
Mit 15 Jahren wollte sich Paris Jackson das Leben nehmen. Im Laufe der Jahre folgten noch weitere Suizidversuche. Im Podcast «On Purpose» erzählt die Tochter von Michael Jackson, dass sie den Kampf «ziemlich oft» fast ganz aufgegeben hätte.
Seit ihrer Kindheit habe sie unter «einer Art chronischer Einsamkeit» gelitten: «Ich wusste nicht, was es war. Ich wusste nur, dass es sich scheisse anfühlte.» Damals sei sie acht oder neun Jahre alt gewesen.
«Als ich etwas älter wurde, fing ich an, Dinge auszuprobieren, die das Problem vorübergehend überdeckten oder mich zumindest davon ablenkten», erzählt sie. Sie habe Alkohol und Drogen als «Pflaster» für ihre «überwältigenden Gedanken und Gefühle» benutzt.

Psychischer und emotionaler Missbrauch in Therapie
Doch die Realität sah anders aus: «Zuerst macht es Spass, dann gibt es Spass mit Problemen, dann Probleme mit Spass, und schliesslich sind es nur noch Probleme.» Für eine Weile konnte die heute 28-Jährige diese Probleme verstecken, doch «irgendwann kann man das nicht mehr bewältigen».
Schliesslich schickte ihre Familie sie für mehrere Monate in eine Therapieeinrichtung. «Ich bin dort definitiv mit einer stärkeren posttraumatischen Belastungsstörung herausgekommen, als ich hineingegangen war», erzählt sie. Sie hatte danach Albträume, zurückkehren zu müssen.
Dennoch gehöre sie zu den «Glücklichen», die keinen körperlichen oder sexuellen Missbrauch erlebt hätten. «Aber es gab dort definitiv jede Menge psychischen, emotionalen und spirituellen Missbrauch», sagt Jackson. So seien Patienten gegeneinander ausgespielt und Telefongespräche belauscht worden: «Man lernte, dass man niemandem trauen konnte – weder der Zimmergenossin noch dem Therapeuten.»
Wer nicht mitmachte, wurde bestraft: «Man wurde mit Medikamenten vollgepumpt und war völlig benebelt – wie ein Zombie.» Es sei hart für sie gewesen. «Man musste lernen, das Spiel mitzuspielen, wenn man da wieder herauskommen wollte», sagt sie.

Erneuter Suizidversuch: «Scheisse, es hat nicht funktioniert»
Danach versuchte Jackson, selbstständig clean zu werden. Stattdessen folgte ein weiterer Suizidversuch: «Es hätte funktionieren müssen. Als ich Stunden später aufwachte, sagte ich nur: ‹Scheisse, es hat nicht funktioniert›.»
Sie ging immer wieder verschiedene Szenarien durch und wie sie schiefgehen könnten. «Ich schwankte zwischen dem Gefühl ‹Ich halte es hier nicht mehr aus› und dem Gedanken: ‹Meine Zeit ist noch nicht gekommen, also sitze ich hier fest›.» Also habe sie einfach versucht, es auszusitzen.
Im Podcast berichtet sie, dass sie auf ihre «spirituellen Werkzeuge» setzte – und schliesslich erneut in Therapie ging. Im Januar feierte Jackson auf Instagram, dass sie seit fünf Jahren clean und trocken ist. Doch das sei «nicht immer ein Zeichen dafür, dass das Leben perfekt ist».
Jetzt erklärt sie, was sie damit meinte: Damals haben sich erneut Suizidgedanken eingeschlichen. Deshalb entschied sie sich für eine Elektrokonvulsionstherapie (EKT), eine Behandlung mit Stromstössen. Das sei zwar zu Beginn schmerzhaft gewesen, aber «nicht mehr so barbarisch wie früher». Man sei unter Vollnarkose, wenn man geschockt werde. Und ihr habe die Behandlung geholfen.
Es sei keine dauerhafte Lösung, doch es helfe ihr, mit ihren psychischen Problemen umzugehen: «Wenn ich weiss, dass ich vielleicht wieder traurig werde und eine dunkle Phase durchlebe, nehme ich hoffentlich diesmal die Gewissheit mit: ‹Es gibt einen Ausweg. Du hast es schon einmal geschafft. Du wirst es wieder schaffen›.»
Immer mehr Stars machen ihre mentalen Probleme öffentlich
Jackson betont, dass es ihr helfe, ihre Erfahrungen zu teilen: «Die Geschichten anderer Menschen haben mir geholfen. Wenn ich das also weitergeben kann, werde ich das definitiv tun.»
Auch andere Promis machen ihren Kampf mit ihrer mentalen Gesundheit öffentlich. So lenken sie das Thema in den Fokus, was helfen kann, um Vorurteile abzubauen:



Kommentare
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien, die Kommentare werden von uns moderiert.
Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben.