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Tatort-Kolumne

Mord, Totschlag oder Notwehr? Im neuen Tatort hadert eine Polizeitruppe mit ihrer Schuld

Ein alter Rocker liegt tot im Hinterzimmer einer Disco. Gelingt es der Polizeitruppe, dem vorbestraften Ramin Taremi den Mord in die Schuhe zu schieben?
Nachtarbeit am Tatort: Hans-Jochen Wagner und Eva Löbau beim Dreh zu «Innere Angelegenheiten».
Bild: SWR/Benoît Linder

Eine einzige Nacht. Düster ist es unter der Brücke und düster sieht es auch in den Köpfen dieser sechs Polizisten der Einsatztruppe aus. Sie stehen unter Hochdruck.

Und der ist schon in der ersten Minute dieses «Tatorts» maximal, sodass man sich bange fragt: Wie soll da die Spannung die nächsten 90 Minuten gehalten werden? Ein alter Rocker liegt tot im Hinterzimmer einer Disco, seine Bande belagert den Club und will sich rächen.

Und die einzige Frage ist: Gelingt es der Polizeitruppe, dem vorbestraften Ramin Taremi, der sich mit dem Rocker geprügelt hatte, den Mord in die Schuhe zu schieben?

Die sechs Bereitschaftspolizisten, die als erste am Tatort waren, fühlen sich in die Ecke gedrängt.
Bild: SWR/Benoît Linder

Aber ein amoralisch endender Tatort in der ARD, mit einem unschuldig verurteilten Migranten? Kaum vorstellbar. Da müsste mindestens ein zweiter Teil folgen. Wie das Kommissarenduo Eva Löbau und Hans-Jochen Wagner diesen «Schwarzwald-Tatort» löst, bleibt trotzdem spannend. Weil sich Atmosphäre und psychologisches Kammerspiel perfekt ergänzen. Es ist ein Rezept, mit dem ein Krimi auch fast ohne äussere Action funktioniert.

Drei nächtliche Schauplätze wechseln sich ab: Unter einer Brücke streiten, brüllen und kotzen die sechs Polizisten, verdächtigen sich gegenseitig. Was beim Einsatz im Hinterzimmer der Disco genau geschehen ist, wird sich erst ganz zuletzt klären.

In der Disco schweigen die Kumpel und die Verlobte von Ramin Taremi sehr lange, weil die Polizei sowieso rassistisch sei. Und beim Verhör im Hauptquartier schweigt der Verdächtigte über die Gründe der Prügelei. Wer psychologisches Kammerspiel liebt, wird diesen Tatort lieben.

«Tatort» aus dem Schwarzwald – «Innere Angelegenheiten», So, 19.4., 20.05 Uhr, SRF1. Vier Sterne.

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