
«Chatsy guy» und «multiple Hundert» – zwei Begriffe, die mittlerweile fast die ganze Schweiz an dasselbe Video denken lassen. Anfang August ging «Sales Guy» Roman aus Zürich in einem Ausschnitt aus dem SRF-Format «Donat auf Achse» viral. Mit seinem eher extravaganten Look und einem Schwall an Anglizismen sorgte er auf Social Media für Erheiterung – aber auch für Spott und kritische Kommentare.
Das virale Video:
In der Folge wurde es ruhig um den Zürcher. Trotz diverser Medienanfragen meldete sich Roman nicht mehr zu Wort, zudem schränkte er auch auf den sozialen Medien seine Sichtbarkeit ein. Knapp zwei Monate nach der Veröffentlichung des Videos ist die wohl bekannteste Schweizer Internet-Personality des Jahres zurück in der Öffentlichkeit – und dies gleich auf dem grünen Teppich am Zurich Film Festival (ZFF).
Gegenüber «Schweiz heute» sagt Roman, er sei «happy, hier zu sein, ohne das Video, das viral gegangen sei, wäre das wohl nicht möglich gewesen. «Ich mag Filme, und es wäre cool, Willem (Dafoe) und Tom (Hiddlestone) kennenzulernen». Er sei mit seinem Vater ans ZFF gekommen, und es sei schön, «Quality father and son-Zeit» zu haben.
In diversen Medieninterviews gab Roman einen Einblick, wie es ihm seit der Veröffentlichung des Videos erging. Dabei liess er durchblicken: Es war nicht immer einfach. «Es hat seine Ups und Downs», sagte er gegenüber «Blue News». In Zürich bewege er sich am liebsten zu Fuss fort, nun werde er aber von vielen erkannt.
«Das ist alles gut», sagte er zwar. «Aber emotional muss man trotzdem damit umgehen können.» Plötzlich im Rampenlicht zu stehen, sei «schon nicht ohne», erklärte er. Vermutlich könne dies nicht jeder durchstehen. Gegenüber dem «Blick» führte er aus, man werde «fast ein wenig paranoid», wenn man realisiere, dass man regelmässig erkannt werden könne. Sein Rezept, um damit klarzukommen: den Hype einfach akzeptieren: «It is, what it is.»
Weiter führte der Zürcher aus, dass er niemals damit gerechnet habe, dass sein Clip derart durch die Decke gehe. Er habe zwar noch angenommen, dass er tatsächlich ausgestrahlt werde, erklärte er. «Ich habe schon gedacht, dass ich etwas charismatischer bin als die meisten Leute, die durch die Bahnhofstrasse gehen», so Roman. «Aber so eine Virality … Dude!»
Mittlerweile sieht der Zürcher aber auch die positiven Aspekte seines neuen Lebens. Ohne dieses Video wäre er etwa nie ans ZFF eingeladen worden, so Roman. Dieser Auftritt mache ihn nervös, sei aber etwas ganz Besonderes. Vor allem auf Tom Hiddleston, den Lieblingsschauspieler seines Vaters, freue er sich.

Das virale Video von Roman hatte in der Schweiz diverse Debatten ausgelöst. Unter anderem über den Umgang mit solchen Persönlichkeiten – auch SRF-Moderator Donat Hofer hatte gegenüber «20 Minuten» erklärt, die spöttischen und teils abschätzigen Kommentare würden ihn stören.
Weiter veröffentlichen einige Unternehmen diverse umstrittene Werbungen mit Roman. Allerdings ist es unlauter, Bild und Stimme einer Person ohne deren ausdrückliche Zustimmung zu verwenden. (dab, watson)


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