Kontrovers

«Gwenozid»: Gwyneth Paltrow sorgt mit Israel-Werbung für Shitstorm

Gwyneth Paltrow sorgte mit ihren lächerlich weltfremden Aktionen schon oft für Kopfschütteln. Doch bei ihrem neusten viralen Moment bleibt so manchem das Lachen im Hals stecken.
Gwyneth Paltrow geht mit einem Werbespot viral.
Bild: Caroline Brehman

Einst war Gwyneth Paltrow eine gefeierte Schauspielerin und gab mit ihren Filmen zu reden. In den letzten Jahren lachte man eher über sie und ihre Kerzen, die nach Vagina rochen. Kürzlich plapperte sie im US-TV darüber, dass sie in Rezepten gerne Rucola als Milchersatz verwende.

Realitätsfern war die 53-Jährige schon öfter, doch nun folgt der nächste Gipfel dieses stetig wachsenden Berges an Kontroversen: Paltrow schwärmt in einem Werbespot von Luxuswohnungen in Israel. Genauer gesagt in Herzliya, nördlich von Tel Aviv und rund 80 Kilometer vom Gazastreifen entfernt.

Die Werbung zeigt, wie sie morgens kaum aus den Federn kommt. «Wer hat eigentlich entschieden, dass man so früh aufstehen muss?», säuselt sie. Anschliessend joggt sie durch den Central Park und meint: «Es gibt einen Grund, warum die berühmtesten Gebäude der Welt an einem Park stehen.» Dann läuft sie frisch gestylt aus dem Haus und bittet ihren Fahrer, sie zur Adresse 51 Park zu bringen. «New York?», fragt er. «Herzliya, Israel», antwortet sie selig lächelnd.

Mutiges Karriererisiko?

Einmal mehr erscheint der Hollywoodstar absolut weltfremd – doch diesmal ist die Kritik deutlicher. «Morgens zum Laufen aufzustehen, kann brutal sein», sagt sie an einer Stelle, und auf Instagram kommentiert ein Influencer: «Weisst du, was auch brutal ist? 80 Kilometer von diesen Luxuswohnungen, die du bewirbst, liegen Tausende palästinensischer Leichen unter Trümmern.»

Natürlich machen Promis Werbung für verschiedenste Dinge – und nicht immer haben sie eine Ahnung von dem Produkt. Aber ist das der richtige Zeitpunkt, ihr Gesicht dafür herzugeben? Denn wenig überraschend geht der Spot des Immobilienunternehmens Aviv by Melisron viral.

Einige verteidigen die Schauspielerin. «Judenhasser drehen durch», meint eine Influencerin. Dabei habe die Schauspielerin «das jüdische Leben in einem jüdischen Staat normalisiert». Der israelische Autor und Influencer Hen Mazzig lobte Paltrow auf Instagram: «Es gilt heutzutage als Karriererisiko, seinen Namen auch nur in der Nähe von Israel ins Spiel zu bringen.» Und Schauspielerin Selma Blair kommentiert: «Ich liebe sie nun noch mehr.»

Unfassbare Gier?

Doch viele zeigen sich auch schockiert, dass die Schauspielerin für luxuriöse Wohnungen Werbung macht, während in Gaza kaum mehr ein Haus steht. Im besten Fall wird es «peinlich» und «traurig» bezeichnet. Andere finden es «widerlich», und es kursiert sogar der Spitzname «Gwenozid» – eine Mischung aus Gwyneth und dem Wort Genozid.

Auch manche Promis äussern sich kritisch. «Ist das KI?», fragt Sängerin Cat Power auf Instagram. «Das Ausmass an entfesseltem Kapitalismus ist einfach nur erschreckend», schreibt Alana Hadid, pro-palästinensische Aktivistin und Schwester der Models Bella und Gigi Hadid, in einem Kommentar. «Mädchen, hast du mal eine Zeitung aufgeschlagen oder Nachrichten geschaut? Das ist nicht nur taktlos, das ist regelrechte Mittäterschaft.»

Neben der Kritik wird auch gemutmasst, warum Gwyneth Paltrow sich überhaupt für diese Werbung hergibt: «Diese Gier ist unfassbar.» Schliesslich verdiene sie mit ihrer Firma Goop monatlich rund 20 Millionen Dollar. Sie habe das Geld also nicht nötig.

Klar ist: Die Schauspielerin sprach sich in der Vergangenheit mehrmals für die in Gaza festgehaltenen israelischen Geiseln aus und machte dabei auch ihren eigenen jüdischen Hintergrund deutlich. Ausserdem kritisierte sie feministische Organisationen öffentlich, die sexuelle Gewalt gegen israelische Frauen während der Hamas-Angriffe zu verleugnen. Zur Werbung hat sie sich noch nicht geäussert – genau wie sie es bei den meisten kontroversen Schlagzeilen bisher getan hat.

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