Auf Instagram kuschelt Schauspielerin Jenny Mollen mit ihrem 12-jährigen Sohn. So weit, so normal. Wäre da nicht der Satz, den sie zum Post schreibt: «Dein ältester Sohn wird der toxischste Typ sein, den du je gedatet hast.»
Da fallen viele Menschen verständlicherweise fast vom Stuhl. Und dementsprechend explodieren Kommentarspalten auf Social Media: Was um Himmels Willen soll das heissen? Und wer ist Jenny Mollen?
Hier muss man rasch etwas ausholen. Jenny ist seit 18 Jahren mit Jason Biggs verheiratet – dem Typen, der im Film «American Pie» einen Apfelkuchen penetriert hat. Jetzt lassen sie sich scheiden, und dank ihrem Post geht Jenny Mollen nun viral.

Vom Witz zur Zielscheibe?
Es sollte ein Witz sein, meinte sie, als der Shitstorm über sie hereinbrach. Mittlerweile hat sie den Satz gelöscht und verteidigt sich auf Instagram: «Weil ich mich trenne und nicht mehr durch die Institution der Ehe geschützt bin, werde ich plötzlich zu einer Zielscheibe für das, was ich poste. Das ist einfach unfassbar. Ein Foto, auf dem ich mein 12-jähriges Kind umarme, wird verspottet.»
Dass nicht die Umarmung das Problem ist, sondern ihre besorgniserregende Einstellung zu ihrem Sohn, blendet sie fröhlich aus. Manche verteidigen Mollen, ihr Verhalten sei ganz normal und es sei «Mom-Shaming» sie so zu kritisieren. In einem Kommentar heisst es: «Sie ist eine verdammte Komikerin. Ihr nehmt alles zu ernst.»
Ob man das lustig findet, ist Geschmackssache. Und vielleicht hat die gute Frau wirklich nicht den Verstand verloren und es ist tatsächlich Satire. Dumm nur, wenn es kaum jemand versteht. Und würde es die Sache weniger problematisch machen? In einem Kommentar fragt jemand: «An alle, die das verteidigen: Wärt ihr damit einverstanden, wenn es sich um einen ‹Komiker›-Vater und seine 12-jährige Tochter handeln würde?»
Jenny Mollens problematische Mutterweisheiten
Der Post war nicht Mollens erster Ausrutscher. Bereits Mitte Mai stellte sie einen ganzen Artikel online, der mit folgenden Worten anfängt: «Nennt mich altmodisch, aber ich will, dass meine Söhne Frauen heiraten, deren Mütter tot sind. Nur so kann ich relevant bleiben, nützlich erscheinen und im Vergleich zu anderen gewinnen.»
Weiter erzählt sie, wie ihr Sohn und ein gleichaltriges Mädchen sich gegenseitig SMS schrieben. Dabei habe sie das Mädchen sofort als «toxisch» erkannt: «Sie kommandierte ihn herum, benutzte Fremdwörter und wickelte ihn ein.» Sie beschwerte sich bei ihrem damaligen Ehemann, dass sie eingreifen wollte, damit ihr Sohn nicht verletzt wird. Und dass das Mädchen «nicht mal attraktiver war als ich».
Söhne zu haben sei ein «Mindfuck», schreibt sie: «Die Verlassenheit, die wir als Mütter von Jungs erleiden, ist besonders grausam, weil es mit Verehrung beginnt. Sie kommen besessen von uns zur Welt. Abhängig. Anbetend. Jahrelang sind wir der Mittelpunkt ihrer Gefühlswelt, nur um dann langsam mitanzusehen, wie sie sich eine eigene aufbauen, ohne uns.»
Und so befeuert Jenny Mollen am Ende nur das Klischee der überfürsorglichen «Boy Mom» und der fürchterlichen Schwiegermutter. Sollte ihr Sohn mal eine Partnerin finden, kann man dieser nur eines wünschen: gute Nerven.


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