
Zurzeit sind in der Stadtluzerner Johanneskirche Werke des Künstlers Wolfgang Beltracchi zu sehen. Bekannt wurde Beltracchi als Kunstfälscher, der die Handschrift berühmter Maler kopiert hat. 2010 flog die Täuschung auf. Nach einer Haftstrafe im offenen Vollzug liess er sich in Meggen nieder, wo er seither als freischaffender Künstler arbeitet. In der Johanneskirche werden Variationen auf das Gemälde «Salvator Mundi» gezeigt, das Leonardo Da Vinci zugeschrieben wird. Beltracchi interpetiert sie etwa im Stile des Impressionismus, des Surrealismus, des Kubismus oder der Pop-Art.
Wolfgang Beltracchi nehme «das ikonische Bild nicht in erster Linie als Erlöser wahr, sondern als einen Seher, dessen Blick in die dunklen Abgründe der Geschichte reicht», heisst es in einer Mitteilung der Katholischen Kirche Stadt Luzern. Unter Beltracchis Pinsel werde das Bild zu einem «Symbol für das Spannungsfeld zwischen Glauben, Macht und Katastrophe». Auch gehe Beltracchi der Frage nach, wie andere Künstler bedeutender Epochen auf das Werk reagiert haben könnten.


Die Bilder waren schon anderswo öffentlich zu sehen, aber erstmals in einem sakralen Raum. Laut Mitteilung lädt es Menschen aller Generationen ein zum Mitmachen, Nachdenken und Hoffen. So können Besuchende ihre persönlichen Sehnsüchte und Hoffnungen in einer transparenten Kugel festhalten – etwa per Symbol oder einem Wunschzettel. (sma)
Die Ausstellung ist bereits eröffnet und kann noch bis am 11. Januar täglich zwischen 8 und 18 Uhr besucht werden. Der Eintritt ist frei. Diesen Samstag um 17 Uhr findet eine Führung statt. Weitere Informationen: www.kathluzern.ch.

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