
«Ich habe Krebs», sagte Jeremy Clarkson in der letzten Folge seiner Serie «Clarkson’s Farm». Bereits zuvor warnte er Zuschauer auf Instagram, dass die Show für einmal nicht charmant und unbeschwert, sondern «wirklich, wirklich schwer» anzusehen sein werde. Während er in der Sendung zunächst nichts Genaueres dazu sagen wollte, gab er später bekannt, dass im Mai Prostatakrebs entdeckt worden sei.
Der ehemalige «Top Gear»-Moderator erzählte, er habe sich nach einer Vorsorgeuntersuchung einer Biopsie unterzogen und die Diagnose erhalten, dass der Krebs zwar aggressiv sei, aber in einem sehr frühen Stadium entdeckt worden sei. Er habe sich einer Operation unterzogen, bei der Teile der Prostata entfernt wurden: «Die Prostata ist zu zehn Prozent abgestorben. Die zehn Prozent, in denen der Krebs war.»
In der Sendung zeigte sich der 66-Jährige im Spitalbett, weil manche Behandlungen «nicht ganz reibungslos verlaufen» seien. «Ich werde noch eine Weile hier sein», sagt er. «Ich weiss nicht, was passieren wird.» Clarkson verabschiedete sich mit den Worten: «Wenn alles gut geht, sehen wir uns in der sechsten Staffel wieder, und wenn nicht, dann nicht. Passt auf euch auf.»

Clarkson sorgte immer wieder für Skandale
Clarkson moderierte bis 2015 mit der Autoshow «Top Gear» die erfolgreichste Sendung der BBC – bis er nach einer handgreiflichen Auseinandersetzung am Set suspendiert wurde. Zuvor wurde er schon mehrmals vom Sender verwarnt und sorgte für einige Skandale.
In einer Folge machte er Witze darüber, dass Lastwagenchauffeure Prostituierte umbringen, was der BBC fast 1000 Beschwerden einbrachte. Er bezeichnete Mexikaner als «faul und nutzlos», Japaner sähen aus «wie Menschen mit Geschwüren im Gesicht», und auch das N-Wort sagte er vor laufender Kamera. Doch seine Fans lieben den Moderator, weshalb er auf den Bildschirm zurückgeholt wurde und seit 2021 die Doku-Serie «Clarkson’s Farm» über seinen eigenen Bauernhof moderiert.

Der Engländer gab in den letzten Jahren immer wieder auch über seine Gesundheit Auskunft. Im vergangenen Jahr schrieb er in einem Artikel für die Sunday Times, dass er sich alle paar Jahre medizinischen Check-ups und regelmässigen Prostatauntersuchungen unterziehe: «Ich habe schon zu viele Freunde an Prostatakrebs erkranken sehen, und um die Situation frühzeitig in den Griff zu bekommen, braucht es nur einen kurzen Moment der Benommenheit.»
Sein Herzinfarkt führte zur frühen Diagnose
Vor Clarksons Krebsdiagnose hatte er einen schweren Herzinfarkt. Auch das machte er in seiner Sendung öffentlich und erzählte, eine Arterie sei komplett verstopft gewesen. «Ich bin zurück und nicht tot», sagte er damals und fügte hinzu: «Der Tod muss noch warten. Es war verdammt knapp.»
Doch genau das könnte ihm jetzt im Kampf gegen den Krebs helfen. Denn nur deshalb ging er so schnell zum Arzt: «Ich habe auf meinem Handy gescrollt. Hätte ich das nicht getan, hätte ich kein Kribbeln im Arm verspürt, und wenn ich kein Kribbeln verspürt hätte, hätte ich nicht gedacht: ‹Moment mal, ich habe Herzprobleme›, und ich wäre nicht ins Spital gegangen.»
Laut Prostate Cancer UK ist Prostatakrebs die häufigste Krebsart in Grossbritannien. In der Schweiz erkranken laut der Krebsliga jährlich fast 8000 Männer daran. Eine frühe Erkennung ist entscheidend, denn dann sind die Heilungschancen gut.


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