
«Nach allem, was in den letzten 48 Stunden passiert ist, will ich das Gespräch wieder auf das Wesentliche lenken: auf die palästinensische Bevölkerung.» Mit diesen Worten startet Macklemore sein neuestes Instagram-Statement.
Nachdem er auf der Bühne lautstark seine Unterstützung für Palästina klargemacht hatte und deswegen aus Ed Sheerans Tour flog, will er jene in den Mittelpunkt rücken, «die für ihren Einsatz für Palästina einen hohen Preis gezahlt haben.»
Darum kündigt er an, sein Honorar in Höhe von einer Million Dollar, die er für die Tour erhalten hat, zu spenden. Und zwar an sechs Organisationen, die sich für die Unterstützung der palästinensischen Bevölkerung einsetzen. Doch nicht nur das.

Kraft versucht, sich aus der Affäre zu ziehen – und weckt Zweifel
«Einen Scheck auszustellen, ist eine der kostengünstigsten Formen der Solidarität, die mir offenstehen. Ich tue es, weil ich es kann», meint er in seinem Post – und fordert Robert Kraft direkt auf, es ihm gleichzutun und ebenfalls dieselbe Summe zu spenden.
Der milliardenschwere Eigentümer des Gillette-Stadions und bekannter Unterstützer Israels hatte Macklemore zuvor die Bühne verweigert. Er fand die Aussagen des Rappers «tiefgreifend beleidigend und verletzend für die jüdische Gemeinschaft.»
Der 85-Jährige reagierte – aber nicht wegen Macklemore. Ed Sheeran habe ihn zuerst «angerufen und gebeten, 2 Millionen Dollar bereitzustellen, um seine Spende zur Bewältigung dieser humanitären Krise in der Region zu ergänzen.»
Er sei überzeugt, «dass jedes Leben schützenswert ist», und fügte hinzu: «Ed plant nun, weitere Veranstaltungsstätten-Betreiber anzusprechen.» Es sei ihr gemeinsames Ziel, weiter Brücken zu bauen.

Das kann die Instagram-Kommentare kein bisschen bremsen. Im Gegenteil. «Ed Sheeran und Robert Krafts PR-Team leistet Überstunden», glaubt jemand. Doch vor allem ein Punkt ist brisant: «Wem spendet er sein Geld?», fragen sich viele. Denn im Gegensatz zu Macklemore hat Kraft nicht klargemacht, zu wem sein Geld fliesst.
Wie Popkultur und Politik einen Shitstorm beschwören
Macklemore beendet seinen Post erneut mit den Worten, die alles ins Rollen gebracht haben: «Free Palestine». Dafür wolle er sich weiter einsetzen: «Ich werde auch künftig an der Seite des palästinensischen Volkes und seines Kampfes um Befreiung stehen. Wenn sich der Medienrummel weiterbewegt – und das wird er – dann zieh nicht mit.»
Doch eines fällt bei der Saga auf: Das Ganze hat einen enormen Wirbel ausgelöst. Das Thema hat Social Media geflutet, Promis melden sich zu Wort und es wird in tausenden Kommentaren diskutiert – und vermutlich sind nicht alle Bots.
Dabei ist weder die Situation in Palästina noch Macklemores Engagement etwas Neues. Schliesslich erschien sein Protestsong «Hind's Hall» bereits 2024. «Was wir hier sehen, ist, wie Popkultur auf Politik trifft», sagt «New York Times»-Journalistin Lulu Garcia-Navarro gegenüber «CNN».
Laut Umfragen wächst die Kritik gegenüber Israel «und wenn dann noch Popkultur ins Spiel kommt, haben die Menschen plötzlich einen Zugang. Es geht nicht darum, wer Bomben schickt oder was im Kongress passiert. Das ist für die meisten sowieso schwer greifbar. Aber das hier ist etwas, das sie tatsächlich verstehen können.»
Ein zweiter Punkt sei, dass viele Menschen das Gefühl haben, keine Kontrolle über ihre Meinungsfreiheit zu haben: «Das war lange ein grosses Thema auf der rechten Seite – und jetzt auch auf der linken Seite mit der Parole ‹Freiheit für Palästina› und der Wahrnehmung, dass pro-palästinensische Stimmen zensiert werden. So ist daraus ein richtiger Shitstorm entstanden.»



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