Luzern/Kriens

Kontrollanruf bei Hitze: Senioren nutzen Angebot kaum

Ältere Menschen leiden unter der Hitze. Für Alleinstehende ohne soziales Netz kann dies gefährlich sein. Ein Hilfsangebot der Städte Luzern und Kriens stösst aber auf geringes Interesse.

Für viele ältere Menschen ist die aktuelle Hitzewelle eine grosse Belastung. Insbesondere für solche, die allein leben, kann die Situation schlimmstenfalls lebensbedrohlich werden. Als Prävention bietet die Stadt Luzern schon seit einigen Jahren einen Telefonservice für Senioren ab 75 Jahren an: Während Hitzeperioden gibt es täglich einen Kontrollanruf. So kann rechtzeitig reagiert werden, wenn sich der Zustand der Person aufgrund der Hitze verschlechtert.

Erstaunlicherweise wird das Angebot aber kaum genutzt: Aktuell stehen gerade mal 10 Personen auf der Anrufliste der Stadt. Die Zahl variiert von Jahr zu Jahr – der Höchststand war 2022 mit 20 Personen.

Auch die Stadt Kriens bietet seit zwei Jahren ein Hitzetelefon an. Auch hier ist das Interesse gering: 10 Personen werden aktuell einmal pro Tag angerufen. «Anmeldungen sind jedoch laufend möglich und werden von der Krienser Infostelle Gesundheit gerne entgegengenommen», sagt Mediensprecherin Bettina Wyss.

Den Angerufenen geht es bisher glücklicherweise gut - weitere Interventionen waren bisher weder in Luzern noch Kriens nötig.

Wirken die Kriterien abschreckend?

Doch was sind die Gründe für das geringe Interesse? Mirjam Müller-Bodmer, Leiterin der Fachstelle für Altersfragen der Stadt Luzern, vermutet, dass einige der Anmeldekriterien möglicherweise abschreckend wirken: Man verpflichtet sich, grundsätzlich erreichbar zu sein – wenn man auf einen Anruf nicht antwortet und auch weder Angehörige, Nachbarn oder Hausarzt erreicht werden können, wird als letzte Konsequenz die Ambulanz aufgeboten.

Generell sagt Müller-Bodmer: «Die Hürde für eine Anmeldung von älteren Menschen, die seit Langem allein zu Hause wohnen, ist hoch, da braucht es Überwindung.» Auch dass zwingend eine Kontaktperson angegeben werden muss, ist für einige ein Problem. Diesbezüglich will die Stadt handeln: In Zusammenarbeit mit dem Verein Zeitgut soll die Vermittlung von externen Kontaktpersonen geprüft werden. Davon würden Seniorinnen und Senioren profitieren, die keine Angehörigen, Nachbarn oder Bekannte angeben können. (rk)

Anmeldung für das Hitzetelefon: anlaufstelle.alter@stadtluzern.ch / 041 208 77 77 (Luzern); info@kig-kriens.ch / 041 329 19 90 (Kriens).

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