Luzern

Ein schönes Geschenk: Swiss-Flugzeug stellt Verkehrshaus vor Probleme

Die Fluggesellschaft Swiss schenkt dem Verkehrshaus einen bald ausgedienten Langstreckenflieger. Ob der Riesenvogel aber dereinst in Luzern zu bestaunen sein wird, ist alles andere als sicher.

Das meistbesuchte Museum des Landes soll einen neuen Publikumsmagneten erhalten. Die Fluggesellschaft Swiss und das Verkehrshaus der Schweiz wollen gemeinsam ein Stück Schweizer Luftfahrtgeschichte bewahren: Der letzte Airbus A340-300 aus der Flotte der Lufthansa-Tochter soll nach seiner Ausmusterung anfangs 2028 dauerhaft ins Verkehrshaus der Schweiz nach Luzern kommen, wie die beiden Unternehmen mitteilten.

«Der Airbus A340 hat während vieler Jahre Menschen aus der Schweiz mit der Welt verbunden und ist damit selbst ein Stück Schweizer Luftfahrtgeschichte geworden», lässt sich Swiss-Chef Jens Fehlinger in der Mitteilung zitieren.

Es handle sich um eine einmalige Gelegenheit, so ein Flugzeug zu übernehmen, freut sich Verkehrshaus-Direktor Martin Ettlinger. Man wolle damit «ein bedeutendes Stück Schweizer Aviatikgeschichte bewahren und erlebbar machen.»

Die «majestätische Maschine» würde die Luft- und Raumfahrtausstellung «enorm» aufwerten und genau in den dafür vorgesehenen Aussenraum vor der Luft- und Raumfahrthalle passen. Dort steht mit der Convair CV-990 «Coronado» bereits seit 1975 ein ehemaliges Langstreckenflugzeug der Swissair mit vier Strahltriebwerken.

Dazu soll sich nun der letzte Flieger der aktuellen Swiss-Flotte, der für eine wichtige Epoche des Schweizer Langstreckenverkehrs steht, gesellen. Der 64 Meter lange und 61 Meter breite Airbus A340-300 mit der Kennung HB-JMH, der bisher knapp 108'000 Flugstunden und rund 12'000 Flüge auf dem Buckel hat, soll begehbar und der neue Höhepunkt der Luft- und Raumfahrtausstellung werden.

Eine verrückte Idee nimmt Form an

Bis es so weit ist, sind jedoch noch umfangreiche technische, finanzielle und behördliche Fragen zu klären. «Eine recht aufwendige Geschichte», wie Beatrice Rüttimann, Kommunikationschefin des Verkehrshauses, auf Anfrage bestätigt. Ein rund 125 Tonnen schweres Langstreckenflugzeug ins Verkehrshaus zu bringen, sei weit mehr als ein gewöhnlicher Transport. «Das ist ein spannendes und einzigartiges Projekt, eine visionäre Idee. Jetzt geht es an die Umsetzung.»

Wo genau das Flugzeug im Verkehrshaus hinkommen soll, ist laut Rüttimann derzeit noch unklar. «So weit sind wir noch nicht. Wir haben geschaut, dass es Platz hat. Und das hat es.» Wie genau das Flugzeug in die Ausstellung im Innenhof integriert und inszeniert werde, sei noch offen.

Millionen für die letzte Reise

Die Swiss schenkt dem Verkehrshaus zwar das Flugzeug. Aber: Die Kosten für Überführung, bauliche Massnahmen und die Erlebnisinszenierung des Innenraums trägt das Verkehrshaus. «Logistisch und technisch bedeutet das Projekt einen Kraftakt. Spezialtransporte, Bewilligungen, bauliche Anpassungen, da kommt einiges auf uns zu.» Je nachdem, auf welche Art und welchem Weg der Flieger transportiert werde, brauche es etwa Verbreiterungen. «Aber eben: Zuerst muss geklärt werden, wie genau das Flugzeug zu uns kommt.»

Und ob überhaupt. Denn zuallererst braucht das Verkehrshaus Geld. Viel Geld. «Wir gehen derzeit von Kosten in der Höhe eines hohen einstelligen Millionenbetrags aus», sagt Rüttimann. Das Fundraising unter aktiver Mitarbeit von Christoph Franz, Präsidenten des Vereins Verkehrshaus der Schweiz und ehemaliger Swiss-Chef, laufe bereits. «Wir haben auch schon positive Signale bekommen», so Rüttimann. Konkrete Angaben zu Spendenziel und Spendern macht das Verkehrshaus auch auf Nachfrage hin keine. «Persönliche Kontakte spielen eine grosse Rolle. Wir wenden uns an Stiftungen, Mäzene, Firmen und Aviatikfans. Schlussendlich zählt jeder Franken.»

Denn die Finanzierung müsse gesichert sein, betont Rüttimann. Das Verkehrshaus sei nicht in der Lage, die Kosten selbst zu stemmen. «Wenn das erforderliche Geld bis Ende Jahr nicht zusammenkommt, wird der Vorstand entscheiden, wie es weitergeht.» Man sei aber zuversichtlich, dass es klappt, so Rüttimann. «Wenn alles gut geht, dann soll das Flugzeug nach seiner Ausmusterung im Frühjahr 2028 nach Luzern transportiert und schnellstmöglich für Besucherinnen und Besucher zugänglich sein.»

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