Schlager-Politik

Heino sollte bei der FPÖ auftreten – lehnte er aus Überzeugung ab oder war er einfach nur gierig?

Heino möchte sich nicht politisch instrumentalisieren lassen, sagt er. Die Rechtspopulisten holen sich überraschenden Ersatz – und zeichnen ein anderes Bild der Verhandlungen.
Heino will nicht politisieren - tut es aber trotzdem.
Bild: Niclas Armer

Die FPÖ, die rechtspopulistische Partei Österreichs, feierte am Wochenende ihr 70-jähriges Bestehen mit einem Volksfest. Als Highlight sollte angeblich Schlager-Legende Heino auftreten – für stolze 100’000 Euro. Doch der 87-Jährige meinte: «Nein, danke.»

«Weil ich mich von keiner politischen Kraft vor ihren Wagen spannen lassen will», sagte der notorische Sonnenbrillenträger auf Anfrage zu «Bild». Er betont aber, in seinem Publikum seien alle Menschen willkommen, egal, wen sie wählen.

Die FPÖ holte sich Ersatz – in Form von Schlager-Kollege Roberto Blanco. Der 89-Jährige sang «Ein bisschen Spass muss sein» – laut «Bild» aber für «weitaus weniger» Geld.

Wer hat wem abgesagt?

Doch nun meldet sich die FPÖ – und wehrt sich. Die «Bild»-Darstellung sei «schlichtweg falsch». Die FPÖ habe dem Sänger abgesagt und nicht umgekehrt. Man habe mit dem Management von Heino verhandelt, doch der Auftritt scheiterte, weil der Sänger zu viel Geld forderte.

Die Partei droht: «Wenn die deutsche ‹Bild›-Zeitung die Falschbehauptung weiterhin verbreitet bzw. andere Medien diese Behauptung ihrerseits weiterverbreiten, wird die FPÖ entsprechende rechtliche Schritte einleiten.»

Roberto Blanco sprang für Heino ein.
Bild: Carsten Koall

War es also eigentlich nur eine finanzielle Entscheidung? Heinos Manager Helmut Werner hält dagegen. Gegenüber «oe24» sagt er, man habe sofort klargestellt, dass der Sänger nicht für die FPÖ auftreten werde. Auch er droht mit rechtlichen Schritten, sollte die FPÖ weiter etwas anderes behaupten.

Heino betonte in der Vergangenheit zwar stets, er sei unpolitisch. Doch er trällerte sich zumindest schon in die Nähe des politisch rechten Spektrums

Heinos «komplizierte» Beziehung mit der Politik

Der Sänger nahm in den 70er-Jahren eine Version des «Deutschlandliedes» auf – inklusive der Strophe: «Deutschland, Deutschland über alles.» Diese gilt aber seit dem Ende der NS-Zeit als höchst problematisch.

Im vergangenen März trat er im kleinen Ort Bad Belzig auf, um sich mit einem Feuerwehrmann zu solidarisieren. Dieser wurde entlassen, weil er bei der Deutschen Meisterschaft im Feuerwehrsport statt der Nationalhymne das Lied von Heino abspielte. «Es ist wichtig, dass wir heute hier sind und Flagge zeigen und uns hier einmischen», sagte sein Manager.

Heino trat schon in manches politische Fettnäpfchen.
Bild: Rolf Vennenbernd

2018 schenkte er einer Heimatministerin CDs und Platten – inklusive dem Album «Die schönsten deutschen Heimat- und Vaterlandslieder» mit Liedern, die im Liederbuch der SS standen. Sein Kommentar: «Die Lieder können doch nichts dafür, wenn sie instrumentalisiert worden sind.»

2013 beschrieb er sich in einem Interview als: «Hart wie Kruppstahl, zäh wie Leder, flink wie ein Windhund.» Das Problem: Das ist ein Zitat aus einer Rede von Adolf Hitler. Er habe das nicht gewusst, sagte er danach.

Kampf um das Image

Heute will der Sänger sein Image offenbar  schützen. Aktuell streitet er sich auch mit der AfD.

Der Landratskandidat Felix Teichner behauptete im April auf Social Media: «Am Sonntag würde Heino Felix wählen.» Dazu postete er den Heino-Hit «Blau blüht der Enzian». Heino wehrt sich mit einer Klage – und fordert nun 60’000 Euro Schadensersatz. Der Grund: Er habe durch die Falschbehauptung «immateriellen Schaden» erlitten.

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