
Als Prinzessin Leia zu Han Solo «Ich liebe dich» sagte, antwortete er nur mit «Ich weiss.» Das war in «Star Wars – Das Imperium schlägt zurück». Seit der Film 1980 ins Kino kam, hat sich das Image von Harrison Ford kaum verändert. Auch mit mittlerweile 83 Jahren gilt er immer noch als wortkarger und kerniger Hollywoodstar. Private Einblicke gibt es wenig. Bis jetzt.
Die Schauspielerei gab ihm einen Fokus
Ford öffnete sich im Podcast «Awards Chatter» des «Hollywood Reporter» und sprach über eine dunkle Zeit in seiner Vergangenheit. Als junger Mann litt er im College unter Depressionen: «Ich stand aus meinem Bett auf, ging zum Telefon, bestellte eine Pizza und legte mich wieder hin, bis die Pizza kam. Ich ass die Pizza, warf die Verpackungen in die Ecke und ging wieder schlafen.» Sein Zimmer habe er nur selten verlassen und wenn er doch mal zum Unterricht ging, drehte er sich oft wieder um. «Ich war sozial krank, psychisch nicht in Ordnung», erzählt der Schauspieler.
Er habe kaum Anschluss gefunden. Erst als er einem Theaterkurs beitrat, knüpfte er Kontakt zu anderen. Eigentlich besuchte er den Kurs nur, um seine Noten zu verbessern. Dass er dabei auch auf der Bühne stehen musste, wusste er vorher nicht. Doch seine erste Schauspiel-Erfahrung veränderte alles: «Die Leute, die ich für Aussenseiter gehalten hatte, gehörten zu den interessantesten Menschen, die ich kannte. Und sie erzählten Geschichten über das Leben.» Das gab ihm Halt: «Geschichten gaben mir einen Fokus. Sie erlaubten mir, gemeinsam mit anderen Menschen über etwas nachzudenken.» Einen Abschluss schaffte Ford dennoch nie: «Ich wurde des Plagiats beschuldigt und habe es auch zugegeben.» Stattdessen folgte bald darauf die Hollywood-Karriere.
Serien-Rolle gibt ihm das Gefühl, dass seine Arbeit wichtig ist
Nach zahlreichen Kinohits begeistert er aktuell in der Apple-TV-Serie «Shrinking» – in der er neben «How I Met Your Mother»-Star Jason Segel einen Therapeuten spielt. Nicht nur Fans lieben die Show mit ihrer wohltuenden Handlung über mentale Gesundheit, Trauer und Einsamkeit, in der es immer auch genug Humor gibt, sondern auch Ford selbst.
Zum Drehschluss der dritten Staffel wandte er sich im vergangenen Jahr in einer überraschend bewegenden Rede an Cast und Crew und meinte gerührt: «Wie ihr die Menschen berührt, ist einfach unglaublich. Ich liebe diesen Ort. Ich liebe es, mit euch zu arbeiten. Ich hoffe, wir können alle wiederkommen und das Ganze wiederholen.» Am Ende kam aber wieder der alte Haudegen zum Vorschein, als Co-Star Segel rief «Ja, Kumpel» und Ford trocken meinte: «Ich habe nicht mit dir geredet.»
Doch Ford sagte erst vor zwei Monaten erneut in einer Podiumsdiskussion, wie viel ihm die Serie bedeutet. «Was soll jetzt noch kommen?», antwortete er auf die Frage, was er von der Show halte. Etwas Besseres sei kaum möglich als diese Arbeit und die Idee, die hinter der Serie steckt: «Selbst, wenn alles hier zu Ende wäre, wäre das genug.» Denn es sei eine andere Art von Arbeit für ihn, «und ich mache das schon lange.» Doch sie gebe ihm das Gefühl, dass diese Arbeit wertvoll und wichtig sei. «Ich suche das in meinem Leben und bin glücklich, es hier gefunden zu haben», sagte er – vielleicht genau, weil er weiss, wie sich das Gegenteil anfühlt.

Und Fans dürfen beruhigt sein: Ford wird auch in der bereits bestätigten vierten Staffel wieder mit dabei sein.
«Ich wäre verrückt, wenn ich nicht alles dafür tun würde, Harrison Ford dauerhaft in der Serie zu halten. Er verschwindet nicht», sagte Showrunner Bill Lawrence: «Wir erzählen eine neue Geschichte. Harrison wird ein Teil davon sein. Er geht nicht.»



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