, in die ich als öffentliche Figur geriet, fühlte ich mich von allen Seiten angegriffen. Ich brauchte Zeit, um zu realisieren, dass das gar nicht so viele Hater sind und dass diese Menschen dich gar nicht unbedingt als Person angreifen. Im Grundsatz sind sie einfach nicht damit einverstanden, was du denkst oder sagst, und das ist ja auch ihr gutes Recht. Heute kann ich viel entspannter damit umgehen. Und natürlich hat auch die verbesserte gesundheitliche Situation dazu beigetragen. Ohne das seit 2021 auf dem Schweizer Markt zugelassene Medikament Trikafta könnte ich eine Show wie «Late Night Switzerland» gar nicht machen.
Punkt für Sie: Während andere Menschen um die vierzig zum ersten Mal merken, dass sie altern, haben Sie ab der zweiten Lebenshälfte neue Kräfte gewonnen.
Genau, dafür verlieren Sie den Status als schützenswertes Objekt. Ich kenne CF-Betroffene mit IV-Rente, die Mühe damit haben, dass sie plötzlich wieder eine Zukunft haben. Die stellen sich dann Fragen wie: Kann ich das überhaupt? Wieder einen Job finden und ganz normal funktionieren? Man muss sich völlig neu erfinden.
Erfunden haben Sie sich schon früh. Beim «Blick» reisten Sie quasi noch als Schüler It-Girls wie Paris Hilton hinterher. In Ihrem Programm zeigen Sie ein Selfie mit der Hilton-Erbin.
Ich bin sehr dankbar, durfte ich die Promiwelt schon mit 19 Jahren kennenlernen. In diesem Alter lässt man sich noch so schön blenden. Es existieren Aufnahmen mit Will Smith, mit den Schauspielerinnen Eva Longoria und Selma Hayek. Für Maria Carey musste ich für die 10 gemeinsamen Minuten sieben Stunden in einem Vorzimmer warten. Auf all diesen Fotos sehe ich aus wie ein Schulbub.
War so ein Milchgesicht für einen Reporter nicht auch ein Vorteil?
Einmal habe ich bei einem Round-Table-Gespräch mit dem französischen Schauspieler Alain Delon teilgenommen. Filmkritiker und Kulturjournalisten stellten da ihre Fachfragen und ich, das Milchgesicht, meine knallharten Boulevardfragen. Irgendwann sagte Delon in die Runde: «He’s the fucking best of you all!» Mein Aussehen war ein Türöffner für mich.
Warum sind Sie nicht beim Trash geblieben?
Mein allererstes journalistisches Produkt war eine selbst gebastelte Homepage namens klatschportal.ch. Dort habe ich als Sechzehnjähriger internationale Klatschmeldungen umgeschrieben. Heute blicke ich ambivalent auf diese Zeit zurück, auch auf die beim «Blick». Mit Sicherheit kann ich dank dieser Erfahrung heute meine öffentliche B-Promi-Rolle besser reflektieren und verwechsle Promi-Bekanntschaften nicht mit Freundschaften.
In Ihrer Show repräsentieren verschiedene Figuren alternative Lebenswege, die der Büssi nicht weiter verfolgt hat. Einmal treten Sie als DJ, einmal als indischer Guru auf. Wie ernst ist das gemeint?
In all diesen Nummern steckt ein wahrer Kern. Als 21-Jähriger tourte ich mit Beton-Igelfrisur als DJ Stöffel durch die Ostschweiz – für Zürich war ich schon damals zu uncool. Und im Februar 2020 befand ich mich ohne Handy zwölf Tage in einem Schweigekloster um Vipassana-Meditation zu lernen. Ich hatte mich an einem feucht-fröhlichen Abend dafür angemeldet. Die ganze Zeit vor dem Lockdown war ich also schon eingeschlossen und habe nichts mitbekommen. Das hat mir als Hochrisikopatient viel Stress erspart.
Was haben Sie daraus mitgenommen?
Ich wollte von meinem Lehrer wissen, ob Humor mit der Vipassana-Lehre kompatibel sei. Schliesslich verletze ich ja dauernd Menschen.
Seine Antwort?
Entscheidend sei die Absicht, mit der ich meine Witze mache. Komme der Witz aus einem warmen Ort, sei das kein Problem. Eine spannende Antwort, die viel Interpretationsraum zulässt und dieses aus meiner Sicht sehr problematische binäre Denken, dass nur Betroffene Witze über sich machen dürfen, auch ein wenig relativiert.
In einer Nummer Ihrer neuen Comedyshow stellen Sie sich vor, wie Sie eine Frau daten und dabei mit ihr reden wie mit Ihrem Hund Foxie. Keine Angst, dass Ihnen hier Feministinnen Sexismus vorwerfen?
Ich war zunächst unsicher, aber ich habe die Nummer von einer Feministin gegenchecken lassen und sie hat grünes Licht gegeben. Am Ende des Tages stehe mit dieser Nummer ja vor allem ich lächerlich da.
Wenig zu beanstanden haben, dürfte auch das SRF. Die Quoten von «Late Night Switzerland» sind stabil. Wie zufrieden sind Sie?
Wir sind mittlerweile die erfolgreichste Comedy-Sendung nach «Giacobbo/Müller». Auch weil ich stark in die Texte investiert habe und mit Domenico Blass einen Voll-Profi an Board habe. Blass war neun Jahre Head-Writer für «Giacobbo/Müller». Seine Sorgfalt schlägt sich auch in den Zuschauerzahlen nieder. Zwei Mal war der Marktanteil sogar höher als beim «Tatort» desselben Abends. Das ist eine Leistung. Ich hoffe, wir dürfen nächstes Jahr weitermachen.
Auch die Talks wurden besser, auch wenn es Luft nach oben gibt. Was geht in Büssis Kopf ab, wenn er sich in dieses Haifischbecken aus Spitzenpolitikern schmeisst?
Es geht mir da wohl sehr ähnlich wie dem Entertainer Harald Schmidt, der kürzlich bei uns zu Gast war. Ich habe während des Talks regelrecht gespürt, wie in seinem Kopf beim Antworten sechs Stränge parallel liefen. So etwas ist die Ausnahme. Die meisten Gäste kommen nicht mit dem Anspruch, dass sie unterhalten wollen. Das ist mein Job.
In den letzten zwei Jahren wurde die Sendung zunehmend politischer. Warum nicht von Anfang an?
Ich habe es mir erst nicht zugetraut. Da standen mit mir und Michael Schweizer zunächst ein dünner und ein kräftiger Mann im Kaufleuten auf der Bühne. Alles schrie nach der Reinkarnation von «Giacobbo/Müller» und ich hatte Angst vor diesem Vergleich. Ich wusste, dem würden wir nie standhalten. Das Publikum wollte aber Politik und inzwischen höre ich von Politikern, dass unsere Sendung auch in Bern am Montagmorgen Gesprächsthema ist. Die Politiker, die bei uns auftreten, vergleichen ihre Quoten untereinander. Zweimal im Jahr komme ich in der Wandelhalle vorbei. Wenn ich dann mit Politikern rede, merke ich, wir sind total angekommen.
Über unsere Kolumnen regen Sie sich nicht mehr auf?
Ich bin ja selbst mein grösster Kritiker, bei acht von zehn Sendungen bin ich unzufrieden. Ich ärgere mich nur, wenn ich finde, dass die Kritik unfair ist. Am Anfang war unsere grösste Sorge ja, dass, wenn CH Media an jedem Montagmorgen schreibt, unsere Sendung sei der grösste Seich, die Menschen das auch zu glauben beginnen.
Möglicherweise ist das auch so und Viele schauen sich Ihre Sendung mit der Haltung an, mit der Sie früher den «Bachelor» kommentiert haben: «So ein Seich, aber ich muss mir das anschauen.»
Ja, womöglich hilft meine Trash-TV-Erfahrung um zu wissen, dass auch negative PR einem weiterhilft. (Lacht).
Dass Sie in Abu Dhabi Ferien in diesen politisch unsicheren Zeiten Ferien gemacht haben und vom Kriegsbeginn überrascht wurden, war aber kein kluger PR-Schachzug.
Es war eine Dummheit von mir. Im Nachhinein hätte ich als News-interessierter Mensch mir das wirklich zweimal überlegen sollen. Ich wollte unbedingt mein Soloprogramm zu Ende schreiben und die Ferienwohnung meiner Eltern auf der Lenzerheide war gerade besetzt. Und ich hatte Sehnsucht nach der Sonne.
Da höre ich schon wieder viel Selbstkritik. Was würden Sie dem jüngeren Stefan Büsser raten, der noch glaubte, er müsse allen etwas beweisen?
Dass er es sich nur selbst beweisen muss. Und das habe ich, ich bin viel weiter gekommen, als ich es mir je erträumt hätte.



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