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Er perfektionierte Hitler-, Grusel- und Helden-Parodien: Mel Brooks wird 100

Nur wenige haben einen Oscar, Emmy, Tony und Grammy gewonnen. Multitalent Mel Brooks zählt dazu. Jetzt wird der Komiker und Regisseur 100 – und bringt Menschen immer noch zum Lachen.
Mel Brooks bei den BAFTA Awards 2017. Bis heute hat er zig Filmpreise gewonnen.
Bild: Facundo Arrizablaga

Gut zwei Monate vor seinem runden Jubiläum verriet Brooks in einem witzigen Video den Titel für die Fortsetzung der Hit-Komödie «Spaceballs» von 1987. «Spaceballs: The New One» sei genau wie der alte Film - «aber er ist Neuer», schmunzelt Brooks.

Im Original, mit dem er «Star Wars» und «Star Trek» auf die Schippe nahm, war er als Regisseur, Produzent und Yoda-Parodie «Yogurt» dabei. Die Fortsetzung unter der Regie von Josh Greenbaum soll im April 2027 ins Kino kommen.

Will Menschen zum Lachen bringen

Heute feiert er seinen 100. Geburtstag. Und der Schöpfer von Kultfilmen wie «Robin Hood: Männer in Strumpfhosen» und «Dracula – Tot aber glücklich» ist immer noch aktiv.

Egal ob Vampire, Cowboys, Ausserirdische oder Nazis – vor dem Parodiemeister ist niemand sicher.
Bild: Reed Saxon

Er twittert, seit er 86 Jahre alt ist. Auf X stellt er sich als «Autor, Regisseur, Schauspieler, Produzent und gescheiterter Milchbauer» vor. Mit 97 nahm er bei der «Governors Awards»-Gala nahm  der Komiker die hohe Auszeichnung für sein Lebenswerk entgegen. Ein Jahr zuvor mischte er in einer Gastrolle in der Mystery-Comedy-Serie «Only Murders in the Building» mit.

«Ich wurde geboren, um Menschen zum Lachen zu bringen, also tue ich das», sagt Brooks in der zweiteiligen Dokumentation «Mel Brooks: The 99 Year Old Man!», die im Januar auf HBO Max Premiere feierte.

Der in Brooklyn geborene Melvin Kaminsky, Sohn jüdischer Einwanderer aus Danzig und Kiew, war früh für seinen schrägen Humor bekannt. Sein absurd-klamaukiges Regiedebüt «The Producers» (1968, «Frühling für Hitler») um Nazis, Show-Girls und Broadway-Produzenten brachte ihm einen Oscar für das beste Drehbuch ein.

2001 kam «The Producers» als Broadway-Musical auf die Bühne. Dort wurde die mit zwölf Tony-Trophäen ausgezeichnete Hitler-Parodie zur Sensation. 2009 feierte der schrille Nazi-Ulk in Berlin die Deutschlandpremiere.

Schauspieler Nathan Lane und Matthew Broderick spielten in der Broadway- und in der Filmversion von "The Producers" die Hauptrollen.
Bild: Bild. Andrew Schwartz

Denken Sie, dass das deutsche Publikum über «The Producers» lachen
kann? - wurde Brooks damals im dpa-Interview gefragt. Seine Antwort: «Auf jeden Fall. Diejenigen, die das Theater lieben und die Unterhaltung, sind die Deutschen, die ich mag. Mein Vater war ja auch Deutscher und er war ein sehr lustiger Kerl. Ich denke, er hätte das Musical gemocht. Leider habe ich ihn nie kennengelernt, denn er starb, als ich zwei Jahre alt war. Wenn man etwas Wichtiges zu sagen hat, dann sollte man es mit ganz viel Humor sagen. Ich will mich ja nicht auf eine Seifenkiste stellen und predigen.»

Als EGOT-Künstler gefeiert

Alleskönner Brooks gewann im Laufe seiner Karriere auch noch Emmys und Grammys dazu und schaffte es damit in die erlauchte Gruppe von EGOT-Künstlern, die in allen vier Sparten - Fernsehen (Emmy), Musik (Grammy), Film (Oscar) und Theater (Tony) - mit dem jeweils höchsten Preis der Branche ausgezeichnet wurden.

Nichts war vor Brooks sicher. Mit «Frankenstein Junior» (1974) verulkte er Horrorfilme. Mit dem Klamaukstreifen «Robin Hood - Helden in Strumpfhosen» parodierte er 1993 Kevin Costners Heldenepos «Robin Hood - König der Diebe». Für die Vampirfilm-Parodie «Dracula – Tot aber glücklich» (1995) trat Leslie Nielsen als Vampirfürst vor die Kamera.

Gleich drei von Brooks Filmen schafften es auf die Liste des renommierten American Film Institute der 100 witzigsten US-Komödien aller Zeiten: «Der wilde wilde Westen», «Frühling für Hitler» und «Frankenstein Junior».

Sternen-Ehre in Hollywood

2010 wurde Brooks auf dem «Hollywood Walk of Fame» mit einem Stern verewigt. Zu der Zeremonie auf dem berühmten Bürgersteig brachte der vierfache Vater seinen Sohn Max, ebenfalls ein Drehbuchschreiber (»World War Z») mit. Er stammt aus seiner langjährigen Ehe mit der Schauspielerin Anne Bancroft («Die Reifeprüfung»). Mit der Oscar-Gewinnerin war Brooks von 1964 bis zu ihrem Krebstod im Jahr 2005 verheiratet. (dpa)

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