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«Kinder spüren genau, wenn das Geld fehlt»: Michaela Tschuor und andere Persönlichkeiten unterstützen die LZ-Weihnachtsaktion

Menschen aus Politik, Wirtschaft und Sozialhilfe unterstützen die 31. LZ-Weihnachtsaktion, die am Donnerstagabend offiziell gestartet worden ist. Die Luzerner Regierungsrätin Michaela Tschuor stellte vor allem Kinder ins Zentrum ihrer Gedanken.

Eltern machen sich Sorgen, wie sie den Klassenausflug ihres Kindes bezahlen oder ihm etwas Taschengeld mitgeben können. Was in vielen Familien selbstverständlich ist, bereitet anderen regelmässig Probleme. Vor allem in ihrer Zeit als Sozialvorsteherin in der Gemeinde Wikon hat die Luzerner Regierungsrätin Michaela Tschuor solche Gespräche öfter erlebt.

«Bis heute beschäftigt mich daran vor allem auch die Situation der betroffenen Kinder. Diese spüren oft sehr genau, wenn das Geld knapp ist. Manche fragen dann lieber gar nicht mehr. Oder sagen, sie wollen ohnehin nicht mitgehen. Dabei würden sie so gerne.»

Michaela Tschuor spricht am Donnerstagabend beim Startanlass zur diesjährigen LZ-Weihnachtsaktion vor rund 130 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Sozialhilfe. Alle fühlen sich unserer Spendensammlung verbunden und unterstützen sie auf verschiedenste Art.

Heutige Unsicherheit bedrängt junge Menschen ganz besonders

Kriege, Krisen, steigende Lebenskosten, Technologien, die unser Leben rasant verändern: Was uns allen Sorgen bereitet, betrifft junge Menschen in ihrer verletzlichen Lebensphase besonders. «Was trägt einen jungen Menschen, wenn vieles um ihn herum unsicher wird?», fragt Michaela Tschuor. Natürlich sind es in erster Linie die Familien. Doch was ist, wenn die Eltern das gerade nicht schaffen?

«Eine akute Notlage zu überbrücken, kann einer ganzen Familie wieder Luft geben», sagt Tschuor mit Blick auf die LZ-Weihnachtsaktion. Das soziale Netz des Staates trage zwar, aber die nötigen Abklärungen würden viel Zeit brauchen. «Hier liegt eine grosse Stärke der LZ-Weihnachtsaktion. Sie kann rasch, unkompliziert und gezielt helfen. Wer die LZ-Weihnachtsaktion unterstützt, gibt Menschen ein Stück Sicherheit und Spielraum zurück.»

Aber es gehe nicht immer nur um Geld, ergänzt Michaela Tschuor: «Es braucht Menschen, die aufmerksam sind. Die nachfragen. Und denen ein Kind sich anvertrauen kann.» Nicht immer können das die Eltern sein. Und so spannt Tschuor den Bogen zu Marc Steiner, Co-Leiter der Kinder- und Jugendsiedlung Utenberg, Luzern.

Er hat direkt mit jungen Menschen zu tun, die meist wegen familiärer Probleme nicht bei ihren Eltern leben können. Was ist für sie wichtig, zumal elterliche Liebe nicht ersetzt werden kann?

«Menschen, die sich dafür interessieren, wie es mir geht»

«Elternliebe nicht», sagt Marc Steiner im Interview. «Aber tragfähige Beziehungen. Die Kinder und Jugendlichen sollen spüren: Hier sind Menschen, die verlässlich für mich da sind, mir Sicherheit vermitteln, sich dafür interessieren, wie es mir geht. Auch wenn ich mal traurig oder wütend bin.»

In der Kinder- und Jugendsiedlung Utenberg leben derzeit 43 junge Menschen in betreuten Wohngruppen, das jüngste Kind ist achtjährig. Auf die Frage, ob der Grund für die Schwierigkeiten immer die Eltern seien, antwortet Marc Steiner: «Es ist oft eine Kombination zwischen Problemen und fehlenden Ressourcen der Eltern, was nicht selten herkunfts- oder armutsbedingt ist, und Themen wie etwa ADHS, welche die Kinder selber mitbringen.»

«Das gemeinsame Nachtessen wird oft zum Käferfest»

Auch Steiner weist darauf hin, dass die angsteinflössenden Weltlage sowie Schattenseiten der Digitalisierung die Probleme verstärken. «Ein Jugendlicher etwa, der punkto Handynutzung keine Grenzen erhält, wird auch sonst wenig Frustrationstoleranz entwickeln.»

Auch unter den Jugendlichen entstehen in der Siedlung wertvolle Beziehungen, sagt Steiner. Die Stimmung sei oft gut. «Wir lachen viel, und das gemeinsame Nachtessen wird oft zum Käferfest.» Aber natürlich gebe es auch Konflikte, Eifersucht, Rivalitäten. Insgesamt erleben sie die Siedlung als Ort, wo sie sicher sind und Selbstvertrauen aufbauen können. Die meisten von ihnen werden später den Weg in ein gut integriertes Erwachsenenleben finden. In vielen Fällen trägt die LZ-Weihnachtsaktion dazu bei, indem sie etwa wertvolle Aktivitäten finanziert, die sonst nicht möglich wären.

Bettina Schibli, Stiftungsratspräsidentin, dankt all unseren Spenderinnen und Spendern. Nicht nur für das letztjährige Rekordergebnis. Sondern vor allem dafür, wie konstant über all die Jahre die Solidarität in unserer Region ganz konkret gelebt wird.

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