Hochdorf / Hohenrain / Rain / Römerswil

Sorgen wegen tiefem Grundwasserstand: Gemeinden müssen Wasser sparen

Die WWZ ruft die Bevölkerung dazu auf, den Verbrauch auf das notwendige Minimum zu reduzieren. Die vier Gemeinden stellen das Bewässern ihrer Grünflächen ein, das Schwimmbad Hohenrain bleibt genauso geschlossen wie die Becken im Seebad Baldegg.

Um die Wasserversorgung in den Gemeinden Hochdorf, Hohenrain, Rain und Römerswil steht es nicht gut. Die Grundwasserstände und Quellwasserzuflüsse liegen nahe am Rekordtief, teilt das Wasserversorgungsunternehmen WWZ mit. Quellen führen «deutlich weniger Wasser als üblich oder sind bereits versiegt», einzelne Grundwasserpumpwerke mussten ausser Betrieb genommen werden. Per Ende August liegt der Grundwasserspiegel mehr als zwei Meter unter dem Durchschnittswert der Jahre 2020 bis 2025 für diese Jahreszeit.

Die WWZ nennt insbesondere die fehlenden Niederschläge seit Herbst 2025 als Grund für den tiefen Grundwasserstand. Bereits zu Beginn der Hitzeperiode lag dieser tiefer «als in vergleichbaren Hitzejahren». Selbst wenn es jetzt zu anhaltenden Niederschlägen kommen sollte, sei frühestens in zwei bis drei Monaten mit einer Stabilisierung oder einem Anstieg des Grundwasserspiegels zu rechnen. Das Regenwasser muss zunächst die oberen Bodenschichten befeuchten, erst danach erreicht es das Grundwasser und kann den Grundwasserspeicher auffüllen.

WWZ warnt vor Einschränkungen und Verboten

Der Wasserverbrauch verschärft die Situation zusätzlich. Zwar liege der durchschnittliche Verbrauch im Bereich der Vorjahre, doch Verbrauchsspitzen zwischen Mai und August infolge der hohen Temperaturen führen dazu, dass der Grundwasserspiegel derzeit «stärker als in anderen Jahren» sinke, teilt die WWZ mit.

Die angespannte Situation hat bereits konkrete Folgen. Die vier Gemeinden haben ihre öffentlichen Brunnen trockengelegt, nun stellen sie auch die Bewässerung von Grünflächen und Sportrasen per sofort ein. Das Schwimmbad Hohenrain bleibt nach der Sommerpause bis auf Weiteres geschlossen, und auch das Seebad Baldegg schliesst seine Becken vorzeitig. Der Badebetrieb im See bleibt jedoch möglich.

Die Bevölkerung der Gemeinden wird in der Mitteilung dringend dazu aufgefordert, den Wasserverbrauch auf das notwendige Minimum zu reduzieren, um die verfügbaren Wasserreserven möglichst lange zu sichern. Sollte der Wasserverbrauch nicht sinken und der Grundwasserstand sich nicht verbessern, müssten «einschneidende Einschränkungen und Verbote» folgen, warnt die WWZ.

Die Wasserversorgungen der vier Gemeinden Hochdorf, Hohenrain, Rain und Römerswil bilden einen Netzverbund. Sie überwachen die Fördermengen, Reservoir- und Grundwasserstände und prüfen, ob Wasserbezüge aus benachbarten Versorgungen möglich sind. Zusammen mit den Gemeinden stehen sie zudem im Austausch mit dem kantonalen Führungsstab. (sig)

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