notifications
Polizeiruf 110

Schickeria trifft Sozialelend – das Recht des Stärkeren ist umsonst

Wieso gibt ein Mensch aus Burkina Faso einen Mord zu, den er möglicherweise gar nicht beging? Tobias Moretti als Top-Anwalt hat die Antwort.
Kommisar Dennis Eden (Stephan Zinner) und Kollegin Chris Bohm (Johanna Wokalek) werden in der Folge «Ablass» in ihren moralischen Werten erschüttert.
Bild: Susanne Bernhard / BR

Was ist Gerechtigkeit wert für jemanden, der in Burkina Faso lebt? «Burkina Faso» bedeute «Das Land des aufrichtigen Menschen», weiss Kriminalhauptkommissarin Cris Blohm (Johnna Wokalek) etwas altklug - und bedrängt mit dem Argument am Krankenbett Léon Kamara (Yoli Fuller), den Häftling aus eben jenem Land. Er soll gestehen, dass sein Geständnis falsch ist.

Gerechtigkeit muss man sich leisten können

Kamara gab einen Mord zu und wurde dafür in der Dusche der Justizvollzugsanstalt nahezu vollständig zu Brei geklopft: «Du wirst keine deutsche Frau mehr anfassen!» Doch obwohl er im Gefängnis seines Lebens nicht sicher ist, beharrt er darauf, der Täter zu sein. Die Kommissare Blohm und Dennis Eden (Stephan Zinner) stutzen: Kamara wird vertreten vom Elite- Anwalt Schellenberg, der dafür bekannt ist pro Bono zu arbeiten, besonders für Migranten und Flüchtlinge.

Ein Münchner Premiumereignis

Tobias Moretti als Anwalt, der je nach Bezahlung das Recht biegt, ist das letzte Argument, dass den Polizeiruf «Ablass» ohne Einspruch zum Glücksfall macht. Seine Figur stellt alles in Frage, was wir in punkto Gerechtigkeit gemeinhin als gesichert betrachten. Moretti macht den fünften Fall, den das Münchner Team gemeinsam lösen soll zum Premiumereignis: Der Cast ist hoch dotiert, und die Story über das Recht des Stärkeren eine bittere Sache, weil sie so nah am Leben ist. Das Ende von «Ablass» macht keinen froh, deshalb: Fortsetzung folgt, hoffentlich.

Polizeiruf 110, Sonntag, 15. März 2025, ARD, 20.15 Uhr. Wir geben fünf von fünf Sternen.

Mehr zum Thema:

Mehr zum Thema:

Kommentare (0)