«Alltag und Normalität konnten wieder einkehren. Wir denken oft an das letzte Jahr zurück und sind sehr dankbar für die erhaltene Unterstützung.»
Dies hat uns kürzlich eine Familie geschrieben, der wir letztes Jahr helfen konnten. Deren drittes Kind ist aufgrund eines Gendefekts mehrfach behindert. Für die Eltern bedeutet dies eine stete Herausforderung: «Es ist die Summe aller kleinen Dinge, welche die Belastung ausmacht», sagen sie. Letztes Jahr half die LZ-Weihnachtsaktion, dass die familienexterne Betreuung etwas aufgestockt werden konnte, als das behinderte Mädchen eine grosse Operation mit wochenlanger Reha über sich ergehen lassen musste. Und immer ein Elternteil bei ihm weilte.
Auch der Blick in die Zukunft macht Sorgen
Obwohl dies nun überstanden ist, bleibt der Weg für die ganze Familie anspruchsvoll. Ein Lichtblick ist, dass das Mädchen, das sich bisher nur mit Gebärden verständlich machen konnte, ein neues Kommunikationsgerät erhalten hat. Es lernt, damit umzugehen. Und die Eltern lernen mit. Während das achtjährige Mädchen ganz im Hier und Jetzt lebt, gehen die Gedanken der Eltern zuweilen auch vorwärts: «Mit dem Älterwerden unserer Tochter werden neue Themen hinzukommen.» Und sie wissen auch, dass ihr Kind wohl ein Leben lang besondere Zuwendung brauchen wird.

Familien mit einem behinderten Kind gehören zu den häufigen Situationen, in denen die LZ-Weihnachtsaktion helfen kann. Fast immer geht es darum, die Eltern, die stetig am Limit sind, ein Stück weit zu entlasten.
Alleinerziehende haben ein grosses Armutsrisiko
Am Limit: Das gilt auch für viele Alleinerziehende. Und sie gehören zur Gruppe der Bevölkerung mit dem höchsten Armutsrisiko. Eine neue Studie spricht Klartext: Das Armutsrisiko ist für Einelternhaushalte fast fünfmal so hoch wie dasjenige aller Haushalte. Entsprechend betreffen ein grosser Teil der Fälle, in denen die LZ-Weihnachtsaktion hilft, Alleinerziehende. Dass sie eine stark erhöhte Betreuungsarbeit leisten, ist nur ein Teil der Belastung. Hinzu kommt fast immer finanzieller Druck, weil bei einer Trennung aus einem Haushalt deren zwei werden, weil das Erwerbspensum verkleinert werden muss, weil der andere Elternteil oft seinen Zahlungspflichten nicht nachkommen kann oder will.
Drei Fakten zu Armut bei uns
- In der Schweiz sind 114’000 Kinder von Armut betroffen und 315'000 weitere gefährdet.
- Einelternhaushalte sind fünfmal so oft arm wie andere Haushalte.
- Rund 200’000 Betagte leben unter der Armutsgrenze. (are)
Auch unsere Gesuche zeigen: Die Mehrheit der Alleinerziehenden sind Frauen. Aber es gibt auch Männer. Letztes Jahr haben wir über einen Vater berichtet. Sein kleiner Sohn litt stark darunter, dass ihn seine Mutter verlassen hat und ins Ausland abgetaucht ist. Der Vertrauensverlust führte dann zu auffälligem Verhalten in der Schule. Die LZ-Weihnachtsaktion hat den beiden gegen den finanziellen Druck geholfen, der entstanden ist, weil die Alimente der Mutter ausblieben. Inzwischen hat der Vater für seinen Sohn eine sozialpädagogische Schule gefunden, in der dieser sich wohlfühlt und laufend Fortschritte erzielt.
Das Alter ist ein weiteres Armutsrisiko
Den meisten Seniorinnen und Senioren bei uns geht es materiell gut bis hervorragend. Aber erschreckend vielen nicht. Laut aktuellen Zahlen leben in der Schweiz rund 200’000 Seniorinnen und Senioren unterhalb der Armutsgrenze, weitere 100’000 nur knapp darüber. In den wenigsten Fällen hat ein vorheriges Leben in Saus und Braus dazu geführt. Oft sind es ganz normale Biografien. Frauen sind davon häufiger betroffen, gerade auch nach dem Verlust ihres Partners. Lange Aufenthalte in Heimen oder hohe Pflegekosten verschärfen materielle Knappheit, sodass auch mit Ergänzungsleistungen neben dem Allernötigsten nichts bleibt.
Gerade bei betagten Menschen zeigt sich, wie die LZ-Weihnachtsaktion auch mit kleinen Beiträgen viel bewirken kann. Ein Bus-Abo, Geld für einen gelegentlichen Coiffeurbesuch oder nur schon ein wenig Taschengeld fürs Café helfen vor allem gegen die soziale Isolation, die im Alter oft droht.
Letztes Jahr berichteten wir über eine vife 90-Jährige, die nach einem bewegten und arbeitsreichen Leben in einem Altersheim lebt. Ihr konnten wir mit einem kleinen Taschengeld helfen, damit sie sich im nahen Dorfladen zuweilen «öppis z’chrömle» leisten kann. Nicht deswegen hat sie sich aber für den Zeitungsbericht zur Verfügung gestellt. Es war ihr wichtig, anderen betagten Menschen eine Stimme zu geben, die von der Bildfläche des Lebens fast verschwunden sind. Wir stehen weiterhin in Kontakt mit ihr. Es geht ihr gut.
Das grosse Risiko, ein Kind zu sein
Wenn wir von älteren Menschen sprechen, müssen wir auch auf die ganz jungen schauen. Laut neusten Zahlen sind in der Schweiz 114’000 Kinder von Armut betroffen, weitere 315'000 sind armutsgefährdet. Somit ist fast jedes fünfte Kind betroffen. Natürlich steht dies praktisch immer in familiärem Kontext. In besonderer Gefahr sind Kinder aus Einelternhaushalten und kinderreichen Familien. Kinderarmut senkt nicht nur die aktuelle Lebensqualität, sondern auch Bildungs-, Entwicklungs- und Gesundheitschancen sowie soziale Teilhabe.
In vielen Fällen unterstützt die LZ-Weihnachtsaktion Kinder und Jugendliche direkt, in anderen dank der Hilfe an ganze Familien. Hier gilt besonders: Unsere Spenderinnen und Spender helfen nicht nur im Moment, sie investieren in die Zukunft von Menschen.




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