Urteil

Russell Brand wegen Vergewaltigung schuldig gesprochen

Zwei Tage beriet sich die Jury, dann sprach sie Russell Brand schuldig. Allerdings nicht in allen Punkten. Doch der Schauspieler muss sich auf eine «beträchtliche» Haftstrafe gefasst machen.

Vier Wochen dauerte der Prozess. Nach zwei Tagen Beratung sprach die Jury das Urteil. Der Schauspieler wurde einer Vergewaltigung und dreier Fälle sexueller Nötigung für schuldig befunden.

Von zwei weiteren Vergewaltigungsvorwürfen und einem Vorwurf des versuchten sexuellen Übergriffs wurde er freigesprochen. Der Richter kündigte an, dass Brand eine «beträchtliche» Haftstrafe erwarten dürfe. Er wurde in Untersuchungshaft genommen.

Der Prozess

Brand war wegen dreifacher Vergewaltigung, dreifacher sexueller Nötigung und eines versuchten sexuellen Übergriffs angeklagt. Die Taten soll er zwischen 1999 und 2009 begangen haben.

Zunächst war der Prozess auf eine Dauer von sechs Wochen festgelegt worden. Nun endete er bereits, nachdem die Anklägerinnen, Brand und dessen Ehefrau, sowie weitere Zeugen ausgesagt hatten.

Als er selbst im Zeugenstand war, sagte der 51-Jährige, dass niemand in seinem Freundeskreis zu seinen Gunsten aussagen wolle. Alle hätten sich von ihm abgewandt.

Streit um die Doku

Ins Rollen kam der Fall, nachdem 2023 eine Dokumentation zu den Vorwürfen im britischen Fernsehen ausgestrahlt wurde. Daraufhin meldeten sich die Opfer.

Die Verteidigung argumentierte, diese Doku habe «die Gerechtigkeit vergiftet» und die Anklägerinnen «grundlegend korrumpiert». Das habe eine «verheerende Wirkung» auf Brands Leben gehabt.

Die Anklage argumentierte dagegen. Eine TV-Doku habe keine «magische Kraft». Viel mehr habe sie die sechs Frauen dazu bewegt, vor Gericht Erlebnisse zu schildern, die sie «jahrelang verfolgt» hatten.

Vor der Urteilsverkündung wandte er sich an seine Frau

Brand wurde während des Prozesses als rücksichtsloser, berechnender und manipulativer Sexualstraftäter beschrieben. Er soll seine Opfer für seinen unersättlichen sexuellen Appetit benutzt und danach psychisch manipuliert haben.

Er selbst stritt alle Vorwürfe ab und behauptete, sich an die Frauen nicht erinnern zu können. Andere hätten eingewilligt, aber dann ihre Meinung geändert.

Kurz bevor das Urteil verkündet wurde, sagte Brand zu seiner Frau: «Laura, ich liebe dich.» Danach wandte sich der Richter zu ihm: «Sie wurden wegen mehrerer Straftaten verurteilt, darunter eine Vergewaltigung. Dies hat zwangsläufig eine beträchtliche Freiheitsstrafe zur Folge. Nach meiner derzeitigen Einschätzung muss ich Sie daher in Untersuchungshaft nehmen.» Das Strafmass wird am Montag verkündet.

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