In Weggis beschädigte Ende März ein Felsblock eine Häuserfassade, die Bewohnenden mussten evakuiert werden. Zuvor hatten mehrere Hangbewegungen für Steinschläge und umgestürzte Bäume gesorgt. Seither informiert die Gemeinde regelmässig über die aktuelle Lage vor Ort.
Für die betroffene Familie konnte inzwischen innerhalb der Gemeinde Weggis eine geeignete Wohnung gefunden werden. Auch wurden im Gefahrengebiet gehaltene Tiere in Sicherheit gebracht, teilte die Gemeinde am Mittwoch in einer Medienmitteilung mit. Die Gebiete Tannenbergstrasse sowie ein Abschnitt der Zingelistrasse bleiben weiterhin gesperrt.
Gefahrenperimeter wurde erweitert
Über die Ostertage wurde die Zingelistrasse in den Gefahrenperimeter aufgenommen. Grund dafür war die Entdeckung eines Steins, der knapp vor der Geländekante oberhalb der Strasse zum Stillstand kam. Deshalb wurden dort auch temporäre Schutzelemente installiert. Die direkt betroffenen Anwohnenden wurden informiert. Für die Bewohnerinnen und Bewohner oberhalb der gesperrten Tannenbergstrasse wurde hingegen eine Notstrasse errichtet, damit sie Termine ausserhalb ihres Hauses wahrnehmen können.
Das Gebiet wird seither laufend überwacht: Im Einsatz standen und stehen gemäss Mitteilung Geologen, kantonale Fachstellen, Feuerwehr, die Zivilschutzorganisation Emme, Werkdienst und Sicherheitspersonal. GPS-Messstationen und Drohnenflüge wurden eingesetzt, um Veränderungen im Rutschgebiet festzustellen. Die Lage sei zwar stabil, müsse aber kontinuierlich überprüft werden. Bisher wurden keine weiteren Anrisse oder abgerutschte Flächen festgestellt.
Weitere Schutzmassnahmen in Abklärung
In der nächsten Zeit soll ein Projektierungsteam, unter Einbezug der kantonalen Dienststelle Naturgefahren, gebildet werden, um langfristige Schutzmassnahmen abzuklären. «Dabei sind Massnahmen integral zu planen und alle relevanten Gefahrenprozesse (Wasser, Rutsch, Sturz) sowie die bestehenden Schutzbauwerke und -korridore Linden und Blauweid zu berücksichtigen», schreibt die Gemeinde.
Für die Weggiser Bevölkerung wurde eine Hotline eingerichtet: Unter der Nummer 041 392 15 15, die während der Büroöffnungszeiten der Gemeindeverwaltung Weggis erreichbar ist, erhält man Informationen zur aktuellen Lage. Ebenfalls können konkrete Fragen der betroffenen Grundeigentümer und Bewohnenden via E-Mail an info.naturgefahren@weggis.ch gerichtet werden.
Weggis war im August 2005 Opfer des grossen Unwetters geworden, mehrere Häuser wurden zerstört. Dies habe den Umgang mit Naturgefahren in der Gemeinde «grundlegend verändert», schreibt die Gemeinde. 2024 war die Nachbargemeinde Vitznau von einem Hangrutsch betroffen: 300’000 Kubikmeter Geröll und Gestein rutschten damals im Gebiet Hinterbergen den Hang hinunter.



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