2017 spielte die damals 11-jährige Dafne Keen in «Logan» an der Seite von Hugh Jackman die Mutantin Laura/X-23. Nun war sie im Podcast «Inside of You» zu Gast. «Ich glaube, ich war noch nie so betrunken, dass ich einen Kater gehabt hätte. Da bin ich ein absoluter Kontrollfreak», erzählt die heute 21-jährige Schauspielerin.
Gastgeber Michael Rosenbaum hackt nach: «Du hast viel mitbekommen, wie andere tranken und?» «Mir wurde auf Abschlussfeiern von Dreharbeiten Koks angeboten», antwortet Keen. «Ich war noch so klein – vielleicht 11, 12, 13 Jahre alt. Ich wusste also, was das war, und dachte mir: ‹Daran habe ich eigentlich kein Interesse.›»
Rosenbaum ist schockiert. «11 oder 12? So früh habe ich damit nicht angefangen», sagt der ehemalige Schauspieler, der in der Superman-Serie «Smallville» bekannt wurde. «Na ja, ich ja auch nicht. Ich habe glücklicherweise abgelehnt», antwortet Keen.
Bis heute lehnt sie Drogen ab: «Ich brauche das einfach nicht»
Auch als Teenager tat sie das – oder hat gelogen, um dem Gruppenzwang zu entgehen. Sie habe gesagt: «Ich habe schon etwas genommen» oder «Oh mein Gott, nein, ich bin schon total high», obwohl sie völlig nüchtern war. «Ich war quasi das bravste Mädchen überhaupt», lacht sie im Podcast.
Mittlerweile ist sie erwachsen und verzichtet weiterhin auf Drogen und Alkohol: «Ich brauche das einfach nicht. Ich gehe aus und bleibe bis 6 Uhr morgens – aber eben nüchtern. Einfach wegen der Stimmung. Ich mag Musik, ich tanze gerne und ich mag Menschen.»
Keens Erfahrung ist zwar heftig, doch im Gegensatz zu anderen Kinderstars hatte sie noch Glück. Drew Barrymore wurde bereits als Achtjährige von ihrer Mutter in Klubs mitgenommen, trank mit neun Jahren und nahm mit 12 zum ersten Mal Kokain. Die verstorbene Hayden Panettiere kam mit 16 Jahren am Filmset erstmals in Kontakt mit verschreibungspflichtigen Medikamenten und beschrieb sie in ihrer Autobiografie als «Einstiegsdroge, die mich mit dem Abgrund der Abhängigkeit in Berührung brachte».
Die Dreharbeiten waren schön, was danach kam, weniger
Das musste Keen nicht erleben. Auch an die Dreharbeiten von «Logan» – und Hauptdarsteller Hugh Jackman – hat sie nur positive Erinnerungen: «Er hat mir viel positive Bestärkung und eine Menge wirklich guter Ratschläge gegeben. Und er war immer so nett.»
Der Schauspieler sei der beste Hauptdarsteller, den man sich wünschen kann: «Er achtete darauf, dass meine Arbeitszeiten nicht ausgereizt wurden, dass ich Spass am Set hatte und ich von Spannungen, die es hinter den Kulissen vielleicht gab, nichts mitbekam. Er war so unglaublich beschützend und einfach grossartig.»
Doch als der Film ins Kino kam, wurde sie auf einen Schlag bekannt: «Es war verstörend, als Leute mit Kameras an meiner Schule auftauchten. Das war beängstigend.» Mit der Berühmtheit kamen auch die Fans – und einige davon seien ihr unheimlich gewesen. «Ich habe viele pädophile Männer erlebt, die Briefe und Bibeln an mein Haus schickten, Musikboxen – und mir zur Schule folgten», erzählt sie.
Trotzdem will sie sich nicht beklagen: Sie habe auch viele wunderbare Menschen getroffen. Sie nahm sich darum einen Rat ihrer Grossmutter zu Herzen, die ausgerechnet starb, als «Logan» ins Kino kam: «Ein schlechter Mensch ist wie jemand mit einer Trommel im Wartezimmer. Er ist einfach sehr laut. Aber es gibt 30 andere Menschen, die perfekt still und respektvoll sind.»
Auch Online-Trolle und Kommentare lässt die Schauspielerin darum nicht an sich herankommen. «Das ist deine Meinung – und sie ist so irrelevant», sagt sie dazu trocken. Doch weil sie so jung berühmt wurde, kämpft sie bis heute mit der Frage, wie viel sie der Welt von sich selbst zeigen will: «Mein Privatleben ist irgendwie heilig.»






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