
Cara Delevingne zieht sich «zum ersten Mal in ihrer Karriere zu ihren eigenen Bedingungen aus», verkündet Playboy auf Instagram. Gleichzeitig schreibt das Model Geschichte: Sie ist die erste offen lesbische Frau auf dem Cover des Männermagazins.
«Ich war schon früher bei Shootings oder in Filmen nackt», erzählt sie im Interview. «Aber es gab mir immer ein etwas unangenehmes Gefühl, wenn es für jemand anderen geschah – natürlich war es meine Entscheidung und ich hatte zugestimmt, aber es fühlte sich nie bestärkend an.»
Diesmal sei es anders. Vor allem, weil die 33-Jährige mit einem überwiegend weiblichen Team arbeitete: «Ich habe mich noch nie so wohl in meinem Körper und meiner Sexualität gefühlt. Ich habe das Gefühl, als Frau und als sexuelles Wesen gerade meine beste Zeit zu erleben.»
Der Playboy sei natürlich eine heterosexuelle Institution, meint Delevingne, aber: «Deshalb fühlte es sich ein bisschen wie ein ‹Fuck you› und ein rebellischer Akt an.»
Zigaretten-Debatten und eine dunkle Vergangenheit
Auf Social Media stapeln sich Feuer-Emojis von begeisterten Fans. Doch längst nicht alle feiern sie. Dass Delevingne auf dem Cover eine Zigarette raucht, gibt zu reden: «Hat die Tabakindustrie das gesponsert?»
In einem Kommentar heisst es: «Das ist nicht sexy, sondern nur ein veraltetes Requisit.» In einem anderen wundert sich jemand: «Rauchen UND Playboy versuchen ein Comeback?»
Doch vor allem eine Frage bewegt im Netz: «Was? Den Playboy gibt es noch?» Das Magazin müsste doch längst eingemottet sein, glaubten viele.
Schliesslich ist die Geschichte des Playboys voller Skandale und die Beziehung mit Frauen im besten Fall kompliziert.
Playboy setzte sich zwar früh für die sexuelle Revolution ein, unterstützte die Rechte der LGBTQ+-Mitglieder und veröffentlichte zahlreiche bedeutende Artikel.
Andererseits gründete Hugh Hefner das Magazin auch mit Nacktfotos einer jungen Marilyn Monroe, die er ohne ihre Zustimmung kaufte und auf dem ersten Cover veröffentlichte. Seither wurden Frauen darin zu Sexobjekten degradiert.
Der grausige Tiefpunkt: Playboy publizierte das Buch «Sugar and Spice» mit Nacktbildern der damals zehnjährigen Brooke Shields.
Darum existiert der Playboy noch immer
Nach Hefners Tod versuchte Playboy, sich neu zu erfinden und die #MeToo-Bewegung zu überleben. In einem Statement wurden Hefners Handlungen als «abscheulich» verurteilt und man betonte, künftig auf Sex-Positivität und freie Meinungsäusserung zu setzen.

In einer Welt, in der nackte Haut nur einen Klick entfernt ist, existiert der Playboy noch immer. Nicht als anrüchiges Heftchen, sondern als popkulturelles Phänomen.
Ob es nun feministisch ist, sich dafür auszuziehen, oder ob einem die Bilder gefallen, ist Ansichtssache. Klar ist nur: So ein Playboy-Cover garantiert nach wie vor Aufmerksamkeit. Und Cara Delevingne nutzt die Bühne, um im Interview über ihr kommendes erstes Album zu plaudern.


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