
Das Gefühl danach
Es ist schon ein bisschen fies. Da rackert sich Büssi fast eine ganze Sendung lang ab, gibt sich Mühe, eine richtige Late-Night-Show zu machen und mit Satire auf die politischen Themen der Woche zu reagieren. Und auch wenn er dabei gleich mehrere Ebenen bespielt, etwa beim Kampfjet-Fiasko um Viola Amherd, bleibt der Applaus eher bescheiden.
Dann kommt Helga Schneider für einen Kurzauftritt vorbei, um über aufgespritzte Lippen zu schwadronieren. Und das Publikum flippt aus, wenn sie Wörter wie «Bockwurst» und «Gummisusi» in den Mund nimmt. Nicht, dass ihre Witze schlecht wären, aber die von Büssi können da locker mithalten.

An den Gags kann es also nicht liegen, dass Stefan Büsser an diesem Abend nur mässig zum Publikum durchdringt. Vielleicht wirkt er in seinem hellblauen Anzug einfach etwas blass. Aber Wunder geschehen: Ausgerechnet die graue Maus Daniel Jositsch hilft ihm, die Sendung so ins Ziel zu bringen, dass am Schluss der Eindruck dominiert: War ja doch ganz lustig.
Der beste Spruch
FDP-Ständerat Andrea Caroni schlägt eine Zuwanderungsabgabe von mindestens 4000 Franken vor. Büssi differenziert: Wer das Golden Ticket kauft, kann sich auch in die Sozialhilfe einkaufen. Wer in den Aargau einreist, bekommt sogar Geld zurück.
Und dann natürlich die eingangs erwähnte Sequenz zu Amherd und dem angeblichen Fixpreis bei der Beschaffung der F-35. Büssi wittert eine Wallis-Connection und macht einen Fondue-Vergleich: Amherd habe im VBS die Fäden gezogen und die Sache sei gewaltig angebrannt.
Büssi ist ausserdem nicht entgangen, dass Amherd ihrem Nachfolger Martin Pfister zum Amtsantritt eine Flasche Wein geschenkt hat. Diesem hingegen ist dabei aber offenbar entgangen, «dass direkt neben ihm bereits eine Flasche stand».
Und auch das noch: Ein Jäger erschiesst aus Versehen ein Pferd, weil er es für einen Hirsch hält (wirklich geschehen). Ein anderer erlegt eine Katze, weil er glaubt, sie sei ein Fuchs (wirklich geschehen). Büssi: «Das passiert, wenn ein Jäger mehr Jägermeister intus hat, als er Meister ist.»
Der grösste Fail
Der Romandie-Korrespondent: Wein aus der Romandie stimuliere das Gehirn, deshalb seien die Welschen besser in der PISA-Studie. Aha. Da ist Jositschs ehrliches Alkohol-Feedback so viel besser (siehe unten).
Das beste Meme

Viola Amherd eröffnet ein neues Dorflädeli unter dem Namen «Fixpreis».
Der Gast

Er betritt die Bühne mit zwei leicht bekleideten Blondinen in Lederkostümen. Nein, nicht Daniel Jositsch, sondern Bastian Baker, der singende Gast. Im weissen T-Shirt und in der Lederjacke macht er auf James Dean. Er spielt die Hauptrolle in der Neuauflage des «Keep Cool»-Musicals von Marco Rima.
Büssi fragt ihn nach seiner Rolle. Baker: «Ich spiele Marco Rima vor dreissig Jahren.» Büssi: «Und in viel schöner.»
Nun aber zum Talkgast: Daniel Jositsch. Der Ständerat ist bekanntlich aus der SP ausgetreten und spricht sich für die Neutralitätsinitiative der SVP aus. Büssi fragt: «Herr Jositsch, sind Sie ein linker Rechter oder ein rechter Linker?»

Das weiss Jositsch wohl selber nicht so genau. Parteilos zu sein, sagt er, sei ein bisschen wie Single zu sein. Büssi bohrt nach und will wissen, in welcher Phase der Trauer er sich befinde. Dann diagnostiziert er: Es müsse die Trotzphase sein. Jositsch lässt das nicht gelten und weist darauf hin, dass er noch immer viel Kontakt zur SP habe: «Es ist, wie wenn man sich scheiden lässt und trotzdem noch zusammenwohnt.»
Dann werden Drogen konsumiert. Büssi bietet Jositsch ein «LSD-Täfeli» mit dem Konterfei von Jacqueline Badran an. Natürlich verspeist Jositsch Badran gerne. Büssi fragt noch warnend: «Haben Sie Erfahrung mit Drogen?» Jositsch: «Zählt Alkohol auch? Da habe ich Erfahrung.» Okay?!
Wir erfahren noch mehr. Etwa wie sein Lieblingswitz lautet: Für welches Amt kandidiert Daniel Jositsch nach seinem Tod? - Als Gott. Jositsch meinte allerdings, er wisse gar nicht, weshalb das bloss ein Witz sei. Gott sei ja wirklich ein Sesselkleber – schonseit ein paar Tausend Jahren im Amt.
Und was passiert, wenn Jositsch nicht als Ständerat gewählt wird? Dann wartet er auf die nächsten Bundesratswahlen und kandidiert dort wieder. Eine Late-Night-Show würde er ebenfalls gerne machen, aber nur am Freitagabend.
Büssi: «Sie sind aber schon ein bisschen bequem.» Jositsch: «Wer nicht?» Büssi: «Also ich arbeite gerne am Wochenende. Aber ich bin auch nicht links.»




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